/
/
Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Innenarchitektur
Interior Design konzentriert sich häufig auf Raumkonzeption, Nutzung, Möblierung, Farbe, Material, Licht, Atmosphäre und Visualisierung. Innenarchitektur umfasst darüber hinaus die technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Planung von Innenräumen einschließlich damit verbundener baulicher Veränderungen. „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind in Deutschland gesetzlich geschützte Berufsbezeichnungen; „Interior Designer“ ist keine entsprechende geschützte Kammerbezeichnung.
Interior Design und Innenarchitektur sind nicht dasselbe
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Interior Design und Innenarchitektur häufig gleichgesetzt. Das ist nachvollziehbar, denn beide Tätigkeitsfelder beschäftigen sich mit Innenräumen, ihrer Nutzung und ihrer gestalterischen Wirkung.
Sowohl Interior Designer als auch Innenarchitekten können sich mit folgenden Themen befassen:
räumliche Funktionen,
Nutzerbedürfnisse,
Grundrisse,
Möblierung,
Proportionen,
Farbe,
Material,
Oberflächen,
Licht,
Atmosphäre,
Visualisierung,
Präsentation.
Trotz dieser Überschneidungen besteht ein wesentlicher Unterschied: Innenarchitektur ist in Deutschland eine gesetzlich geregelte Fachrichtung des Architektenberufs. Die Berufsbezeichnungen „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ dürfen nur unter den gesetzlich festgelegten Voraussetzungen geführt werden.
Interior Design bezeichnet dagegen ein gestalterisches Tätigkeitsfeld. Ausbildung, berufliche Erfahrung und Leistungsumfang können bei Interior Designern sehr unterschiedlich sein. Entscheidend ist deshalb nicht allein die verwendete Bezeichnung, sondern welche Qualifikation vorliegt und welche Leistungen im konkreten Projekt angeboten werden.
Was versteht man unter Interior Design?
Interior Design beschäftigt sich mit der funktionalen und atmosphärischen Gestaltung von Innenräumen.
Im Mittelpunkt stehen häufig Fragen wie:
Wer nutzt den Raum?
Welche Tätigkeiten finden dort statt?
Wie sollen Funktionsbereiche angeordnet werden?
Welche Möbel passen zu Raum und Nutzung?
Wie lassen sich Laufwege und Blickachsen verbessern?
Welche Farben und Materialien unterstützen das Konzept?
Wie kann Licht die gewünschte Wirkung erzeugen?
Wie lässt sich die Raumidee verständlich präsentieren?
Interior Designer entwickeln daraus ein zusammenhängendes Raumkonzept. Typische Arbeitsergebnisse können sein:
Briefings,
Raumanalysen,
Handskizzen,
Möblierungsgrundrisse,
Zonierungspläne,
Farbkonzepte,
Materialkonzepte,
Lichtideen,
Moodboards,
Materialboards,
Perspektivzeichnungen,
digitale Visualisierungen,
KI-gestützte Darstellungen,
Präsentationsunterlagen,
Möbel- und Produktauswahlen.
Der Schwerpunkt liegt dabei häufig auf Nutzung, Einrichtung, Gestaltung, Atmosphäre und visueller Kommunikation.
Was versteht man unter Innenarchitektur?
Innenarchitektur ist eine Fachrichtung der Architektur. Sie umfasst nicht nur Einrichtung und ästhetische Gestaltung, sondern auch die gestalterische, technische, wirtschaftliche, umweltgerechte und soziale Planung von Innenräumen.
Dazu können – abhängig von Projekt, Beauftragung und Landesrecht – auch mit dem Innenraum verbundene Veränderungen eines Gebäudes gehören.
Innenarchitekten beschäftigen sich beispielsweise mit:
Umbau und Innenausbau,
räumlichen Veränderungen im Bestand,
Grundriss- und Erschließungsfragen,
baulichen Konstruktionen im Innenraum,
Ausbau- und Anschlussdetails,
Material- und Bauteilaufbauten,
technischen Anforderungen,
Brandschutz,
Bauphysik,
Barrierefreiheit,
Kosten,
Ausschreibung und Vergabe,
Koordination von Fachplanern,
Begleitung und Überwachung der Ausführung.
