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Einen Raum richtig ausmessen

Raumplanung, Aufmaß und Grundriss

Einen Raum richtig ausmessen

Wie misst man einen Raum richtig aus?

Zuerst wird eine Aufmaßskizze mit allen Wänden, Türen, Fenstern, Nischen und Vorsprüngen angelegt. Danach werden Gesamtmaße, Teilmaße, Raumhöhen und diagonale Kontrollmaße systematisch erfasst. Heizkörper, Steckdosen, Anschlüsse und feste Einbauten gehören ebenfalls in die Dokumentation. Jedes Maß wird unmittelbar und eindeutig eingetragen. Abschließende Kontrollmessungen helfen, Übertragungsfehler und unvollständige Maßketten zu erkennen.

Warum ein genaues Aufmaß so wichtig ist


Jede Raumplanung beruht auf Annahmen über Größe, Lage und Proportionen des vorhandenen Raumes. Sind diese Angaben unvollständig oder falsch, setzen sich die Fehler durch den gesamten Entwurf fort. Möbel passen nicht in vorgesehene Nischen, Türen kollidieren mit Einbauten oder Laufwege werden schmaler als geplant.


Die reine Angabe „Der Raum ist ungefähr vier mal fünf Meter groß“ reicht deshalb nicht aus. Auch bei einem scheinbar rechteckigen Raum können Wände leicht schräg verlaufen, Ecken von 90 Grad abweichen und Raumhöhen unterschiedlich sein. In älteren Gebäuden treten solche Abweichungen besonders häufig auf, doch auch Neubauten sollten vor einer konkreten Einrichtung geprüft werden.


Ein Aufmaß dokumentiert den tatsächlich vorgefundenen Bestand zum Zeitpunkt der Messung. Dazu gehören nicht nur die äußeren Raummaße, sondern alle baulichen Elemente, die eine Planung beeinflussen. Türen, Fenster, Pfeiler, Wandvorsprünge, Nischen, Heizkörper, Leitungen, Steckdosen und feste Einbauten benötigen eine eindeutige Position.


Die Genauigkeit richtet sich nach dem Zweck. Eine erste Möblierungsstudie stellt andere Anforderungen als eine maßgefertigte Einbaulösung. Je näher ein Projekt an Bestellung, Fertigung oder Ausführung rückt, desto sorgfältiger müssen Maße, Toleranzen und bauliche Bedingungen geprüft werden.


Bei komplexen, schwer zugänglichen oder ausführungsrelevanten Situationen kann ein professionelles Aufmaß durch entsprechend qualifizierte Fachleute erforderlich sein. Eine Interior-Design-Aufmaßskizze ersetzt keine notwendige Fachvermessung, statische Prüfung oder Werkplanung.


Welche Werkzeuge werden benötigt?

Für ein einfaches Raumaufmaß sind folgende Hilfsmittel sinnvoll:


  • Laserdistanzmessgerät

  • Bandmaß oder Gliedermaßstab

  • Klemmbrett oder feste Schreibunterlage

  • Bleistift, Fineliner und Radiergummi

  • vorbereitete Aufmaßskizze oder leeres Papier

  • Smartphone oder Kamera für Bestandsfotos

  • gegebenenfalls Wasserwaage

  • farbige Stifte zur Kennzeichnung unterschiedlicher Informationen


Das Laserdistanzmessgerät eignet sich für größere Entfernungen und Raumhöhen. Es arbeitet schnell, benötigt aber eine eindeutige Zielfläche und die richtige Bezugseinstellung. Vor der Messung muss klar sein, ob das Gerät ab Vorder- oder Hinterkante misst.


Bandmaß und Gliedermaßstab bleiben wichtig. Kleine Wandabschnitte, tiefe Nischen, Leibungen oder Möbeldetails lassen sich damit häufig einfacher kontrollieren. Auch ein mit dem Laser ermitteltes Maß sollte bei Unsicherheit mit einem zweiten Werkzeug überprüft werden.


Fotos ergänzen die Zeichnung, ersetzen sie jedoch nicht. Ein Bild zeigt die sichtbare Situation, enthält aber ohne Referenz keine verlässlichen Maße. Fotografieren Sie deshalb zusammenhängende Raumansichten und zusätzliche Details, die für die spätere Planung wichtig sein könnten.


