Ist Interior Design der richtige Beruf für mich?
Interior Design kann zu dir passen, wenn du Räume und Menschen gleichermaßen interessant findest, gern planst und bereit bist, Ideen mehrfach zu überarbeiten. Neben Kreativität brauchst du Genauigkeit, räumliches Denken, Kommunikationsfähigkeit und Ausdauer. Ob der Beruf wirklich passt, zeigt sich am besten durch praktische Übungen, reale Projektaufgaben und eine ehrliche Prüfung der eigenen Erwartungen.
Zwischen Traumberuf und tatsächlichem Arbeitsalltag
Interior Design besitzt eine starke Anziehungskraft. Räume verändern, Materialien zusammenstellen und aus einer Idee eine sichtbare Atmosphäre entwickeln – das klingt nach einem ausgesprochen kreativen Beruf.
Diese Seite des Berufs gibt es. Sie ist jedoch nur ein Teil der Arbeit.
Vor dem fertigen Raum stehen Gespräche, Maße, Grundrisse, Varianten, Korrekturen, Produktsuche, Budgetentscheidungen und Absprachen. Manchmal nimmt die Lösung einer unscheinbaren funktionalen Frage mehr Zeit in Anspruch als die Auswahl von Farben oder Möbeln.
Wer Interior Design als Beruf erwägt, sollte deshalb nicht nur fragen:
Gestalte ich gerne Räume?
Mindestens ebenso wichtig sind folgende Fragen:
Interessieren mich die Menschen, die den Raum benutzen?
Kann ich mich mit Maßen und Grundrissen beschäftigen?
Bin ich bereit, eine Idee mehrfach zu verändern?
Kann ich Entscheidungen erklären?
Arbeite ich sorgfältig?
Halte ich auch weniger kreative Projektphasen aus?
Kann ich mit Budget und Zeitrahmen umgehen?
Nehme ich fachliche Rückmeldungen an?
Der Beitrag „Welche Aufgaben übernimmt ein Interior Designer?“ vermittelt einen ausführlichen Eindruck vom tatsächlichen Projektalltag.
Der Beruf passt häufig zu Menschen, die Räume genau beobachten
Interior Designer nehmen Innenräume nicht nur als Gesamtbild wahr. Sie achten auf Wege, Proportionen, Licht, Materialien und die tatsächliche Nutzung.
Typische Beobachtungen sind:
Warum wird ein bestimmter Bereich kaum benutzt?
Weshalb wirkt ein Raum trotz großer Fläche eng?
Wo fehlt Stauraum?
Wie verändert das Tageslicht die Farben?
Welche Möbel behindern Bewegungsabläufe?
Warum fühlt sich eine Sitzgruppe nicht geschützt an?
Welche Materialien passen zur Beanspruchung?
Wer solche Fragen spannend findet, besitzt eine gute Ausgangslage.
Das bedeutet nicht, dass alle Antworten bereits bekannt sein müssen. Entscheidend ist die Neugier, räumliche Ursachen zu verstehen.
Interesse an Menschen gehört dazu
Interior Design ist kein rein ästhetischer Beruf. Räume werden für Menschen entwickelt, die unterschiedliche Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorstellungen mitbringen.
Eine Familie mit kleinen Kindern braucht andere Lösungen als ein allein lebender Berufstätiger. Ein Büro stellt andere Anforderungen als eine Ferienwohnung. Ein Ladenlokal muss Kunden führen, während ein Beratungsraum Ruhe und Vertraulichkeit ermöglichen soll.
Dafür müssen Interior Designer:
aufmerksam zuhören,
gezielte Fragen stellen,
widersprüchliche Wünsche ordnen,
Prioritäten erkennen,
persönliche Vorlieben respektieren,
fachliche Grenzen erklären,
Lösungen nachvollziehbar begründen.
Wer ausschließlich den eigenen Geschmack verwirklichen möchte, wird an dieser Stelle Schwierigkeiten bekommen.
Kreativität bedeutet mehr als Dekoration
Kreativität zeigt sich im Interior Design nicht nur durch ungewöhnliche Farben oder Möbel. Eine funktionale Lösung für einen kleinen Grundriss kann ebenso kreativ sein.
