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Innenraumaufrisse zeichnen

Grundriss, Perspektive und Darstellung

Innenraumaufrisse zeichnen

Im Innenraumaufriss werden Wände frontal dargestellt. Dadurch lassen sich die Positionen und Höhen von Sanitärobjekten, Armaturen, Spiegeln, Fliesen und weiteren Einbauten präzise festlegen.

Waschbecken mit Armatur und großem Wandspiegel vor einer gefliesten Wand als Beispiel für die Darstellung von Sanitärobjekten im Innenraumaufriss.

Wie zeichnet man einen Innenraumaufriss?

Ein Innenraumaufriss stellt eine ausgewählte Wand frontal und maßstäblich dar. Ausgangspunkt sind ein geprüfter Grundriss und verlässliche Höhenmaße. Zuerst werden Wandbreite, Fußboden und Decke angelegt. Danach folgen Türen, Fenster, Einbauten, Möbel, Leuchten, Anschlüsse und Materialien. Eine eindeutige Blickrichtung im Grundriss, klare Liniengewichte, Maßketten und Höhenangaben machen die Zeichnung nachvollziehbar.

Was ist ein Innenraumaufriss?


Ein Innenraumaufriss zeigt eine Wand so, als würde man frontal auf sie blicken. Anders als in einer Perspektivzeichnung werden Breiten und Höhen nicht durch räumliche Verkürzung verändert. Dadurch können einzelne Elemente maßstäblich angeordnet und miteinander verglichen werden.


In der Praxis wird auch von Innenansicht, Wandansicht oder Innenraumansicht gesprochen. Entscheidend ist die Darstellungsweise: Die betrachtete Wand liegt parallel zur Zeichenebene und erscheint flächig. Seitliche Tiefe wird nur dort gezeigt, wo sie zum Verständnis erforderlich ist.


Ein Aufriss kann beispielsweise enthalten:


  • Fußboden- und Deckenlinie

  • Raumhöhe

  • Türen und Zargen

  • Fenster und Brüstung

  • Wandvorsprünge und Nischen

  • Einbaumöbel

  • frei stehende Möbel vor der Wand

  • Leuchten

  • Schalter und Steckdosen

  • Sanitärobjekte

  • Material- und Farbflächen

  • Maßketten und Höhenangaben

  • kurze technische oder gestalterische Hinweise


Welche Inhalte benötigt werden, hängt von der Planungsaufgabe ab. Eine erste Gestaltungsskizze enthält weniger Details als eine Zeichnung, die einen maßgefertigten Einbau genauer beschreibt.


Unterschied zwischen Grundriss, Aufriss und Perspektive

Der Grundriss zeigt den Raum in einem gedachten horizontalen Schnitt. Er erklärt Wandverläufe, Türen, Fenster, Möblierung, Abstände und Laufwege. Höhen sind darin nur über zusätzliche Angaben erkennbar.


Der Innenraumaufriss zeigt eine Wand frontal. Er macht sichtbar, wie hoch ein Fenster sitzt, wie ein Einbauschrank gegliedert ist oder in welcher Beziehung Bilder, Leuchten und Möbel zueinander stehen.

Eine Perspektive vermittelt den räumlichen Eindruck aus einer bestimmten Blickposition. Sie zeigt Tiefe und Atmosphäre besonders anschaulich, eignet sich aber weniger für die exakte maßstäbliche Ablesung einzelner Wandflächen.


Die drei Darstellungen beantworten damit unterschiedliche Fragen:


Darstellung               Hauptaussage

Grundriss                    Lage, Fläche, Tiefe und Wege

Innenraumaufriss        Breite, Höhe und Wandaufteilung

Perspektive                 Räumliche Wirkung und Atmosphäre


Der Beitrag Einen Grundriss verstehen erklärt ausführlich, wie die horizontale Raumdarstellung gelesen und mit Ansichten sowie Perspektiven verbunden wird.


Die Blickrichtung eindeutig kennzeichnen

Ein Raum kann mehrere Innenraumaufrisse besitzen. Deshalb muss eindeutig erkennbar sein, welche Wand dargestellt wird. Im Grundriss wird die Blickrichtung durch einen Pfeil oder ein geeignetes Ansichtszeichen markiert.


