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Grundrisse maßstabsgerecht anlegen

Grundriss, Perspektive und Darstellung

Grundrisse maßstabsgerecht anlegen

Ein maßstabsgerechter Grundriss bildet die Grundlage, um Raumgrößen, Wege und Proportionen präzise zu planen und später räumlich weiterzuentwickeln.

Architekturmodell eines Gebäudes mit Außenflächen und Bäumen zur Darstellung räumlicher Proportionen.

Wie wird ein Grundriss maßstabsgerecht angelegt?

Zuerst werden Planungszweck, Papierformat und Maßstab festgelegt. Anschließend rechnet man sämtliche realen Maße mit derselben Einheit um und überträgt Raumkontur, Wände, Öffnungen und feste Bauteile. Im Maßstab 1:50 entspricht ein Zentimeter im Plan fünfzig Zentimetern in Wirklichkeit. Gesamt-, Teil- und Diagonalmaße kontrollieren die Zeichnung. Auch Möbel und Bewegungsflächen müssen im gleichen Maßstab angelegt werden.

Was maßstabsgerecht bedeutet


Ein maßstabsgerechter Grundriss verkleinert die Wirklichkeit nach einem festen mathematischen Verhältnis. Alle Längen werden mit demselben Faktor übertragen. Dadurch bleiben Größenverhältnisse erhalten: Ein zwei Meter langes Sofa nimmt im Plan doppelt so viel Platz ein wie ein ein Meter breiter Schrank.


Der Maßstab wird in der Form 1:x angegeben. Die erste Zahl steht für eine Einheit auf dem Plan, die zweite für die entsprechende Anzahl derselben Einheiten in der Realität. Bei 1:50 entspricht ein Zentimeter auf dem Papier fünfzig Zentimetern im Raum. Bei 1:100 entspricht ein Zentimeter einem Meter.


Wichtig ist die gleiche Einheit auf beiden Seiten der Rechnung. Ein reales Maß von vier Metern wird deshalb zunächst in vierhundert Zentimeter umgerechnet. Im Maßstab 1:50 ergibt die Rechnung 400 geteilt durch 50 ein Zeichenmaß von acht Zentimetern.


Die Maßstäblichkeit betrifft nicht nur Wände. Türen, Fenster, Nischen, Möbel und Bewegungsflächen müssen ebenfalls im gleichen Verhältnis dargestellt werden. Andernfalls sieht der Plan geordnet aus, liefert aber falsche Aussagen über den verfügbaren Raum.


Wozu braucht man einen maßstäblichen Grundriss?

Eine freie Grundrissskizze eignet sich hervorragend, um erste Ideen festzuhalten. Sie beantwortet jedoch nicht zuverlässig, ob ein bestimmtes Möbel wirklich passt oder ein Durchgang ausreichend breit bleibt. Dafür wird eine maßstabsgerechte Darstellung benötigt.


Mit ihr lassen sich unter anderem folgende Fragen prüfen:

  • Passt das Sofa an die vorgesehene Wand?

  • Bleibt die Tür vollständig zu öffnen?

  • Ist hinter den Esszimmerstühlen genügend Bewegungsraum?

  • Kann eine Schranktür geöffnet werden?

  • Sind Laufwege frei?

  • Reicht die Tiefe einer Nische für den geplanten Einbau?

  • Stehen Möbel und Raum in einem glaubwürdigen Verhältnis?

  • Lassen sich verschiedene Varianten unter denselben Bedingungen vergleichen?

Der Maßstab macht unterschiedliche Lösungen vergleichbar. Wenn jede Variante auf derselben Bestandsgrundlage und mit denselben Möbelmaßen entsteht, werden Vor- und Nachteile deutlicher erkennbar.


Den passenden Maßstab auswählen

Nicht jeder Maßstab eignet sich für jede Aufgabe. Je größer die Maßstabszahl hinter dem Doppelpunkt ist, desto kleiner erscheint die Wirklichkeit auf dem Papier.