Kreative Aufgaben sind beispielsweise:
mehrere Nutzungen in einem Raum verbinden,
Stauraum unauffällig integrieren,
vorhandene Möbel neu einsetzen,
schwierige Proportionen ausgleichen,
ein begrenztes Budget sinnvoll verteilen,
Licht für verschiedene Situationen planen,
eine Markenidentität räumlich übersetzen.
Kreativität entsteht nicht immer spontan. Häufig entwickelt sie sich erst durch Analyse, Skizzen und den Vergleich mehrerer Varianten.
Planung sollte nicht abschrecken
Interior Designer arbeiten mit Grundrissen, Maßen, Abständen und Produktinformationen. Dabei ist keine Begeisterung für komplizierte Mathematik erforderlich. Ein sorgfältiger Umgang mit Zahlen und Proportionen gehört jedoch zum Beruf.
Ein Sofa muss in den Raum passen. Türen und Schränke müssen sich öffnen lassen. Laufwege dürfen nicht zu eng werden. Eine Leuchte muss im richtigen Verhältnis zu Tisch und Raumhöhe stehen.
Wer ausschließlich intuitiv arbeiten möchte und genaue Planung als lästige Einschränkung empfindet, wird im Berufsalltag immer wieder an Grenzen stoßen.
Muss man bereits zeichnen können?
Nein. Zeichnen ist erlernbar. Wichtig ist die Bereitschaft, es als Arbeitsmittel zu nutzen.
Mit Handskizzen lassen sich:
erste Ideen festhalten,
Grundrissvarianten entwickeln,
Proportionen untersuchen,
Möbel und Einbauten entwerfen,
Perspektiven zeigen,
Kundengespräche unterstützen.
Die Zeichnung muss keine freie Kunst sein. Sie muss räumliche Gedanken verständlich machen.
Welche Kenntnisse zu Beginn wirklich notwendig sind, erklärt „Welche Vorkenntnisse braucht man für Interior Design?“.

Welche Eigenschaften helfen im Berufsalltag?
Niemand muss am ersten Tag alle Fähigkeiten sicher beherrschen. Bestimmte Eigenschaften erleichtern jedoch die fachliche Entwicklung.
Neugier
Neugier führt dazu, Räume nicht vorschnell zu bewerten. Statt „Das gefällt mir nicht“ entsteht die Frage: Welche konkrete Wirkung stört mich und wodurch wird sie verursacht?
Beobachtungsgabe
Wer genau hinsieht, erkennt Zusammenhänge zwischen Nutzung, Licht, Material, Möbeln und Proportionen. Diese Fähigkeit wächst mit der Erfahrung.
Einfühlungsvermögen
Auftraggeber müssen sich verstanden fühlen. Ein Interior Designer übersetzt persönliche Wünsche in räumliche Lösungen, ohne den eigenen Geschmack zum alleinigen Maßstab zu machen.
Sorgfalt
Maße, Produktangaben und Planstände müssen stimmen. Eine ungenaue Skizze kann als frühe Idee völlig ausreichen. Eine Bestellung auf Grundlage falscher Maße kann dagegen teuer werden.
Ausdauer
Der erste Entwurf ist selten die endgültige Lösung. Grundrisse werden verglichen, Materialien ausgetauscht und Details überarbeitet.
Kommunikationsfähigkeit
Gute Ideen müssen erklärt werden. Dabei geht es nicht um besonders komplizierte Fachsprache. Auftraggeber und Projektpartner sollen verstehen, warum eine Lösung funktioniert.
Organisation
Termine, Lieferzeiten, Rückfragen, Freigaben und Dateien müssen zuverlässig verwaltet werden. Kreativität ohne Struktur reicht für einen professionellen Projektablauf nicht aus.
Verantwortungsbewusstsein
Interior Designer müssen wissen, welche Leistungen sie selbst übernehmen können und wann zusätzliche Fachleute benötigt werden. Technische, genehmigungspflichtige und sicherheitsrelevante Aufgaben verlangen entsprechende Qualifikationen.