Die Kennzeichnung erhält eine Nummer oder einen Buchstaben, beispielsweise „Ansicht A“ oder „Aufriss 01“. Dieselbe Bezeichnung erscheint unter der zugehörigen Zeichnung.


Die Blickrichtung wird aus dem Raum heraus auf die betreffende Wand gerichtet. Es sollte dabei einheitlich festgelegt werden, nach welchem System die Ansichten bezeichnet werden. Möglich sind fortlaufende Buchstaben, Zahlen oder eindeutige Wandbezeichnungen.


Ohne diese Zuordnung kann eine Wandansicht leicht falsch interpretiert werden. Ähnliche Fenster, Türen oder Einbauten in verschiedenen Räumen erhöhen dieses Risiko.


Der Aufriss benötigt verlässliche Maße

Ein Grundriss liefert Wandbreiten und Positionen, enthält aber nicht alle Höheninformationen. Für einen vollständigen Innenraumaufriss werden deshalb zusätzliche Maße benötigt:


  • Raumhöhe

  • Türhöhe

  • Fensterhöhe

  • Brüstungshöhe

  • Abstand zwischen Fenster und Decke

  • Höhe und Größe von Heizkörpern

  • Lage von Schaltern und Steckdosen

  • Höhe von Vorsprüngen und Nischen

  • Unterkante von Balken oder Abhangdecken

  • Maße vorhandener Einbauten


Diese Angaben werden bei der Bestandsaufnahme in zusätzlichen Wand- oder Schnittskizzen festgehalten. Der Artikel Einen Raum richtig ausmessen zeigt, wie Grundrissmaße und vertikale Angaben gemeinsam erfasst werden.

Geschwungene Bartheke aus hellem Stein mit Sitzplätzen und angrenzendem Restaurantbereich aus erhöhter Perspektive.

Einen Innenraumaufriss Schritt für Schritt zeichnen


Ausgangspunkt ist ein geprüfter Grundriss. Alle horizontalen Positionen der betrachteten Wand müssen darin nachvollziehbar sein. Dazu gehören Wandbreite, Tür- und Fensterlage, Nischen, Vorsprünge und feste Einbauten.


1. Wand und Blickrichtung auswählen

Im Grundriss wird festgelegt, welche Wand dargestellt werden soll. Ein Blickrichtungspfeil erhält eine eindeutige Bezeichnung, die später unter dem Aufriss wiederholt wird.

Bei komplexen Räumen kann eine Wand nicht vollständig in einer einzigen Ansicht erklärbar sein. Dann werden mehrere Aufrisse oder ergänzende Detaildarstellungen benötigt.


2. Maßstab und Blattaufteilung festlegen

Aufriss und Grundriss sollten möglichst im gleichen Maßstab angelegt werden. Dadurch lassen sich Maße leichter übertragen und beide Darstellungen unmittelbar vergleichen.


Für Interior-Design-Planungen eignet sich häufig der Maßstab 1:50. Ein Aufriss von Einbaumöbeln, Küchen oder detaillierten Wandgestaltungen kann in 1:20 oder 1:10 dargestellt werden.


Das Papierformat benötigt Platz für horizontale und vertikale Maßketten, Bezeichnungen, Materialhinweise und gegebenenfalls eine Legende.


Wie Maßstäbe berechnet und auf unterschiedliche Planungsaufgaben abgestimmt werden, erläutert der Beitrag Grundrisse maßstabsgerecht anlegen.


3. Fußboden, Decke und Wandbegrenzungen zeichnen

Zuerst wird eine waagerechte Fußbodenlinie angelegt. Darüber folgt im maßstäblichen Abstand die Deckenlinie. Seitliche Begrenzungen bestimmen die sichtbare Wandbreite.


Bei einer Raumhöhe von 2,50 Metern beträgt der Abstand im Maßstab 1:50 fünf Zentimeter. Im Maßstab 1:20 wird dieselbe Raumhöhe mit 12,5 Zentimetern dargestellt.