Die Aufmaßskizze vor dem Messen anlegen

Bevor das erste Maß genommen wird, entsteht eine einfache Handskizze des Raumes. Die Proportionen müssen noch nicht exakt stimmen. Wichtig ist, dass alle Wände und Öffnungen eindeutig erkennbar sind.


Der Grundriss wird möglichst groß auf das Blatt gezeichnet. Türen erhalten ihre Öffnungsrichtung, Fenster werden in die Wand eingesetzt und Nischen oder Vorsprünge klar markiert. Jede Wand bekommt genügend Platz für Maßketten und Notizen.


Zusätzlich können einzelne Wandansichten angelegt werden. Sie sind wichtig, wenn Fensterhöhen, Anschlüsse, Heizkörper, Dachschrägen oder Einbauten erfasst werden. Ein Grundriss zeigt die Lage dieser Elemente, aber nicht alle benötigten Höhen.


Die Aufmaßskizze gehört nicht zu den Zeichnungen, die besonders sauber oder repräsentativ aussehen müssen. Sie muss während des Termins schnell lesbar bleiben und alle Informationen eindeutig aufnehmen. Der Beitrag Die Handskizze als Werkzeug des Entwurfs erläutert, wie solche Arbeitszeichnungen Beobachtungen und Planungsgrundlagen sichern.


Eine feste Messrichtung beibehalten

Beginnen Sie an einem klar definierten Punkt, beispielsweise links neben der Eingangstür. Von dort wird der Raum in einer festgelegten Richtung vollständig durchlaufen. Eine Messung im Uhrzeigersinn verhindert, dass einzelne Wandabschnitte vergessen oder doppelt erfasst werden.


Die Maßangaben werden sofort an der zugehörigen Stelle eingetragen. Lose Zahlen am Blattrand führen später schnell zu Verwechslungen. Auch Einheiten sollten einheitlich verwendet werden. Wechsel zwischen Metern, Zentimetern und Millimetern erhöhen das Fehlerrisiko.


Der Artikel Wie läuft ein Interior-Design-Projekt ab? ordnet das Aufmaß in den gesamten Ablauf von der Bestandsaufnahme über den Entwurf bis zur Präsentation und weiteren Planung ein.

Einen Raum Schritt für Schritt ausmessen


Ein systematischer Ablauf reduziert Fehler und macht die spätere Übertragung leichter. Die Reihenfolge kann an die jeweilige Raumsituation angepasst werden, sollte während des gesamten Aufmaßes jedoch eindeutig bleiben.


1. Raum und Projekt kennzeichnen

Auf jedes Blatt gehören Projektname, Raumbezeichnung, Geschoss und Datum. Arbeiten mehrere Personen am Aufmaß, wird auch der Name der messenden Person notiert. Dadurch bleibt später nachvollziehbar, zu welchem Bereich die Angaben gehören.


2. Gesamtlänge und Gesamtbreite messen

Zuerst werden die größten Raummaße aufgenommen. Bei einem rechteckigen Raum sind das Länge und Breite. Bei unregelmäßigen Grundrissen werden die einzelnen Raumabschnitte so gegliedert, dass nachvollziehbare Teilflächen entstehen.


Messen Sie nicht nur an einer Stelle. Eine Wandlänge kann in Bodennähe von einem Maß in höherer Position abweichen. Für eine erste Planung genügt häufig eine Kontrollmessung; bei passgenauen Einbauten sind mehrere Höhen und Positionen erforderlich.


3. Wandabschnitte und Öffnungen erfassen

Jede Wand wird in Teilabschnitte zerlegt. Bei einer Wand mit Fenster werden beispielsweise folgende Maße benötigt:


  • Abstand von der linken Raumecke bis zum Fenster

  • Fensterbreite

  • Abstand vom Fenster bis zur rechten Raumecke

  • Gesamtbreite der Wand als Kontrollmaß


Die Summe der Teilmaße sollte mit dem Gesamtmaß übereinstimmen. Kleine Abweichungen können aus Mess- oder Rundungsfehlern entstehen. Größere Unterschiede müssen sofort vor Ort geklärt werden.


Das gleiche Prinzip gilt für Türen, Nischen, Pfeiler und Wandvorsprünge. Je nach späterer Planung werden zusätzlich Leibungstiefen, Rahmenbreiten und Bauteilstärken aufgenommen.