Welche Fähigkeiten im Beruf konkret zusammenkommen, erläutert „Welche Fähigkeiten benötigen Interior Designer?“.
Was kann im Beruf anstrengend sein?
Eine realistische Berufswahl betrachtet nicht nur die angenehmen Seiten.
Unterschiedliche Kundenerwartungen
Nicht jeder Auftraggeber kann Wünsche klar formulieren. Manche Entscheidungen werden mehrfach verändert. Interior Designer müssen zuhören, strukturieren und gleichzeitig den vereinbarten Leistungsumfang im Blick behalten.
Budgetgrenzen
Nicht jede gestalterische Idee lässt sich finanzieren. Gute Planung benötigt Prioritäten und überzeugende Alternativen.
Lieferprobleme
Produkte können ausverkauft sein, verspätet geliefert werden oder nicht mehr in der gewünschten Ausführung existieren. Dann muss das Konzept angepasst werden, ohne seinen roten Faden zu verlieren.
Korrekturen
Entwürfe werden selten unverändert übernommen. Wer Überarbeitung grundsätzlich als Scheitern empfindet, erlebt den Projektalltag unnötig belastend.
Organisation
Ein erheblicher Teil der Arbeit besteht aus Recherche, Dokumentation, Abstimmung und Kontrolle. Diese Aufgaben sind weniger sichtbar als das fertige Raumkonzept, aber unverzichtbar.
Verantwortung
Eine attraktive Visualisierung kann Erwartungen erzeugen. Maße, Materialien und Umsetzbarkeit müssen deshalb sorgfältig geprüft und Darstellungen klar gekennzeichnet werden.
Woran erkennt man falsche Erwartungen?
Einige Vorstellungen vom Beruf sollten vor dem Einstieg überprüft werden:
"Ich wähle hauptsächlich Möbel und Farben aus."
Möbel und Farbe sind nur Teile eines umfassenderen Entwurfsprozesses. Nutzung, Grundriss, Laufwege, Proportionen, Licht und Budget kommen vorher oder gleichzeitig hinzu.
"Kreativität bedeutet völlige Freiheit."
Jedes Projekt besitzt Rahmenbedingungen. Raum, Nutzer, Geld, Zeit und Umsetzbarkeit begrenzen die Möglichkeiten. Gerade innerhalb dieser Grenzen entsteht professionelle Kreativität.
"Software übernimmt die Planung."
Programme stellen dar, was eingegeben wird. Sie entscheiden nicht automatisch, ob ein Raum funktioniert.
"KI entwickelt das fertige Konzept."
KI kann Bildideen und Varianten liefern. Maßstab, tatsächliche Materialien, Anschlüsse, Bewegungsflächen und fachliche Verantwortung bleiben offen.
"Ein Zertifikat reicht für den Berufseinstieg."
Ein Zertifikat dokumentiert eine Weiterbildung. Arbeitgeber und Auftraggeber achten zusätzlich auf Arbeitsproben, Berufserfahrung, Kommunikation und praktische Sicherheit.
"Selbstständigkeit bedeutet nur kreatives Arbeiten."
Selbstständige Interior Designer benötigen auch Akquise, Kalkulation, Verträge, Rechnungsstellung, Buchhaltung und Projektorganisation.
Welche Arbeitsform passt?
Interior Design kann angestellt, selbstständig oder als Zusatzqualifikation im vorhandenen Beruf eingesetzt werden.
Angestellte Tätigkeit
Eine Anstellung passt häufig zu Menschen, die:
gern im Team arbeiten,
feste Strukturen schätzen,
sich auf bestimmte Aufgaben konzentrieren möchten,
bestehende Kunden- und Lieferantenstrukturen nutzen wollen,
Berufserfahrung unter Anleitung sammeln möchten.
Selbstständigkeit
Selbstständigkeit passt eher zu Menschen, die zusätzlich:
wirtschaftlich denken,
Verantwortung für Akquise und Verträge übernehmen,
Leistungen kalkulieren,
Entscheidungen selbst organisieren,
mit schwankender Auslastung umgehen können.