Maßstab 1:100

Ein Zentimeter im Plan entspricht einem Meter in der Realität. Dieser Maßstab bietet einen guten Überblick über Wohnungen, Etagen oder größere räumliche Zusammenhänge. Für kleine Möbelabstände und detaillierte Interior-Design-Planungen ist er häufig zu grob.


Maßstab 1:50

Ein Zentimeter im Plan entspricht fünfzig Zentimetern in der Realität. Dieser Maßstab eignet sich für einzelne Räume, möblierte Wohnungsgrundrisse und viele Interior-Design-Aufgaben. Möbel, Türen und Bewegungsflächen lassen sich gut lesbar darstellen.


Maßstab 1:20

Ein Zentimeter im Plan entspricht zwanzig Zentimetern in der Realität. Der Grundriss wird größer und kann mehr Details aufnehmen. Das eignet sich für Küchen, Bäder, einzelne Raumzonen und Einbauten.


Maßstab 1:10 oder größer

Solche Maßstäbe werden für detaillierte Möbel-, Ausbau- oder Anschlusszeichnungen verwendet. Sie zeigen kleinere Bereiche und benötigen entsprechend mehr Platz auf dem Blatt.


Die Auswahl richtet sich nach Planungszweck, gewünschtem Detailgrad und Papierformat. Ein kleiner Raum kann in 1:20 auf ein Blatt passen, während eine gesamte Wohnung denselben Maßstab schnell sprengen würde.


Papierformat und Blattaufteilung prüfen

Bevor gezeichnet wird, sollte überschlägig berechnet werden, wie groß der Grundriss auf dem Papier erscheint. Ein real zehn Meter langes Gebäude wird bei 1:100 zehn Zentimeter und bei 1:50 zwanzig Zentimeter lang dargestellt.


Zum reinen Raummaß kommt Platz für Außenwände, Maßketten, Bezeichnungen und Planangaben hinzu. Der Grundriss sollte nicht unmittelbar am Blattrand enden.

Eine kleine Vorzeichnung der Blattaufteilung verhindert, dass der Plan später verschoben oder verkleinert werden muss. Maßstab und Papierformat werden deshalb gemeinsam entschieden.


Wie ein solcher Plan anschließend von Hand aufgebaut wird, erklärt der Beitrag Einen Grundriss von Hand zeichnen.


Verlässliche Maße als Voraussetzung

Die mathematisch korrekte Umrechnung hilft nur, wenn die Ausgangsmaße stimmen. Unvollständige Maßketten, geschätzte Wandstärken oder falsch zugeordnete Fensterpositionen werden durch den Maßstab nicht genauer.


Vorhandene Pläne können als Grundlage dienen, müssen aber zum aktuellen Bestand passen. Für eine konkrete Bestandsplanung werden die relevanten Maße vor Ort geprüft.


Der Artikel Einen Raum richtig ausmessen zeigt, wie Gesamt-, Teil-, Höhen- und Kontrollmaße systematisch aufgenommen und eindeutig dokumentiert werden.

Blick nach oben zwischen hohen Gebäuden als Beispiel für architektonische Proportionen und Maßstäbe.

Maßstäbe richtig umrechnen


Die Grundformel lautet:


Zeichenmaß = reales Maß ÷ Maßstabszahl


Vor der Rechnung werden alle Werte in dieselbe Einheit gebracht. Soll das Ergebnis in Zentimetern auf dem Papier erscheinen, wird das reale Maß ebenfalls in Zentimeter umgerechnet.


Beispiel 1: 4,50 Meter im Maßstab 1:50

4,50 Meter entsprechen 450 Zentimetern.

450 ÷ 50 = 9

Das Zeichenmaß beträgt 9 Zentimeter.


Beispiel 2: 2,40 Meter im Maßstab 1:20

2,40 Meter entsprechen 240 Zentimetern.

240 ÷ 20 = 12

Das Zeichenmaß beträgt 12 Zentimeter.


Beispiel 3: 85 Zentimeter im Maßstab 1:50

85 ÷ 50 = 1,7

Das Zeichenmaß beträgt 1,7 Zentimeter beziehungsweise 17 Millimeter.