4. Türen vollständig dokumentieren

Bei Türen werden Breite, Höhe, Wandposition und Öffnungsrichtung eingetragen. Auch die Anschlagseite ist wichtig. Ein Türblatt beansprucht beim Öffnen Fläche und kann mit Möbeln kollidieren.


Unterscheiden Sie zwischen Rohbauöffnung, Zargenaußenmaß und nutzbarer Durchgangsbreite. Welches Maß benötigt wird, hängt von der Planungsaufgabe ab. Auf der Skizze muss erkennbar sein, was tatsächlich gemessen wurde.


Schwellen, Zargenüberstände und angrenzende Schalter können für Einbauten oder Möblierung ebenfalls relevant sein. Eine ergänzende Detailaufnahme verhindert späteres Rätselraten.


5. Fenster und Brüstung aufnehmen

Bei Fenstern werden Breite, Höhe und Position innerhalb der Wand benötigt. Hinzu kommen Brüstungshöhe, Sturzhöhe beziehungsweise Abstand zur Decke sowie Leibungstiefe.


Die Brüstungshöhe wird vom fertigen Fußboden bis zur unteren Fensterkante gemessen. Öffnungsflügel und ihre Bewegungsbereiche müssen berücksichtigt werden, wenn Möbel, Arbeitsplatten oder Vorhänge in Fensternähe geplant werden.


Heizkörper unter dem Fenster werden getrennt erfasst. Breite, Höhe, Tiefe und Abstand zu Fensterbank, Wand und Boden können die spätere Einrichtung beeinflussen.


6. Raumhöhe und Höhenunterschiede messen

Die Raumhöhe sollte nicht nur an einer beliebigen Stelle aufgenommen werden. Bei Verdacht auf Unebenheiten oder in älteren Gebäuden sind Messungen an mehreren Punkten sinnvoll.


Dachschrägen benötigen zusätzliche Angaben. Dazu gehören Kniestockhöhe, Beginn und Verlauf der Schräge sowie die Raumhöhe an ausgewählten Punkten. Eine Ansicht oder Schnittskizze ist dafür übersichtlicher als der Grundriss allein.


Auch abgehängte Decken, Balken, Stufen, Podeste und unterschiedliche Fußbodenhöhen werden dokumentiert. Höhenunterschiede beeinflussen Möblierung, Beleuchtung und mögliche Einbauten.


7. Diagonalmaße zur Kontrolle eintragen

Bei einem vermeintlich rechteckigen Raum werden die beiden Diagonalen gemessen. Sind sie deutlich unterschiedlich, ist der Raum nicht rechtwinklig oder mindestens eine Messung muss überprüft werden.

Diagonalmaße helfen außerdem, unregelmäßige Grundrisse später korrekt zu rekonstruieren. Bei komplexen Räumen können zusätzliche Bezugslinien oder Dreiecke angelegt werden.


Die Diagonale ersetzt keine vollständige Maßkette. Sie ist ein Kontrollmaß, das zusammen mit Wand- und Teilmaßen ausgewertet wird.


8. Feste Bauteile und Installationen aufnehmen

Heizkörper, Rohrleitungen, Revisionsöffnungen, Stützen, Unterzüge und feste Einbauten werden mit Lage und Abmessungen eingetragen. Auch Sockelleisten können relevant sein, wenn Möbel wandbündig stehen sollen.

Steckdosen, Schalter, Netzwerkanschlüsse, Wasseranschlüsse und sichtbare Leitungen werden entsprechend der Planungsaufgabe dokumentiert. Für ihre Position sind horizontale und vertikale Bezugsmaße notwendig.


Technische Anschlüsse sollten nur so bezeichnet werden, wie sie eindeutig erkannt wurden. Unklare Installationen werden als Prüfpunkt markiert und nicht auf Grundlage einer Vermutung benannt.


9. Kontrollrunde durchführen

Nach Abschluss der Messungen wird der Raum noch einmal vollständig begangen. Jede Wand und jede Ansicht wird mit der Skizze verglichen. Fehlende Maße fallen bei dieser zweiten Runde häufig schneller auf.


Prüfen Sie insbesondere:


  • Sind alle Maßketten vollständig?

  • Gibt es ein Gesamtmaß zu den Teilmaßen?

  • Wurden Türanschläge eingetragen?

  • Sind Fenster- und Brüstungshöhen vorhanden?

  • Wurden Raumhöhen gemessen?