Erweiterung des bisherigen Berufs
Für Raumausstatter, Möbelberater, Küchenplaner, Immobilienmakler und andere Berufsgruppen kann Interior Design eine Zusatzqualifikation sein. Ein vollständiger Berufswechsel ist dann nicht erforderlich.
Welche Tätigkeitsfelder sich daraus ergeben können, zeigt „Welche beruflichen Chancen bietet Interior Design?“.
Ein praktischer Selbstcheck
Der folgende Selbstcheck ist keine Prüfung und liefert keine endgültige Berufsentscheidung. Er hilft, die eigenen Erwartungen genauer zu betrachten.
Beobachtung und Raumverständnis
Betrachte ich Räume aufmerksam?
Interessiert mich, wie Menschen sie benutzen?
Möchte ich verstehen, warum eine Raumaufteilung funktioniert?
Fallen mir Licht, Wege, Proportionen und Materialien auf?
Zeichnung und Planung
Bin ich bereit, Grundrisse und Maßstäbe zu lernen?
Kann ich mich auf regelmäßige Zeichenübungen einlassen?
Arbeite ich sorgfältig mit Maßen?
Möchte ich räumliche Ideen selbst darstellen können?
Gestaltung
Interessiere ich mich für Farbe, Material und Licht?
Kann ich mehrere Varianten entwickeln?
Bin ich bereit, meinen ersten Einfall zu überprüfen?
Kann ich Gestaltung an andere Menschen und Nutzungen anpassen?
Kommunikation
Höre ich anderen aufmerksam zu?
Kann ich Wünsche ordnen und zusammenfassen?
Erkläre ich meine Entscheidungen verständlich?
Bleibe ich sachlich, wenn ein Entwurf kritisiert wird?
Organisation
Kann ich Termine und Aufgaben strukturieren?
Behalte ich Budget und Lieferzeiten im Blick?
Dokumentiere ich Entscheidungen sorgfältig?
Kann ich auch weniger kreative Aufgaben zuverlässig bearbeiten?
Berufliche Realität
Möchte ich angestellt oder selbstständig arbeiten?
Habe ich ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag?
Bin ich bereit, ein Portfolio aufzubauen?
Möchte ich mich regelmäßig weiterbilden?
Kann ich fachliche Grenzen transparent benennen?
Viele positive Antworten sprechen für eine gute Ausgangslage. Einzelne Unsicherheiten sind normal. Entscheidend ist, ob Interesse besteht, diese Bereiche zu entwickeln.
Drei praktische Übungen vor der Entscheidung
Bevor Zeit und Geld in eine Weiterbildung investiert werden, können kleine Aufgaben einen ersten Eindruck vermitteln.
Übung 1: Einen Raum analysieren
Wähle einen Raum aus deinem Alltag und notiere:
Wer nutzt ihn?
Welche Tätigkeiten finden dort statt?
Was funktioniert gut?
Wo entstehen Probleme?
Welche Wege werden häufig genutzt?
Wie verändert sich das Licht?
Welcher Stauraum fehlt?
Diese Aufgabe zeigt, ob die Analyse hinter der sichtbaren Gestaltung interessant ist.
Übung 2: Einen einfachen Grundriss erstellen
Miss den Raum aus und zeichne ihn in einem einfachen Maßstab. Trage Türen, Fenster und vorhandene Möbel ein. Entwickle anschließend eine zweite Möblierungsvariante.
Es geht noch nicht um eine perfekte Zeichnung. Entscheidend ist, ob die Beschäftigung mit Maßen und räumlichen Möglichkeiten Freude macht.
Übung 3: Ein Konzept erklären
Stelle für den Raum eine kleine Farb- und Materialauswahl zusammen. Begründe jede Entscheidung in einem Satz:
Warum passt die Farbe zur Nutzung?
Warum eignet sich das Material?
Wie verändert die Auswahl die Atmosphäre?
Welche vorhandenen Elemente werden aufgenommen?
Diese Übung zeigt, ob aus persönlichem Geschmack eine nachvollziehbare Entscheidung werden kann.