Fußboden und seitliche Wandbegrenzungen bilden den Rahmen. Alle weiteren Elemente werden innerhalb dieser Fläche positioniert.


4. Türen eintragen

Die horizontale Position und Breite der Tür werden aus dem Grundriss übernommen. Die Türhöhe stammt aus dem Aufmaß oder vorhandenen Planangaben.


Im Aufriss erscheint das Türblatt frontal. Zarge, Rahmen und gegebenenfalls Drücker können je nach Detailgrad ergänzt werden. Die Öffnungsrichtung wird im Grundriss meist eindeutiger dargestellt als in der Ansicht.


Eine hinter oder vor der betrachteten Ebene liegende Tür darf nicht ohne klare zeichnerische Unterscheidung behandelt werden. Linienart und Darstellung müssen zum jeweiligen Planinhalt passen.


5. Fenster und Brüstung darstellen

Fenster werden anhand ihrer horizontalen Lage in die Wand eingesetzt. Brüstungs- und Fensterhöhe bestimmen die vertikale Position. Rahmen, Flügelteilungen und Fensterbank können entsprechend dem benötigten Detailgrad ergänzt werden.


Unter dem Fenster liegende Heizkörper werden mit Breite, Höhe und Abstand zum Boden eingezeichnet. Auch Vorhänge, Rollos oder andere Elemente gehören in den Aufriss, wenn sie Teil des Konzeptes sind.


Der Aufriss macht besonders deutlich, wie Fenster, Möbel und Wandflächen zusammenwirken. Ein Schreibtisch kann im Grundriss passend wirken, in der Ansicht aber mit Fensterbank, Heizkörper oder Öffnungsflügel kollidieren.


6. Vorsprünge, Nischen und Deckenwechsel ergänzen

Wandnischen, Pfeiler und Installationsschächte werden mit ihrer tatsächlichen Breite und Höhe dargestellt. Auch Unterzüge, abgehängte Decken oder Lichtvouten können für die Gestaltung der Wand wichtig sein.


Wenn Tiefe für das Verständnis erforderlich ist, wird sie durch zusätzliche Maße, einen Schnitt oder eine Detailskizze ergänzt. Der Aufriss allein kann eine räumliche Tiefe nur begrenzt erklären.


7. Möbel und Einbauten zeichnen

Frei stehende Möbel vor der Wand werden frontal dargestellt. Breite und Höhe müssen maßstäblich sein. Ihre Tiefe geht aus dem Grundriss oder zusätzlichen Angaben hervor.


Bei Einbaumöbeln werden Korpus, Türen, Schubladen, offene Fächer und Sockel gegliedert. Materialstärken und Fugen werden nur so detailliert gezeigt, wie es die jeweilige Planungsphase erfordert.


Ein früher Entwurfsaufriss untersucht Proportionen und Aufteilung. Für Fertigung und Ausführung sind weitere Angaben, Details und eine Abstimmung mit den zuständigen Fachleuten notwendig.


8. Leuchten und Anschlüsse positionieren

Wand-, Pendel- und Einbauleuchten werden mit ihrer Höhe und Lage eingezeichnet. Gleiches gilt für Schalter, Steckdosen und technische Anschlüsse, wenn sie für die Planung relevant sind.


Horizontale und vertikale Bezugsmaße müssen eindeutig sein. Bei einer Steckdose genügt es nicht, nur ihre Höhe zu kennen. Auch der Abstand zu einer Wandkante oder einem Möbel wird benötigt.


9. Materialien und Flächen kennzeichnen

Farben, Holzflächen, Wandverkleidungen, Fliesen oder textile Elemente können im Aufriss durch zurückhaltende Schraffuren und Beschriftungen unterschieden werden.

Die Darstellung sollte lesbar bleiben. Eine sehr detaillierte Holzmaserung kann den Plan überladen und Maßangaben verdecken. Häufig genügt eine Materialbezeichnung oder vereinfachte Schraffur.


10. Maße und Bezeichnungen ergänzen

Horizontale Maßketten erklären Wandabschnitte, Öffnungsbreiten und Einteilungen. Vertikale Maßketten zeigen Raumhöhe, Brüstung, Fenster, Möbel und Anschlüsse.