Nicht jedes Innenarchitekturprojekt beinhaltet alle diese Leistungen. Ein kleiner Beratungsauftrag unterscheidet sich erheblich von einem genehmigungspflichtigen Umbau, einer Praxisplanung oder dem vollständigen Innenausbau eines Hotels.
Der wichtigste Unterschied: die Berufsbezeichnung
Die Berufsbezeichnungen „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind in Deutschland gesetzlich geschützt. Sie dürfen grundsätzlich nur von Personen geführt werden, die in die Architektenliste der entsprechenden Fachrichtung eingetragen oder aufgrund besonderer gesetzlicher Regelungen zur Führung berechtigt sind.
Die Eintragung setzt in der Regel einen entsprechenden Hochschulabschluss, eine vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit und weitere landesrechtliche Voraussetzungen voraus. Die Einzelheiten werden durch die Gesetze und Architektenkammern der Bundesländer geregelt.
Die Bezeichnung „Interior Designer“ ist dagegen keine entsprechende geschützte Berufsbezeichnung der Architektenkammern. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Tätigkeit beliebig oder ohne fachliche Anforderungen ausgeübt werden sollte. Professionelles Interior Design verlangt fundierte Kenntnisse, praktische Übung und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Grenzen der eigenen Qualifikation.
Warum ist die Unterscheidung wichtig?
Die Unterscheidung schützt Auftraggeber vor falschen Erwartungen.
Wer eine neue Möblierung, ein Farb- und Materialkonzept oder eine verständliche Visualisierung benötigt, kann mit einem qualifizierten Interior Designer sehr gut zusammenarbeiten.
Wenn dagegen tragende Bauteile, Brandschutz, Rettungswege, genehmigungspflichtige Nutzungsänderungen oder komplexe technische Planungen betroffen sind, müssen entsprechend qualifizierte und verantwortliche Fachleute einbezogen werden.
Professionelles Verhalten bedeutet deshalb auch, offen zu erklären:
Welche Qualifikation liegt vor?
Welche Leistungen werden übernommen?
Welche Leistungen werden nicht übernommen?
Wann werden Innenarchitekten, Architekten oder Fachplaner benötigt?
Wer trägt für welchen Planungsbereich die Verantwortung?
Eine zusätzliche begriffliche Abgrenzung bietet „Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Raumgestaltung?“.

Interior Design und Innenarchitektur im direkten Vergleich
Ausbildung und Qualifikation
Für Interior Designer existiert in Deutschland kein einheitlich gesetzlich vorgeschriebener Ausbildungsweg. Fachwissen kann beispielsweise durch gestalterische Ausbildungen, Weiterbildungen, ein Studium, Berufserfahrung oder eine Kombination dieser Wege erworben werden.
Deshalb können sich Qualifikationen und Spezialisierungen deutlich unterscheiden. Einige Interior Designer konzentrieren sich auf Wohnen und Möblierung, andere auf Visualisierung, Retail Design, Home Staging oder Beratung.
Innenarchitekten absolvieren ein entsprechendes Hochschulstudium. Für die Führung der geschützten Berufsbezeichnung ist anschließend grundsätzlich die Eintragung in die Architektenliste der jeweiligen Fachrichtung erforderlich. Dafür müssen die Voraussetzungen des zuständigen Bundeslandes erfüllt werden, zu denen regelmäßig auch berufspraktische Zeiten gehören.
Berufsbezeichnung
„Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind geschützte Berufsbezeichnungen. Auch ähnliche Wortverbindungen können berufsrechtlich relevant sein. Wer nicht zur Führung berechtigt ist, darf deshalb nicht den Eindruck erwecken, als eingetragener Innenarchitekt tätig zu sein.
„Interior Designer“ ist keine entsprechende Kammerbezeichnung. Die Bezeichnung allein erlaubt daher noch keine verlässliche Aussage über Ausbildung, Erfahrung oder Qualität. Auftraggeber sollten auf Arbeitsproben, Leistungsbeschreibung, Qualifikation und transparente Kommunikation achten.
Inhaltlicher Schwerpunkt
Interior Design konzentriert sich häufig auf:
Raumnutzung,
Funktionsbereiche,
Möblierung,
Proportionen,
Farbe,
Material,
Lichtwirkung,
Atmosphäre,
Handskizze,
Visualisierung,
Präsentation.