Einblick gewinnen, bevor man sich festlegt
Informationsgespräche, Unterrichtsproben, Fachveranstaltungen und Gespräche mit Berufstätigen helfen bei der Orientierung. Wichtig sind konkrete Fragen zum Alltag:
Wie viel Zeit entfällt auf Entwurf?
Wie viel Zeit wird für Organisation benötigt?
Wie entstehen neue Aufträge?
Welche Software wird tatsächlich verwendet?
Welche Fähigkeiten werden bei Bewerbungen erwartet?
Welche Aufgaben übernehmen andere Fachleute?
Wie lange dauerte der Aufbau eines Portfolios?
Ein realistischer Einblick ist wertvoller als eine idealisierte Darstellung in sozialen Medien.
Studium, Ausbildung oder Weiterbildung?
Die passende Qualifizierung hängt vom beruflichen Ziel ab.
Ein Studium kann richtig sein, wenn eine umfassende akademische Ausbildung oder der Weg zur geschützten Berufsbezeichnung Innenarchitekt angestrebt wird.
Eine Berufsausbildung eignet sich, wenn ein grundlegender praktischer Berufsabschluss in Handwerk, Gestaltung, Planung oder Handel gesucht wird.
Eine Weiterbildung passt häufig zu Berufstätigen und Quereinsteigern, die vorhandene Erfahrungen gezielt erweitern möchten.
Der Beitrag „Interior Design: Ausbildung, Studium oder Weiterbildung?“ vergleicht diese Wege im Detail.
Quereinstieg oder vollständiger Neubeginn?
Nicht jeder muss seine bisherige Berufserfahrung aufgeben. Oft entsteht gerade durch die Verbindung ein starkes Profil.
Beispiele:
Möbelhandel plus Raumplanung
Raumausstattung plus Entwurf
Immobilienwirtschaft plus Home-Staging
Tischlerei plus individuelle Raumkonzepte
Grafikdesign plus räumliche Markeninszenierung
Projektmanagement plus Bürogestaltung
Wie diese Verbindung aufgebaut werden kann, erläutert „Interior Design für Quereinsteiger“.
Welche Rolle spielt Talent?
Talent kann den Einstieg erleichtern. Langfristig sind Beobachtung, Übung, Feedback und Ausdauer jedoch wichtiger.
Wer zunächst unsicher zeichnet, kann große Fortschritte machen. Wer ein gutes Farbgefühl besitzt, muss trotzdem Grundriss und Materialeigenschaften lernen. Niemand bringt sämtliche erforderlichen Kompetenzen vollständig mit.
Die IBKK-Perspektive: Berufseignung zeigt sich beim Arbeiten
Die verlässlichste Antwort entsteht nicht durch einen theoretischen Persönlichkeitstest. Sie zeigt sich, wenn Menschen selbst messen, planen, zeichnen und gestalten.
Am IBKK werden deshalb fachliche Grundlagen mit praktischen Projekten verbunden:
Raumanalyse
Nutzer- und Funktionsplanung
Grundriss
Maßstab und Proportion
Handskizze
perspektivisches Zeichnen
Farbe und Material
Licht und Atmosphäre
Möbel und Stauraum
Präsentation
digitale Visualisierung
reflektierter Einsatz von KI
Die Teilnehmenden erleben den vollständigen Entwurfsprozess. Sie sehen, welche Aufgaben ihnen leichtfallen, wo sie üben müssen und welche persönlichen Stärken sich entwickeln.
Feste Unterrichtstage, direkter Austausch und persönliche Korrekturen schaffen ein realistisches Lernumfeld. So lässt sich nicht nur Interior Design lernen. Es wird auch sichtbar, ob die praktische Arbeitsweise zum eigenen beruflichen Ziel passt.
Passt Interior Design zu dir? Fünf ehrliche Fragen
Das Video zum Nachlesen
Interior Design verbindet Kreativität mit Grundriss, Kommunikation und Organisation. Das Video hilft mit fünf ehrlichen Fragen dabei, Erwartungen und persönliche Stärken realistisch einzuordnen.
Häufige Fragen zur Berufswahl
Muss man für Interior Design kreativ sein?
Kreativität ist wichtig, zeigt sich aber nicht nur in auffälligen Ideen. Auch eine funktionale Grundrisslösung, sinnvoller Stauraum oder eine gute Materialalternative können kreativ sein.