Vom Plan zurück in die Wirklichkeit rechnen

Auch die umgekehrte Rechnung ist möglich:

Reales Maß = Zeichenmaß × Maßstabszahl


Misst eine Linie in einem verlässlich maßstäblichen Plan bei 1:50 sechs Zentimeter, entspricht sie in der Realität dreihundert Zentimetern beziehungsweise drei Metern.


Diese Rückrechnung darf nur verwendet werden, wenn die Darstellung tatsächlich im angegebenen Maßstab vorliegt. Ein PDF auf dem Bildschirm oder ein verkleinerter Ausdruck kann vom ursprünglichen Planmaßstab abweichen.


Maßstabstabelle für die Raumplanung


Reales Maß    1:100       1:50        1:20        1:10

10 cm             1 mm      2 mm       5 mm     10 mm 

50 cm             5 mm    10 mm     25 mm     50 mm

1,00 m          10 mm    20 mm     50 mm   100 mm

2,00 m          20 mm    40 mm   100 mm   200 mm

4,00 m          40 mm    80 mm   200 mm   400 mm

5,00 m          50 mm  100 mm   250 mm   500 mm


Einen maßstäblichen Grundriss aufbauen


1. Ausgangspunkt festlegen

Die Zeichnung beginnt an einer eindeutig bestimmten Ecke. Von dort werden Gesamtmaße und Wandabschnitte übertragen. Ein gemeinsamer Ausgangspunkt verhindert, dass sich kleine Einzelabweichungen unkontrolliert durch den gesamten Plan fortsetzen.


2. Gesamtmaße übertragen

Zuerst entsteht die übergeordnete Raumkontur. Rechteckige Räume werden mit Länge und Breite angelegt. Bei unregelmäßigen Grundrissen helfen Teilrechtecke, Bezugslinien und Diagonalmaße.


3. Wandstärken berücksichtigen

Wandstärken werden ebenfalls maßstäblich gezeichnet. Bei 1:50 erscheint eine 20 Zentimeter starke Wand mit vier Millimetern. Ausgangspunkt muss eine eindeutig bekannte Wandkante sein, beispielsweise die gemessene innere Fertigoberfläche.


4. Türen und Fenster positionieren

Die Lage einer Öffnung wird anhand der seitlichen Wandabschnitte bestimmt. Erst danach folgt ihre Breite. Türen erhalten Türblatt und Schwenkbogen, Fenster eine klare Darstellung innerhalb der Wand.


5. Nischen und feste Bauteile ergänzen

Nischen, Pfeiler, Installationsschächte, Heizkörper und feste Einbauten werden mit ihren gemessenen Abmessungen eingesetzt. Gerade diese Elemente beeinflussen häufig die spätere Möblierung.


6. Maßketten kontrollieren

Teilmaße und Gesamtmaße werden verglichen. Ergibt die Summe der Wandabschnitte nicht das Gesamtmaß, muss die Ursache geklärt werden. Die Differenz wird nicht willkürlich über mehrere Bauteile verteilt.


7. Möblierung maßstäblich einsetzen

Erst nach der Kontrolle des Bestandes folgt die Möblierung. Für jedes Möbel werden Breite und Tiefe umgerechnet. Ausgeschnittene Papierschablonen ermöglichen schnelle Varianten, ohne den Grundriss mehrfach zu zeichnen.


Möbel im richtigen Maßstab anlegen

Bei einem Sofa mit 2,20 Meter Breite und 95 Zentimeter Tiefe ergibt sich im Maßstab 1:50:

  • Breite: 220 ÷ 50 = 4,4 Zentimeter

  • Tiefe: 95 ÷ 50 = 1,9 Zentimeter


Ein Esstisch mit 1,80 × 0,90 Meter wird in 1:50 dargestellt als:

  • Länge: 180 ÷ 50 = 3,6 Zentimeter

  • Breite: 90 ÷ 50 = 1,8 Zentimeter

Die maßstäbliche Möbelkontur zeigt nur den festen Platzbedarf. Hinzu kommen Bewegungs- und Bedienflächen. Ein Stuhl wird zurückgeschoben, ein Schrank geöffnet und ein ausziehbarer Tisch vergrößert.