  • Sind Nischen und Vorsprünge vollständig beschrieben?

  • Gibt es Kontroll- oder Diagonalmaße?

  • Sind Anschlüsse eindeutig positioniert?

  • Wurden offene Fragen markiert?

  • Sind ergänzende Fotos vorhanden?


Welche Genauigkeit ist erforderlich?

Die notwendige Genauigkeit richtet sich nach dem Planungsziel. Für eine grobe Möblierungsstudie können geringe Abweichungen verkraftbar sein. Bei einem maßgefertigten Schrank, einer Küche oder einem Einbau zwischen zwei Wänden können bereits kleine Unterschiede entscheidend werden.


Bauteile sind nicht immer gerade, parallel oder lotrecht. Ein einziges Breitenmaß beschreibt deshalb nicht zwingend den verfügbaren Platz. Bei passgenauen Einbauten sollten Breiten und Höhen an mehreren Stellen geprüft und erforderliche Montagetoleranzen berücksichtigt werden.


Bestell- und Fertigungsmaße dürfen nicht ungeprüft aus einer frühen Konzeptskizze übernommen werden. Vor der Ausführung muss ein aktuelles und zweckgerechtes Aufmaß vorliegen. Welche Person dafür verantwortlich ist, richtet sich nach Auftrag, Leistungsumfang und beteiligten Gewerken.


Wie aus den aufgenommenen Informationen eine nachvollziehbare Entwurfsidee entsteht, zeigt der Beitrag Vom ersten Strich zum Raumkonzept.

Typische Fehler beim Ausmessen eines Raumes


Ein häufiger Fehler besteht darin, nur die Gesamtbreite und Gesamtlänge zu messen. Dadurch fehlen später die Positionen von Türen, Fenstern und anderen Bauteilen. Ein Grundriss kann zwar gezeichnet werden, lässt aber keine verlässliche Möblierung zu.


Ebenso problematisch sind unvollständige Maßketten. Wenn an einer Fensterwand nur Fensterbreite und ein seitlicher Abstand bekannt sind, bleibt die Position der Öffnung nicht eindeutig. Gesamt- und Teilmaße sollten sich gegenseitig kontrollieren.


Zahlen ohne klare Zuordnung verursachen weitere Unsicherheit. Ein Maß darf nicht lose in der Mitte des Blattes stehen. Maßlinien, Pfeile oder eindeutige Beschriftungen zeigen, zwischen welchen Punkten gemessen wurde.


Weitere typische Fehler sind:


  • Türanschläge und Öffnungsrichtungen fehlen.

  • Brüstungs- und Fensterhöhen wurden nicht aufgenommen.

  • Raumhöhen wurden nur geschätzt.

  • Heizkörper und Leitungen fehlen im Grundriss.

  • Nischen wurden nur in der Breite, aber nicht in der Tiefe gemessen.

  • Steckdosen besitzen keine Höhenangabe.

  • Maße wurden in unterschiedlichen Einheiten notiert.

  • unklare Werte wurden nicht gekennzeichnet.

  • Diagonal- und Kontrollmaße fehlen.

  • Fotos lassen sich später keinem Raum zuordnen.


Auch das blinde Vertrauen in eine einzige Messung ist riskant. Ein verrutschtes Bandmaß, eine falsche Geräteinstellung oder eine ungeeignete Zielfläche kann einen falschen Wert erzeugen. Auffällige Maße sollten sofort kontrolliert werden.


Bestandspläne nicht ungeprüft übernehmen

Vorhandene Bauzeichnungen oder Maklergrundrisse sind eine wertvolle Orientierung. Sie entsprechen jedoch nicht zwangsläufig dem aktuellen Bestand. Umbauten, neue Wandaufbauten oder abweichende Ausführungen können zu Unterschieden führen.


Ein Plan mit eingetragenen Maßen zeigt außerdem nicht automatisch, auf welche Bauteilkanten sich diese Angaben beziehen. Rohbau-, Ausbau- und lichte Maße dürfen nicht miteinander verwechselt werden.


Für eine konkrete Interior-Design-Planung wird der relevante Bestand deshalb vor Ort geprüft. Vorhandene Pläne können als Grundlage mitgeführt und durch eigene Messungen ergänzt werden. Abweichungen werden klar gekennzeichnet.