Muss man gut zeichnen können?
Nicht vor Beginn einer Weiterbildung. Handskizze, Grundriss und Perspektive lassen sich lernen. Regelmäßige Übung und persönliche Korrektur sind entscheidend.
Muss man gern mit Menschen arbeiten?
Ja, zumindest in vielen Tätigkeitsfeldern. Bedürfnisse müssen verstanden, Entwürfe erklärt und Rückmeldungen besprochen werden. Auch die Zusammenarbeit mit Herstellern und Fachbetrieben gehört häufig dazu.
Ist der Beruf hauptsächlich kreativ?
Nein. Kreativität ist ein Teil. Hinzu kommen Analyse, Maße, Grundrisse, Recherche, Organisation, Budget und Kommunikation.
Braucht man technisches Verständnis?
Grundlegendes technisches Interesse und ein sorgfältiger Umgang mit Maßen sind hilfreich. Komplexe technische Fachplanungen erfordern je nach Projekt entsprechend qualifizierte Fachleute.
Kann man als introvertierter Mensch Interior Designer werden?
Ja. Introversion schließt den Beruf nicht aus. Aufmerksames Zuhören kann sogar eine Stärke sein. Wichtig ist, dass Gespräche, Präsentationen und Abstimmungen zuverlässig bewältigt werden.
Muss man ständig neue Trends kennen?
Aktuelle Entwicklungen sind interessant, aber ein gutes Raumkonzept darf nicht ausschließlich Trends folgen. Nutzung, Proportion, Material, Licht und langfristige Qualität sind wichtiger.
Ist Interior Design ein sicherer Beruf?
Kein Bildungsweg garantiert eine bestimmte Stelle oder Auftragslage. Berufliche Chancen hängen von Qualifikation, Erfahrung, Portfolio, Spezialisierung, Region und wirtschaftlicher Entwicklung ab.
Sollte man sich sofort selbstständig machen?
Nicht unbedingt. Eine Anstellung oder ein schrittweiser nebenberuflicher Aufbau kann helfen, Erfahrung, Portfolio und Arbeitsprozesse zu entwickeln. Rechtliche und vertragliche Voraussetzungen müssen vorher geprüft werden.
Kann man als Quereinsteiger erfolgreich sein?
Ja. Besonders überzeugend sind Profile, die vorhandene Berufserfahrung sinnvoll mit Interior-Design-Kompetenzen verbinden. Praktische Projekte und ein gutes Portfolio sind dafür wichtig.
Wie kann man den Beruf vorab ausprobieren?
Hilfreich sind Raum- und Grundrissübungen, Unterrichtsproben, Informationsgespräche und Gespräche mit Berufstätigen. Auch ein überschaubares eigenes Projekt vermittelt einen realistischen Eindruck.
Was ist wichtiger: Talent oder Ausdauer?
Talent kann den Einstieg erleichtern. Ausdauer, Übung, Feedback und die Bereitschaft zur Überarbeitung sind langfristig wichtiger.
Fazit: Interesse am Ergebnis reicht nicht – auch der Weg muss gefallen
Interior Design kann der richtige Beruf sein, wenn nicht nur fertige Räume begeistern, sondern auch Analyse, Grundriss, Zeichnung und schrittweise Entwicklung Freude machen.
Der Beruf verlangt Kreativität und räumliches Denken, aber ebenso Kommunikation, Genauigkeit und Organisation. Niemand muss alle Fähigkeiten zu Beginn perfekt beherrschen. Lernbereitschaft und praktische Übung sind entscheidend.
Eine gute Berufsentscheidung entsteht nicht durch ein ideales Bild des Berufs. Sie entsteht durch konkrete Aufgaben, ehrliche Rückmeldung und die Erfahrung, wie es sich anfühlt, einen Raum von der ersten Analyse bis zur Präsentation zu entwickeln.

Der Autor:
Andreas M. Modzelewski
Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.
Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.
Zur Autorenseite
Interior Design praktisch lernen
In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior Design weiter erkunden

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.