Für Varianten können Möbel auf Papier gezeichnet und ausgeschnitten werden. So lassen sie sich verschieben, ohne jede Position neu zeichnen zu müssen. Transparentpapier bietet eine weitere Möglichkeit, unterschiedliche Anordnungen über demselben Bestandsplan zu entwickeln.


Maße, Proportionen und Nutzung gemeinsam prüfen

Ein Möbel kann mathematisch in den Grundriss passen und im Alltag trotzdem problematisch sein. Ein zu enger Durchgang, eine blockierte Tür oder fehlender Platz vor einem Schrank wird erst sichtbar, wenn die Nutzung mitgedacht wird.


Maßstabsgerechte Planung verbindet deshalb drei Ebenen:

  1. feste Raum- und Möbelmaße

  2. benötigte Bewegungs- und Bedienflächen

  3. räumliche Beziehungen zwischen den Funktionen


Wie ein Grundriss als räumliche Information gelesen und gedanklich begangen wird, erläutert der Beitrag Einen Grundriss verstehen.

Typische Fehler beim maßstabsgerechten Zeichnen


Ein häufiger Fehler ist der Wechsel der Maßeinheit während der Rechnung. Werden Meter, Zentimeter und Millimeter ohne klare Umrechnung miteinander verbunden, entstehen leicht falsche Zeichenmaße. Deshalb werden alle Ausgangswerte vor der Berechnung in dieselbe Einheit gebracht.


Auch ein unbemerkter Maßstabswechsel führt zu Widersprüchen. Der Raum wird beispielsweise in 1:50 gezeichnet, während Möbel aus einer Schablone für 1:100 eingesetzt werden. Die Einrichtung wirkt dann zwar klein und großzügig, bildet die Realität aber falsch ab.


Weitere typische Fehler sind:

  • Der Maßstab wird erst nach Beginn der Zeichnung festgelegt.

  • Das Papierformat bietet keinen Platz für Maßketten.

  • Wandstärken werden nicht maßstäblich dargestellt.

  • Teilmaße werden fortlaufend addiert und summieren kleine Abweichungen.

  • Türen und Fenster werden optisch statt nach Maß positioniert.

  • Möbel werden aus Erinnerung gezeichnet.

  • Bewegungsflächen fehlen.

  • unvollständige Bestandsmaße werden als gesichert behandelt

  • ein verkleinerter Ausdruck wird weiterhin als ursprünglicher Maßstab verwendet

  • grafischer Maßstab und Maßstabsangabe widersprechen sich

Eine kurze Kontrollrechnung nach jedem größeren Planungsschritt spart später viel Korrekturarbeit.


Nicht von einer skalierten Darstellung messen

Ein digital gespeicherter Plan kann auf dem Bildschirm beliebig vergrößert oder verkleinert werden. Auch beim Drucken kann die Option „An Seitengröße anpassen“ den ursprünglichen Maßstab verändern.


Die Angabe „1:50“ im Schriftfeld stimmt dann möglicherweise nicht mehr mit dem Ausdruck überein. Ein grafischer Maßstabsbalken kann helfen, die Skalierung zu prüfen. Noch besser ist ein bekanntes Maß, dessen Darstellung auf dem Ausdruck kontrolliert wird.


Eingetragene Maßzahlen haben grundsätzlich eine höhere Aussagekraft als das Abgreifen aus einer Darstellung. Trotzdem muss bekannt sein, auf welche Bauteilkanten und welchen Planstand sie sich beziehen.


Fehlen verlässliche Maße, darf eine maßstäbliche Planung nicht durch Schätzungen künstlich präzise erscheinen. Die betreffenden Bereiche werden geprüft und anschließend ergänzt.