Fotos richtig mit dem Aufmaß verbinden

Fotografieren Sie den Raum zuerst in zusammenhängenden Ansichten. Eine Aufnahme von jeder Raumecke erleichtert später die Orientierung. Danach folgen Detailbilder von Anschlüssen, Nischen, Heizkörpern oder auffälligen Bauteilen.


Ein kleiner Pfeil oder eine Fotonummer in der Aufmaßskizze zeigt, aus welcher Richtung die Aufnahme entstand. Dadurch kann das Bild später eindeutig zugeordnet werden.


Detailfotos sollten einen Größenbezug enthalten, wenn eine spätere Einschätzung wichtig ist. Ein Bandmaß, Gliedermaßstab oder bekanntes Bauteil kann dabei helfen. Für verbindliche Maße bleibt jedoch die schriftliche Maßangabe maßgeblich.


Achten Sie darauf, dass keine unnötigen personenbezogenen oder privaten Inhalte aufgenommen werden. Für die Projektbearbeitung sollten nur die tatsächlich benötigten Bereiche dokumentiert und die Bilder geordnet abgelegt werden.


Vom Aufmaß zum gezeichneten Grundriss

Nach dem Termin werden die handschriftlichen Angaben in einen sauberen Bestandsgrundriss übertragen. Dabei werden zuerst Wände und Raumkontur angelegt, anschließend Öffnungen, Nischen, feste Bauteile und Installationen ergänzt.


Während der Übertragung werden Maßketten rechnerisch geprüft. Stimmen Teilmaße und Gesamtmaße nicht überein, darf der Unterschied nicht stillschweigend verteilt werden. Die Ursache muss geklärt oder die betreffende Angabe als unsicher gekennzeichnet werden.


Der Bestandsgrundriss bildet die Grundlage für Möblierungsvarianten und weitere Darstellungen. Erst jetzt werden mögliche Raumlösungen entwickelt. Diese Trennung zwischen Bestand und Entwurf verhindert, dass eine angenommene Änderung versehentlich als vorhandene Situation behandelt wird.


Eine klare Ebenen- oder Farbstruktur kann helfen:


  • Bestand

  • Abbruch oder Entfernung

  • neue Planung

  • Möblierung

  • Maße und Hinweise

  • offene Prüfpunkte


Aufmaß und Entwurf gehören zusammen

Ein gutes Aufmaß sammelt nicht wahllos jedes sichtbare Detail. Es berücksichtigt, welche Informationen für die geplante Aufgabe benötigt werden. Gleichzeitig darf der Blick nicht so eng werden, dass wichtige räumliche Bedingungen übersehen werden.


Bei einer Möbelplanung sind Wandlängen, Sockel, Vorsprünge und Steckdosen entscheidend. Bei einer Lichtplanung kommen Deckenhöhen, vorhandene Auslässe und Schalterpositionen hinzu. Für Vorhänge werden Fensterbreite, Leibung, Heizkörper und mögliche Befestigungsflächen relevant.


Die Bestandsaufnahme ist deshalb der erste fachliche Test einer Entwurfsidee. Sie zeigt, welche Möglichkeiten tatsächlich vorhanden sind und wo weitere Prüfungen notwendig werden.


Der Beitrag Was zeichnet ein gutes Raumkonzept aus? erläutert, wie aus diesen realen Bedingungen eine Lösung entsteht, die Nutzung, Proportionen, Wege, Licht und Atmosphäre miteinander verbindet.


Räume ausmessen am IBKK

Am IBKK wird das Aufmaß nicht als isolierte technische Übung behandelt. Die Teilnehmer lernen, einen Raum systematisch zu beobachten, verständlich zu skizzieren und alle entwurfsrelevanten Maße eindeutig zu dokumentieren.


Aus der Aufmaßskizze entsteht anschließend ein nachvollziehbarer Bestandsgrundriss. Darauf werden Möblierungsvarianten, Funktionsbereiche und Laufwege entwickelt. Die Verbindung von Messen, Zeichnen und Entwerfen zeigt unmittelbar, welche Folgen ein fehlendes oder falsch zugeordnetes Maß haben kann.


Fachliches Feedback unterstützt dabei, Messreihenfolgen zu verbessern, Maßketten zu kontrollieren und räumliche Besonderheiten vollständig zu erfassen. So wird das Aufmaß zur verlässlichen Grundlage für die weitere Raumplanung.