Kleinere Teilmaße stehen näher an der Zeichnung, Gesamtmaße weiter außen. Maßlinien sollten sich möglichst wenig kreuzen.


Unter dem Aufriss stehen mindestens eindeutige Bezeichnung, Maßstab und Planstand. Weitere Planangaben richten sich nach Aufgabe und Projektorganisation.


Maße aus dem Grundriss übertragen

Die horizontale Position von Türen, Fenstern und Einbauten wird nicht erneut geschätzt. Sie wird aus dem maßstäblichen Grundriss übernommen oder anhand der dort angegebenen Maße konstruiert.


Hilfslinien können vom Grundriss zum Aufriss übertragen werden, wenn beide Darstellungen passend zueinander angeordnet sind. Alternativ werden die Maße mit Maßstabslineal oder rechnerisch umgesetzt.


Der Beitrag Einen Grundriss von Hand zeichnen zeigt, wie eine Bestandsaufnahme in eine klare, maßstäbliche Planzeichnung übertragen wird.

Liniengewichte und grafische Hierarchie


Ein Innenraumaufriss enthält häufig viele Informationen auf engem Raum. Unterschiedliche Liniengewichte verhindern, dass Wandbegrenzungen, Möbel, Fugen und Maßlinien optisch miteinander verschmelzen.


Ein einfaches System arbeitet mit drei Stärken:


  1. kräftig für begrenzende oder geschnittene Bauteile

  2. mittel für Möbel, Öffnungen und wichtige Konturen

  3. fein für Details, Schraffuren, Hilfs- und Maßlinien


Tiefe kann durch Liniengewichte angedeutet werden. Elemente im Vordergrund erhalten stärkere Konturen, weiter zurückliegende Flächen erscheinen feiner. Diese Abstufung bleibt zurückhaltend, weil der Aufriss grundsätzlich eine flächige und maßstäbliche Darstellung ist.


Flächige Schraffuren und Farben sollten die Konstruktion nicht überdecken. Maßzahlen und wichtige Konturen müssen auch nach der Materialdarstellung gut lesbar bleiben.


Verdeckte und angrenzende Elemente darstellen

Nicht alle Bauteile liegen auf derselben Ebene. Ein Sideboard steht vor der Wand, ein Einbauschrank kann in einer Nische liegen und eine Pendelleuchte hängt vor einer weiter entfernten Fläche.


Der Aufriss muss deshalb festlegen, welche Elemente sichtbar und für die Planung relevant sind. Verdeckte Bauteile werden nicht automatisch vollständig gezeichnet. Falls ihre Lage wichtig ist, können sie mit einer geeigneten Linienart oder in einer zusätzlichen Zeichnung dargestellt werden.


Seitlich angrenzende Wände werden häufig nur als Begrenzung oder schmaler umgeklappter Bereich gezeigt. Wird die räumliche Tiefe komplexer, liefert ein Schnitt oder Detail mehr Klarheit als eine überladene Ansicht.


Materialaufteilungen im Aufriss planen

Der Aufriss eignet sich besonders gut, um Fugen, Paneele, Fliesen und Farbflächen zu ordnen. Ihre Aufteilung lässt sich direkt mit Türen, Fenstern und Möbeln vergleichen.


Bei einer Fliesenwand stellt sich beispielsweise die Frage, wo das Raster beginnt. Schmale Reststücke an den Rändern können durch eine andere Achse vermieden werden. Auch die Beziehung zwischen Fugen, Waschtisch und Armaturen wird in der frontalen Darstellung sichtbar.


Holzpaneele oder Lamellen benötigen ebenfalls eine nachvollziehbare Teilung. Ein gleichmäßiges Raster kann durch Türen und Steckdosen unterbrochen werden. Solche Konflikte sollten im Aufriss erkannt werden, bevor Material bestellt oder montiert wird.


Die zeichnerische Darstellung der Oberflächen behandelt der Beitrag Materialien und Oberflächen zeichnen. Dort wird erklärt, wie Materialeigenschaften sichtbar werden, ohne eine Planzeichnung mit Strukturen zu überladen.