Innenarchitektur kann diese Bereiche ebenfalls umfassen und zusätzlich weitergehende bauliche und technische Planungsleistungen beinhalten.
Dazu können gehören:
Veränderungen von Raumstrukturen,
Innenausbau,
technische Ausbauplanung,
baurechtliche Anforderungen,
barrierefreie Planung,
Brandschutzkoordination,
Detailplanung,
Kostenplanung,
Ausschreibung,
Vergabe,
Koordination der Ausführung.
Grundrissplanung
Sowohl Interior Designer als auch Innenarchitekten können mit Grundrissen arbeiten. Die Zielsetzung und Planungstiefe können jedoch unterschiedlich sein.
Ein Interior Designer kann beispielsweise einen Möblierungsgrundriss entwickeln, um Funktionsbereiche, Möbelgrößen, Laufwege und Blickbeziehungen zu überprüfen.
Eine innenarchitektonische Planung kann darüber hinaus bauliche Veränderungen, technische Anschlüsse, Wandaufbauten, Türsituationen, Ausbaukonstruktionen und genehmigungsrelevante Anforderungen berücksichtigen.
Ein optisch ähnlicher Plan kann deshalb eine völlig andere fachliche Tiefe und Verantwortung besitzen.
Material und Oberfläche
Im Interior Design werden Materialien häufig nach Wirkung, Haptik, Farbe, Pflege, Beanspruchung, Kosten und Atmosphäre ausgewählt.
In der Innenarchitektur können zusätzlich technische Anforderungen relevant werden, beispielsweise:
Brandschutzverhalten,
Schallschutz,
Feuchtebeständigkeit,
Rutschhemmung,
Aufbauhöhen,
Befestigung,
Anschlüsse,
Normen und Zulassungen.
Auch hier ist die Grenze nicht das Material selbst, sondern die Tiefe der Planung und die damit verbundene Verantwortung.
Lichtplanung
Interior Designer entwickeln Lichtideen und untersuchen, wie Tageslicht und künstliche Beleuchtung Raumwirkung, Material, Farbe und Atmosphäre beeinflussen.
Bei komplexen Projekten können technische Berechnungen, Elektroplanung, Notbeleuchtung oder besondere Arbeitsplatzanforderungen notwendig werden. Dafür werden entsprechend qualifizierte Fachplaner und ausführende Fachbetriebe einbezogen.
Visualisierung und Präsentation
Beide Tätigkeitsfelder nutzen Skizzen, Pläne, Modelle und digitale Visualisierungen.
Im Interior Design liegt häufig ein besonderer Schwerpunkt auf:
Moodboards,
Stil- und Materialwelten,
Handskizzen,
atmosphärischen Perspektiven,
kundenorientierten Präsentationen.
In der Innenarchitektur kommen je nach Leistungsumfang zusätzlich detaillierte Planungs- und Ausführungsunterlagen hinzu.
Typische Aufgabenverteilung anhand eines Beispiels
Angenommen, ein ehemaliges Ladenlokal soll zu einer Praxis umgebaut werden.
Ein Interior Designer könnte beispielsweise:
die gewünschte Atmosphäre entwickeln,
Nutzerbedürfnisse analysieren,
Empfangs- und Wartebereiche konzipieren,
Möblierungsvarianten erstellen,
ein Farb- und Materialkonzept entwickeln,
eine Lichtstimmung vorschlagen,
den Entwurf visualisieren,
die Präsentation vorbereiten.
Ein Innenarchitekt könnte – abhängig von Auftrag und Berechtigung – zusätzlich:
notwendige bauliche Veränderungen planen,
Genehmigungsanforderungen prüfen,
Barrierefreiheit berücksichtigen,
Brandschutzbelange koordinieren,
Ausbaukonstruktionen detaillieren,
Fachplanungen abstimmen,
Kosten und Ausschreibungsunterlagen bearbeiten,
Vergabe und Ausführung begleiten.
In einem gut organisierten Projekt können beide Kompetenzbereiche miteinander verbunden werden.
Wann reicht eine Interior-Design-Beratung?