Einen Raum richtig ausmessen – Schritt für Schritt

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie Grundriss, Türen, Fenster, Raumhöhen, Anschlüsse und Kontrollmaße systematisch aufgenommen und eindeutig in einer Aufmaßskizze dokumentiert werden.

Häufige Fragen zum Ausmessen eines Raumes


Welche Werkzeuge braucht man für ein Raumaufmaß?

Sinnvoll sind Laserdistanzmessgerät, Bandmaß oder Gliedermaßstab, Klemmbrett, Zeichenpapier, Stifte und eine Kamera. Je nach Aufgabe können Wasserwaage und weitere Messwerkzeuge hinzukommen.


Reichen Länge und Breite des Raumes aus?

Nein. Für eine verlässliche Planung werden auch Teilmaße, Türen, Fenster, Nischen, Raumhöhen, feste Einbauten und planungsrelevante Anschlüsse benötigt.


Sollte man mit einem Laser oder einem Bandmaß messen?

Beide Werkzeuge ergänzen sich. Der Laser eignet sich für größere Entfernungen und Höhen. Bandmaß oder Gliedermaßstab sind bei kleinen Abschnitten, Nischen und Kontrollmessungen hilfreich.


Was ist eine Maßkette?

Eine Maßkette ordnet mehrere zusammengehörige Teilmaße entlang einer Wand. Bei einer Fensterwand kann sie aus linkem Wandabschnitt, Fensterbreite und rechtem Wandabschnitt bestehen. Ihre Summe wird mit dem Gesamtmaß kontrolliert.


Warum werden Diagonalen gemessen?

Diagonalmaße helfen festzustellen, ob ein Raum rechtwinklig ist, und unterstützen die Rekonstruktion unregelmäßiger Grundrisse. Sie ergänzen die Wandmaße, ersetzen diese jedoch nicht.


Wie misst man ein Fenster vollständig aus?

Benötigt werden je nach Aufgabe Breite, Höhe, Wandposition, Brüstungshöhe, Abstand zur Decke und Leibungstiefe. Öffnungsflügel, Fensterbank und vorhandene Heizkörper können ebenfalls relevant sein.


Wo wird die Raumhöhe gemessen?

Die Raumhöhe sollte an einer eindeutig dokumentierten Stelle gemessen werden. Bei erkennbaren Unebenheiten, Altbauten oder passgenauen Einbauten sind mehrere Messpunkte sinnvoll.


Wie trägt man Steckdosen und Schalter ein?

Die Position wird mit einem horizontalen Bezugsmaß zu einer eindeutig benannten Wand oder Ecke und einem vertikalen Maß über dem fertigen Fußboden angegeben.


Kann man einen vorhandenen Bauplan übernehmen?

Ein vorhandener Plan ist eine gute Orientierung, sollte für eine konkrete Bestandsplanung jedoch vor Ort geprüft werden. Bauliche Veränderungen und Abweichungen zwischen Plan und Ausführung sind möglich.


Reicht ein Smartphone mit Messfunktion?

Eine Smartphone-Messfunktion kann bei einer ersten Orientierung helfen. Für eine verlässliche Raumplanung sollten Maße mit geeigneten Messwerkzeugen kontrolliert und eindeutig dokumentiert werden.


Wann braucht man ein professionelles Fachaufmaß?

Ein Fachaufmaß kann bei komplexer Geometrie, schwer zugänglichen Bereichen, hohen Genauigkeitsanforderungen sowie für Fertigung oder Ausführung notwendig sein. Die Zuständigkeit sollte vor der Bestellung oder Umsetzung geklärt werden.


Fazit: Messen bedeutet beobachten, ordnen und kontrollieren

Ein vollständiges Raumaufmaß besteht nicht aus einer Sammlung einzelner Zahlen. Jedes Maß braucht eine klare Position, einen nachvollziehbaren Bezug und eine Bedeutung für die spätere Planung. Gesamtmaße, Teilmaße, Höhen und Kontrollmaße müssen zusammenpassen.


Eine vorbereitete Skizze und eine feste Messreihenfolge schaffen Ordnung. Die abschließende Kontrollrunde stellt sicher, dass keine Wand, Öffnung oder Installation übersehen wurde. So entsteht aus dem vorhandenen Raum eine verlässliche Planungsgrundlage, auf der Grundriss und Raumkonzept aufgebaut werden können.

Der Autor:

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

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Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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