Licht im Innenraumaufriss darstellen

Wandleuchten, Lichtlinien und Pendelleuchten lassen sich mit ihrer genauen Höhe und Position eintragen. Eine zusätzliche Lichtwirkung kann durch dezente Helligkeitsverläufe angedeutet werden.


Der technische Standort der Leuchte und die gewünschte Atmosphäre sind zwei unterschiedliche Informationen. Der Aufriss kann beide enthalten, solange sie grafisch unterscheidbar bleiben. Eine klare Maßangabe zeigt die Position, während eine zurückhaltende Tonfläche den Lichtbereich vermittelt.


Bei reflektierenden Materialien und Wandverkleidungen hilft der Aufriss, Leuchten mit Fugen, Kanten und Möbeln abzustimmen. Für eine verlässliche technische Beleuchtungsplanung sind je nach Projekt weitere Angaben und Fachplanungen erforderlich.


Typische Fehler bei Innenraumaufrissen

Ein häufiger Fehler besteht darin, horizontale Positionen aus dem Grundriss und Höhen aus der Erinnerung zusammenzuführen. So entsteht eine scheinbar präzise Zeichnung, deren Angaben nicht auf einem verlässlichen Aufmaß beruhen.


Weitere typische Fehler sind:


  • Die Blickrichtung ist im Grundriss nicht markiert.

  • Grundriss und Aufriss verwenden unterschiedliche Maßstäbe.

  • Tür- oder Fensterpositionen werden geschätzt.

  • Brüstungs- und Raumhöhen fehlen.

  • Einbauten besitzen keine nachvollziehbaren Gesamtmaße.

  • Fächer und Fronten werden nur optisch verteilt.

  • Steckdosen und Schalter haben keine Bezugsmaße.

  • Linienstärken unterscheiden Vorder- und Hintergrund nicht.

  • Materialschraffuren verdecken Maße.

  • verschiedene Planungsstände werden vermischt

  • Planbezeichnung und Datum fehlen

  • die Zeichnung wird als ausführungsreif behandelt, obwohl Details ungeprüft sind


Eine Kontrollrunde vergleicht jeden Aufriss mit Grundriss, Aufmaß und weiteren Ansichten. Türen, Fenster und Möbel müssen in allen Darstellungen denselben Stand besitzen.


Innenraumaufrisse im Entwurfsprozess

Ein früher Aufriss untersucht Proportionen. Er zeigt, ob ein Sideboard zu niedrig wirkt, ein Regal die Wand überlädt oder zwischen Möbel und Decke ein unausgewogener Restbereich entsteht.


Mehrere kleine Varianten können unterschiedliche Aufteilungen vergleichen. Ein Einbau erhält beispielsweise einmal gleich breite Fronten, einmal ein offenes Mittelteil und in einer dritten Fassung eine asymmetrische Gliederung. Der Aufriss macht diese Unterschiede klarer sichtbar als der Grundriss.


Nach der Auswahl wird die Variante genauer bemaßt und mit Material- sowie Lichtentscheidungen verbunden. Die Zeichnung begleitet damit den Weg vom ersten Gedanken zur abgestimmten Wandgestaltung.


Wie einzelne Darstellungen zu einem schlüssigen Gesamtentwurf zusammengeführt werden, zeigt der Beitrag Vom ersten Strich zum Raumkonzept.


Aufrisse am IBKK zeichnen

Am IBKK lernen die Teilnehmer, Innenraumaufrisse aus Grundriss und Aufmaß zu entwickeln. Wandbreite, Raumhöhe, Öffnungen, Möbel und Anschlüsse werden maßstäblich und nachvollziehbar miteinander verbunden.


Dabei entstehen nicht nur technische Ansichten. Die Zeichnungen untersuchen auch Proportionen, Materialaufteilungen und Lichtwirkungen. Fachliches Feedback hilft, Maßfehler, unklare Blickrichtungen und gestalterische Konflikte frühzeitig zu erkennen.