Eine Interior-Design-Beratung kann geeignet sein, wenn beispielsweise:
Möbel neu angeordnet oder ausgewählt werden sollen,
ein Raum funktionaler gegliedert werden soll,
ein Farb- und Materialkonzept benötigt wird,
eine neue Atmosphäre entstehen soll,
ein Moodboard oder Materialboard gewünscht wird,
räumliche Ideen visualisiert werden sollen,
das Potenzial einer Immobilie gezeigt werden soll,
keine komplexen baulichen oder genehmigungsrelevanten Veränderungen geplant sind.
Auch bei vermeintlich kleinen Projekten sollte vorab geprüft werden, ob technische oder rechtliche Anforderungen betroffen sind.
Wann sollte ein Innenarchitekt oder Architekt hinzugezogen werden?
Eine entsprechend qualifizierte planende Person sollte insbesondere geprüft beziehungsweise hinzugezogen werden, wenn:
Wände entfernt, versetzt oder neu errichtet werden sollen,
tragende Bauteile betroffen sein könnten,
eine Nutzungsänderung geplant ist,
Genehmigungen erforderlich sein könnten,
Rettungswege oder Brandschutz betroffen sind,
Barrierefreiheit verbindlich geplant werden muss,
komplexe technische Anlagen verändert werden,
umfangreiche Ausbau- und Detailplanungen erforderlich sind,
Ausschreibung und Bauüberwachung benötigt werden.
Ob und welche Genehmigungen erforderlich sind, hängt vom konkreten Projekt und vom jeweiligen Landesrecht ab. Eine pauschale Beurteilung allein anhand einer Website ist nicht möglich.
Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Interior Design und Innenarchitektur sollten nicht als konkurrierende Gegensätze betrachtet werden.
Ein Interior Designer kann besondere Stärken in Konzeptentwicklung, Handskizze, Möblierung, Farb- und Materialgestaltung, Visualisierung und Kundenkommunikation besitzen.
Ein Innenarchitekt bringt zusätzlich die gesetzlich geregelte Berufsqualifikation und – je nach Projekt und Landesrecht – weitergehende Kompetenzen für bauliche, technische und genehmigungsbezogene Planungsaufgaben ein.
Bei komplexeren Projekten kann eine Zusammenarbeit deshalb besonders sinnvoll sein.
Die verschiedenen Wege in das Berufsfeld stellt „Wie wird man Interior Designer?“ gegenüber.
Was bedeutet der Unterschied für die Berufswahl?
Wer beruflich Räume gestalten möchte, sollte zuerst klären, welche Aufgaben später übernommen werden sollen.
Interior Design kann passend sein, wenn du...
Räume funktional und atmosphärisch gestalten möchtest,
dich für Möblierung, Farbe, Material und Licht interessierst,
Ideen mit Handskizzen entwickeln möchtest,
Raumkonzepte visualisieren und präsentieren möchtest,
bestehende berufliche Kompetenzen erweitern willst,
im Möbelhandel oder in der Einrichtungsberatung arbeitest,
Immobilien räumlich besser präsentieren möchtest,
gestaltungsnahe Dienstleistungen anbieten willst,
eine berufsbegleitende Weiterbildung suchst.
Interior-Design-Kenntnisse können besonders wertvoll sein für:
Raumausstatter,
Einrichtungsberater,
Möbelberater,
Küchen- und Badplaner,
Tischler und Schreiner,
Immobilienmakler,
Home Stager,
Laden- und Messebauer,
Visualisierer,
Mitarbeiter in Planungsbüros.
Ein Studium der Innenarchitektur kann passend sein, wenn du...
ein Hochschulstudium absolvieren möchtest,
dich intensiv mit baulicher und technischer Planung befassen willst,
komplexe Umbau- und Ausbauprojekte bearbeiten möchtest,
später die geschützte Berufsbezeichnung anstrebst,
die Voraussetzungen für eine Kammereintragung erfüllen möchtest,
langfristig weitergehende Planungsverantwortung übernehmen willst.
Ein Studium allein führt dabei nicht automatisch in jedem Fall unmittelbar zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung. Die jeweiligen Voraussetzungen der zuständigen Architektenkammer müssen erfüllt werden.
Kann eine Weiterbildung ein Innenarchitekturstudium ersetzen?
Nein. Eine Weiterbildung im Interior Design ersetzt kein Hochschulstudium der Innenarchitektur und führt nicht zur Eintragung in die Architektenliste.