Genauigkeit und sinnvolle Rundung

Beim Umrechnen entstehen manchmal Werte mit mehreren Dezimalstellen. Wie genau sie auf dem Papier dargestellt werden können, hängt von Maßstab, Zeichenwerkzeug und Planungszweck ab.


In 1:100 entspricht ein Millimeter auf dem Papier zehn Zentimetern in der Wirklichkeit. Sehr kleine bauliche Unterschiede lassen sich dort nicht sinnvoll zeichnen. In 1:20 kann derselbe reale Unterschied deutlich genauer erscheinen.


Die Genauigkeit des Planes darf deshalb nicht höher wirken als die Genauigkeit der Ausgangsdaten und Darstellung. Ein grobes Bestandsmaß wird nicht dadurch verlässlicher, dass es mit mehreren Nachkommastellen umgerechnet wird.


Für passgenaue Fertigung reichen konzeptionelle Grundrisse häufig nicht aus. Je nach Aufgabe folgen erneutes Aufmaß, Detailzeichnung und Werkplanung durch die zuständigen Beteiligten.


Maßstabsgerechte Varianten vergleichen

Der große Vorteil eines maßstäblichen Bestandsgrundrisses liegt in seiner Wiederverwendbarkeit. Auf Transparentpapier oder digitalen Ebenen können mehrere Entwürfe entstehen, ohne die Raumgrundlage zu verändern.


Jede Variante verwendet dieselben Möbelmaße und wird nach denselben Kriterien geprüft. Dadurch wird der Vergleich nachvollziehbar. Eine Lösung kann bessere Wege bieten, eine andere mehr Stauraum oder eine ausgewogenere Raumwirkung.


Die Varianten sollten neben den festen Möbelkonturen auch deren Nutzung berücksichtigen. Am Esstisch wird Platz zum Sitzen und Aufstehen benötigt. Vor einem Einbauschrank muss die Bedienung möglich bleiben. Ein Durchgang darf nicht nur auf dem Papier vorhanden, sondern muss im Alltag nutzbar sein.


Der Beitrag Vom ersten Strich zum Raumkonzept zeigt, wie aus solchen Varianten eine begründete räumliche Gesamtlösung entwickelt wird.


Maßstäblich planen und räumlich denken

Ein Grundriss bleibt eine zweidimensionale Darstellung. Ein Möbel kann darin passende Breite und Tiefe besitzen, durch seine Höhe aber dennoch eine Blickachse schließen oder den Raum stark dominieren.


Deshalb werden ausgewählte Grundrissvarianten durch Wandansichten und Perspektiven ergänzt. Sie zeigen Höhen, Proportionen und räumliche Wirkung. Alle Darstellungen müssen auf denselben Maßen und demselben Planungsstand beruhen.


Die Verbindung von Grundriss und räumlicher Vorstellung verhindert, dass Maßstäblichkeit nur als Rechenübung behandelt wird. Sie dient dazu, Entscheidungen über einen realen Raum zu treffen.


Welche Kriterien dabei zu einem funktionierenden und gestalterisch überzeugenden Ergebnis führen, erläutert der Artikel Was zeichnet ein gutes Raumkonzept aus?


Maßstabsgerechtes Zeichnen am IBKK

Am IBKK lernen die Teilnehmer, reale Raum- und Möbelmaße sicher in unterschiedliche Maßstäbe zu übertragen. Die Umrechnung wird direkt mit Bestandsgrundriss, Möblierung und Entwurfsvarianten verbunden.


Dabei geht es nicht um abstrakte Rechenaufgaben. Jede Zahl besitzt eine räumliche Bedeutung. Eine Möbelbreite verändert Laufwege, eine Wandstärke beeinflusst den verfügbaren Innenraum und ein Türschwenkbereich begrenzt die nutzbare Fläche.


Fachliches Feedback hilft, Einheiten, Maßketten und Maßstabswechsel zuverlässig zu kontrollieren. Die Teilnehmer entwickeln dadurch ein Verständnis, das sowohl beim Zeichnen von Hand als auch bei der Arbeit mit digitalen Planungsprogrammen trägt.