Grundriss, Aufriss und Perspektive werden als zusammengehörige Werkzeuge behandelt. Wer dieselbe Raumidee in allen drei Darstellungen prüfen kann, entwickelt ein genaueres Verständnis für Fläche, Höhe und räumliche Wirkung.

Vom Grundriss zum Innenraumaufriss

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie eine ausgewählte Wand mit Raumhöhe, Tür, Fenster, Möbeln, Anschlüssen und Maßketten frontal und maßstäblich dargestellt wird.

Häufige Fragen zu Innenraumaufrissen


Was ist ein Innenraumaufriss?

Ein Innenraumaufriss ist die frontale, maßstäbliche Darstellung einer ausgewählten Innenwand. Er zeigt Breiten, Höhen, Öffnungen, Möbel, Einbauten, Anschlüsse und je nach Aufgabe auch Materialien sowie Beleuchtung.


Was ist der Unterschied zwischen Aufriss und Grundriss?

Der Grundriss zeigt den Raum horizontal von oben und erklärt Lage, Tiefe und Wege. Der Aufriss zeigt eine Wand frontal und macht Breiten, Höhen sowie Wandaufteilungen sichtbar.


Ist ein Innenraumaufriss perspektivisch?

Nein. Im Aufriss werden Breiten und Höhen ohne perspektivische Verkürzung dargestellt. Dadurch können Maße und Proportionen unmittelbar miteinander verglichen werden.


Wie erkennt man, welche Wand dargestellt wird?

Die Blickrichtung wird im Grundriss mit einem Pfeil oder Ansichtszeichen markiert. Eine eindeutige Nummer oder ein Buchstabe verbindet diese Markierung mit dem zugehörigen Aufriss.


Welcher Maßstab eignet sich für einen Innenraumaufriss?

Für übersichtliche Raumdarstellungen eignet sich häufig 1:50. Einbauten, Küchen, Bäder oder detaillierte Wandgestaltungen können in 1:20 oder 1:10 dargestellt werden.


Welche Maße braucht man für einen Aufriss?

Benötigt werden Wandbreite, Raumhöhe, Position und Höhe von Türen sowie Fenstern, Brüstungshöhen, Nischen, Einbauten, Möbelmaße und planungsrelevante Anschlüsse.


Werden Möbel im Aufriss eingezeichnet?

Ja, wenn sie für Wandgestaltung, Nutzung oder Proportion wichtig sind. Breite und Höhe werden im Aufriss gezeigt, während Tiefe und Abstand zur Wand aus dem Grundriss hervorgehen.


Wie werden Materialien dargestellt?

Materialien können durch reduzierte Schraffuren, Farbfelder und Beschriftungen gekennzeichnet werden. Die Darstellung darf Maße und wichtige Konturen nicht verdecken.


Kann ein Innenraumaufriss für einen Schreiner verwendet werden?

Ein Entwurfsaufriss kann eine Gestaltungsidee erklären. Für Fertigung und Montage sind je nach Aufgabe zusätzliche Maße, Details, Materialangaben, Toleranzen und eine Werkplanung erforderlich.


Muss jeder Raum vier Aufrisse haben?

Nicht unbedingt. Es werden die Ansichten erstellt, die für Verständnis und Planung erforderlich sind. Bei komplexen Räumen können mehrere Aufrisse nötig sein, bei einfachen Aufgaben möglicherweise nur eine oder zwei Wandansichten.


Fazit: Der Aufriss ergänzt die fehlende Höhe

Der Grundriss erklärt, wo ein Element liegt. Der Innenraumaufriss zeigt, wie hoch es sitzt, welche Proportion es besitzt und wie es sich zu Türen, Fenstern, Möbeln und Wandflächen verhält.


Eine klare Blickrichtung, verlässliche Maße und ein durchgängiger Maßstab verbinden beide Zeichnungen. Dadurch wird der Aufriss zu einem wichtigen Werkzeug für Einbauten, Wandgestaltung, Materialien und Beleuchtung. Gemeinsam mit Grundriss und Perspektive entsteht ein vollständigeres Verständnis des geplanten Raumes.

Der Autor:

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

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Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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