Sie kann aber fundierte, beruflich anwendbare Kompetenzen vermitteln, beispielsweise:
Raumanalyse,
Nutzerorientierung,
Handskizze,
perspektivisches Zeichnen,
Möblierungsplanung,
Grundrissverständnis,
Farbe und Material,
Lichtwirkung,
Visualisierung,
Präsentation,
Kundenkommunikation.
Für viele Tätigkeiten im Einrichtungs-, Möbel-, Immobilien- und Gestaltungsbereich können diese Kompetenzen unmittelbar nutzbar sein.
Entscheidend ist, die eigene Qualifikation transparent darzustellen und keine geschützte Berufsbezeichnung zu verwenden.
Darf ein Interior Designer Grundrisse erstellen?
Interior Designer können Grundrisse als Entwurfs- und Kommunikationsmittel erstellen, beispielsweise für:
Möblierungsvarianten,
Funktionsbereiche,
Laufwege,
Blickachsen,
Zonierungen,
Präsentationen.
Ein solcher Möblierungs- oder Konzeptgrundriss ist jedoch nicht automatisch eine genehmigungsfähige Bauvorlage oder vollständige Ausführungsplanung.
Sobald bauliche, technische oder genehmigungsbezogene Entscheidungen betroffen sind, muss geprüft werden, welche Qualifikation und Berechtigung für die konkrete Leistung erforderlich ist.
Darf ein Interior Designer Räume planen?
Der Begriff „Raumplanung“ kann Unterschiedliches bedeuten.
Im Interior Design kann damit die funktionale und gestalterische Planung eines Innenraums gemeint sein: Möblierung, Nutzungsbereiche, Laufwege, Farbe, Material, Licht und Atmosphäre.
Der Begriff darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bestimmte bauliche, technische und genehmigungsrelevante Leistungen besonderen Anforderungen unterliegen können.
Professionelle Interior Designer formulieren deshalb klar, welche Form der Planung sie anbieten.
Die IBKK-Perspektive: Kompetenz und Verantwortung gehören zusammen
Am IBKK vermitteln wir Interior Design als fundierten gestalterischen Entwurfsprozess.
Teilnehmende lernen, Räume zu analysieren, Nutzerbedürfnisse zu verstehen, Ideen mit der Hand zu skizzieren, Grundrisse und Möblierungen zu entwickeln und Farbe, Material und Licht zu einem nachvollziehbaren Konzept zu verbinden.
Ebenso wichtig ist uns die professionelle Einschätzung der eigenen Rolle.
Wer gestalterisch arbeitet, muss wissen:
Was kann ich fachlich beurteilen?
Welche Leistungen kann ich verantwortungsvoll anbieten?
Wo benötige ich zusätzliche Fachplanung?
Wie beschreibe ich meine Qualifikation korrekt?
Wie arbeite ich mit anderen Fachdisziplinen zusammen?
Digitale Programme und künstliche Intelligenz erweitern die Möglichkeiten der Visualisierung. Sie verändern jedoch weder berufsrechtliche Voraussetzungen noch die fachliche Verantwortung für eine Planung.
Die berufsbegleitende Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ vermittelt deshalb keine Berufsberechtigung als Innenarchitekt. Sie vermittelt anwendbare Kompetenzen in Raumkonzeption, Handskizze, Gestaltung und Präsentation.
Wer die Bildungsformen genauer vergleichen möchte, findet in „Interior Design: Ausbildung, Studium oder Weiterbildung?“ eine Entscheidungshilfe.
Interior Design oder Innenarchitektur – wo liegt der Unterschied?
Das Video zum Nachlesen
Das Video kurz zusammengefasst
Interior Design und Innenarchitektur beschäftigen sich beide mit funktionalen und atmosphärischen Innenräumen. Interior Design konzentriert sich häufig auf Nutzung, Möblierung, Farbe, Material, Licht, Visualisierung und Präsentation. Innenarchitektur kann darüber hinaus bauliche und technische Planung umfassen. Der wichtigste rechtliche Unterschied: „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind geschützte Berufsbezeichnungen und setzen grundsätzlich die Eintragung in eine Architektenliste voraus.
Häufig gestellte Fragen zum Unterschied
Ist Interior Design dasselbe wie Innenarchitektur?