Maßstab 1:50 verstehen und einen Grundriss anlegen

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie reale Raum- und Möbelmaße umgerechnet, mit einem Maßstabslineal übertragen und im Grundriss auf Funktion und Bewegungsraum geprüft werden.

Häufige Fragen zu maßstabsgerechten Grundrissen


Was bedeutet maßstabsgerecht?

Maßstabsgerecht bedeutet, dass alle realen Maße mit demselben Verkleinerungs- oder Vergrößerungsfaktor dargestellt werden. Dadurch bleiben die Größenverhältnisse zwischen Raum, Bauteilen und Möbeln erhalten.


Was bedeutet der Maßstab 1:50?

Eine Einheit im Plan entspricht fünfzig Einheiten in der Realität. Ein Zentimeter auf dem Papier stellt fünfzig Zentimeter im Raum dar. Ein reales Maß von vier Metern wird acht Zentimeter lang gezeichnet.


Wie berechnet man das Zeichenmaß?

Das reale Maß wird durch die Maßstabszahl geteilt. Vorher müssen beide Werte in derselben Einheit vorliegen. 400 Zentimeter geteilt durch 50 ergeben beispielsweise acht Zentimeter.


Welcher Maßstab eignet sich für Interior Design?

Für einzelne Räume und Möblierungspläne eignet sich häufig 1:50. Für größere Übersichten kann 1:100 verwendet werden. Detaillierte Raum- und Einbauplanungen benötigen gegebenenfalls 1:20, 1:10 oder einen noch größeren Maßstab.


Müssen Wandstärken maßstabsgerecht sein?

Ja. Wandstärken beeinflussen Raumkontur und verfügbare Innenfläche. Sie müssen deshalb ebenso maßstäblich übertragen werden wie Türen, Fenster und Möbel.


Darf man Möbel aus einem Katalog in den Grundriss übernehmen?

Ja, wenn verlässliche Breiten- und Tiefenmaße vorhanden sind und korrekt umgerechnet werden. Zusätzlich müssen Öffnungs-, Bedien- und Bewegungsflächen berücksichtigt werden.


Kann man aus einer PDF maßstäblich messen?

Nur wenn sicher geprüft wurde, dass die PDF oder der Ausdruck im angegebenen Maßstab dargestellt wird. Bildschirmansichten und Drucke können skaliert sein. Eingetragene Maße haben Vorrang.


Was ist ein grafischer Maßstab?

Ein grafischer Maßstab ist eine gezeichnete Maßleiste. Wird ein Plan vergrößert oder verkleinert, verändert sich die Leiste zusammen mit der Darstellung und ermöglicht eine Kontrolle der aktuellen Skalierung.


Was passiert, wenn Teilmaße und Gesamtmaß nicht übereinstimmen?

Die Ursache muss geprüft werden. Möglich sind Mess-, Übertragungs- oder Rundungsfehler sowie ein unregelmäßiger Bestand. Die Differenz sollte nicht willkürlich auf mehrere Bauteile verteilt werden.


Reicht ein maßstäblicher Grundriss für eine Bestellung?

Das hängt von der Bestellung und dem Planungsstand ab. Bei passgenauen Einbauten oder ausführungsrelevanten Bauteilen sind häufig ein aktuelles Kontrollaufmaß und weitere Detail- oder Werkplanungen erforderlich.


Fazit: Der Maßstab macht Planung überprüfbar

Ein maßstabsgerechter Grundriss überträgt die Wirklichkeit in ein festes und kontrollierbares Verhältnis. Dadurch lassen sich Raum, Öffnungen, Möbel und Bewegungsflächen auf derselben Grundlage untersuchen.


Die Rechnung ist einfach, verlangt aber Konsequenz: gleiche Einheiten, ein durchgängiger Maßstab und verlässliche Ausgangsmaße. Werden diese Grundlagen eingehalten, wird aus einer Zeichnung ein belastbares Werkzeug für Möblierung, Variantenvergleich und weitere Raumplanung.

Der Autor:

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

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Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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