Nein. Beide Tätigkeitsfelder überschneiden sich, sind aber nicht gleichzusetzen. Innenarchitektur ist eine gesetzlich geregelte Fachrichtung des Architektenberufs. Interior Design bezeichnet ein gestalterisches Tätigkeitsfeld mit unterschiedlichen Ausbildungswegen und Spezialisierungen.
Ist die Bezeichnung Interior Designer geschützt?
„Interior Designer“ ist keine entsprechende geschützte Berufsbezeichnung der deutschen Architektenkammern. Die Bezeichnungen „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind dagegen gesetzlich geschützt.
Wer darf sich Innenarchitekt nennen?
Die Berufsbezeichnung darf grundsätzlich nur führen, wer in die Architektenliste der Fachrichtung Innenarchitektur eingetragen oder aufgrund einer besonderen gesetzlichen Regelung dazu berechtigt ist. Die Voraussetzungen werden durch das jeweilige Landesrecht geregelt.
Braucht man für Interior Design ein Studium?
Für die Tätigkeit unter der Bezeichnung Interior Designer besteht kein einheitlich gesetzlich vorgeschriebener Studienabschluss. Eine qualifizierte Ausbildung oder Weiterbildung, praktische Übung und ein professionelles Verständnis der eigenen Leistungsgrenzen sind dennoch entscheidend.
Kann ein Interior Designer Grundrisse zeichnen?
Ja, beispielsweise Möblierungsgrundrisse, Funktionspläne und Entwurfsvarianten. Diese sind jedoch nicht automatisch genehmigungsfähige Bauvorlagen oder vollständige technische Ausführungspläne.
Darf ein Interior Designer Wände versetzen?
Sobald Bauteile verändert werden, müssen Konstruktion, Technik, Brandschutz und mögliche Genehmigungspflichten geprüft werden. Dafür sind entsprechend qualifizierte und berechtigte Fachleute einzubeziehen. Eine pauschale Antwort ist ohne Prüfung des konkreten Projektes nicht möglich.
Kann ein Interior Designer mit einem Innenarchitekten zusammenarbeiten?
Ja. Interior Designer können beispielsweise Raumkonzept, Möblierung, Materialwelt und Visualisierung entwickeln, während Innenarchitekten weitergehende bauliche und technische Planungsaufgaben übernehmen. Die genaue Aufgabenverteilung muss vertraglich und fachlich eindeutig geregelt werden.
Ist eine Interior-Design-Weiterbildung mit einem Innenarchitekturstudium vergleichbar?
Nein. Eine Weiterbildung hat ein anderes Ziel und einen anderen Umfang. Sie kann beruflich anwendbare Kompetenzen vermitteln, ersetzt aber kein Hochschulstudium und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung.
Woran erkenne ich einen qualifizierten Interior Designer?
Achten Sie auf nachvollziehbare Qualifikationen, Arbeitsproben, transparente Leistungsbeschreibungen, professionelle Entwurfsunterlagen und eine klare Kommunikation über fachliche Grenzen. Bei baulichen Projekten sollte außerdem erklärt werden, welche weiteren Fachleute beteiligt werden.
Wo kann ich überprüfen, ob jemand als Innenarchitekt eingetragen ist?
Die Architektenkammern der Bundesländer führen entsprechende Listen und bieten Informationen zur Mitgliedschaft und zum Titelschutz an. Für Nordrhein-Westfalen ist die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zuständig.

Der Autor:
Andreas M. Modzelewski
Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.
Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.
Zur Autorenseite
Interior Design praktisch lernen
In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior Design weiter erkunden

01 – Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Raumgestaltung?
„Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Raumgestaltung?“ grenzt umfassende Planung von einzelnen gestalterischen Maßnahmen ab.
02 – Wie wird man Interior Designer?
Der Beitrag „Wie wird man Interior Designer?“ erläutert die unterschiedlichen Bildungswege und beruflichen Möglichkeiten.
03 – Interior Design: Ausbildung, Studium oder Weiterbildung?
„Interior Design: Ausbildung, Studium oder Weiterbildung?“ hilft dabei, Qualifizierungswege anhand des persönlichen Berufsziels zu vergleichen.
04 – Interior Design ohne Studium lernen
Im Artikel „Interior Design ohne Studium lernen“ erfährst du, welche Möglichkeiten ein nicht akademischer Bildungsweg bietet und wo seine Grenzen liegen.
Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.




