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Welche Vorkenntnisse braucht man für Interior Design

Interior Design lernen und beruflich nutzen

Welche Vorkenntnisse braucht man für Interior Design?

Für den Einstieg ins Interior Design zählen Neugier, Lernbereitschaft und Freude an kreativen Aufgaben oft mehr als umfangreiche Vorkenntnisse.

Lernende arbeiten gemeinsam mit Laptop, Büchern und Notizen an einem kreativen Projekt.

Welche Vorkenntnisse braucht man für Interior Design?

Für den Einstieg sind keine perfekten Zeichen- oder Planungsvorkenntnisse notwendig. Hilfreich sind Interesse an Räumen, Beobachtungsgabe, grundlegendes technisches Verständnis und Freude am Gestalten. Grundriss, Maßstab, Handskizze, Perspektive, Farbe, Material und Licht lassen sich systematisch lernen. Berufserfahrung aus Möbelhandel, Handwerk, Immobilien oder Gestaltung kann den Einstieg zusätzlich erleichtern.

Man muss nicht fertig ausgebildet beginnen


Viele Interessierte schieben den Einstieg auf, weil sie glauben, bereits gut zeichnen, Grundrisse lesen oder mit professioneller Software umgehen zu müssen. Damit würden jedoch genau die Fähigkeiten vorausgesetzt, die eine fundierte Weiterbildung erst vermitteln soll.

Teilnehmer beginnen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Einige haben schon als Kinder viel gezeichnet. Andere arbeiten seit Jahren im Möbelhaus oder in einem Handwerksbetrieb. Manche beschäftigen sich privat intensiv mit Räumen, haben aber noch nie einen maßstäblichen Grundriss angefertigt.


Keiner dieser Ausgangspunkte ist automatisch richtig oder falsch. Entscheidend ist, ob der Lehrgang die unterschiedlichen Vorkenntnisse aufnimmt und zu einem gemeinsamen fachlichen Fundament führt.

Der Beitrag „Kann man Interior Design lernen?“ erklärt ausführlicher, wie sich räumliches Denken, Zeichnung und gestalterische Sicherheit entwickeln lassen.


Welche persönlichen Voraussetzungen sind hilfreich?

Bestimmte persönliche Eigenschaften erleichtern den Lernprozess, ohne als formelle Zugangsvoraussetzung gelten zu müssen.


Interesse an Räumen

Wer Interior Design lernen möchte, sollte sich nicht nur für Möbel und Dekoration interessieren. Spannend sollte auch die Frage sein, warum Räume funktionieren oder weshalb sie im Alltag Probleme verursachen.

Hilfreiche Beobachtungen sind:

  • Wie bewegen sich Menschen durch einen Raum?

  • Wo fällt Tageslicht ein?

  • Welche Bereiche wirken geschützt?

  • Warum erscheint ein Möbelstück zu groß?

  • Wo fehlt Stauraum?

  • Welche Materialien bestimmen die Atmosphäre?

  • Warum wirkt eine Farbzusammenstellung ruhig oder unruhig?

Dieses Interesse bildet den Ausgangspunkt für fachliches Lernen.


Genaues Beobachten

Interior Designer müssen Räume bewusst wahrnehmen. Maße, Proportionen, Licht, Wege und Materialien werden nicht nur oberflächlich betrachtet, sondern miteinander in Beziehung gesetzt.

Beobachtung lässt sich trainieren. Schon die genaue Analyse des eigenen Wohn- oder Arbeitsraumes schärft den Blick.


Offenheit für andere Menschen

Ein Raum wird nicht ausschließlich für den Geschmack des Gestalters entwickelt. Die Bedürfnisse der Nutzer stehen im Mittelpunkt.

Dafür braucht es:

  • aufmerksames Zuhören

  • gezielte Fragen

  • Interesse an unterschiedlichen Lebensweisen

  • Respekt vor persönlichen Vorlieben

  • Bereitschaft, die eigene Perspektive zu verlassen

Ein guter Entwurf kann ganz anders aussehen als der Raum, den man für sich selbst gestalten würde.


Geduld

Grundriss, Perspektive und Materialkonzept gelingen selten beim ersten Versuch. Planungen werden geprüft, verändert und weiterentwickelt.

Geduld bedeutet nicht langsames Arbeiten. Sie ermöglicht, eine Idee so lange zu bearbeiten, bis sie funktional und verständlich ist.


Offenheit für Feedback

Gestalterische Arbeit fühlt sich persönlich an. Deshalb kann eine Korrektur zunächst wie eine Bewertung der eigenen Person wirken. Fachliches Feedback richtet sich jedoch auf den Entwurf.

Eine gute Rückmeldung erklärt beispielsweise:

  • warum ein Laufweg zu eng ist,

  • weshalb eine Möbelgruppe nicht proportioniert wirkt,

  • wo eine Perspektive kippt,

  • welcher Funktionsbereich fehlt,

  • warum das Farbkonzept noch unruhig ist.

Wer solche Hinweise aufnimmt, entwickelt sich schneller.


Muss man kreativ sein?

Kreativität ist hilfreich, aber sie zeigt sich nicht nur in ausgefallenen Ideen. Im Interior Design kann eine besonders einfache Lösung für einen schwierigen Grundriss ebenso kreativ sein wie ein ungewöhnliches Materialkonzept.

Kreativität entsteht aus:

  • Beobachtung

  • Fachwissen

  • unterschiedlichen Varianten

  • Materialerfahrung

  • räumlichen Übungen

  • Rückmeldungen

  • bewusster Überarbeitung

Niemand muss zu Beginn ständig originelle Ideen produzieren. Ein klarer Entwurfsprozess schafft die Grundlage, auf der Ideen entstehen.

Wie Talent und Übung zusammenwirken, behandelt der Artikel „Braucht man Talent für Interior Design?“.


Muss man gut zeichnen können?

Nein. Wer bereits sicher zeichnet, besitzt einen Vorteil, doch fehlende Zeichenpraxis ist kein Ausschlussgrund.

Beim Interior Design dient Zeichnung als Werkzeug. Eine Skizze soll:

  • eine Raumidee festhalten,

  • Proportionen untersuchen,

  • Möbelstellungen vergleichen,

  • eine Perspektive zeigen,

  • Material- und Lichtideen vermitteln,

  • Kommunikation erleichtern.

Dafür braucht es keine fotorealistische Darstellung. Linienführung, räumliche Körper, Perspektive und Proportion lassen sich schrittweise lernen.

Eine gute Weiterbildung beginnt nicht mit der Erwartung einer perfekten Raumzeichnung. Sie baut die notwendigen Grundlagen verständlich auf.

Gruppe beim gemeinsamen Lernen im Freien mit Büchern und Laptop als Symbol für einen offenen Einstieg ins Interior Design.

Welche fachlichen Vorkenntnisse sind hilfreich?


Fachwissen ist zum Einstieg nicht zwingend erforderlich. Bestimmte Kenntnisse können den Lernweg jedoch erleichtern.


Grundrisse lesen

Wer bereits Grundrisse kennt, findet schneller Zugang zu Maßstab, Möbelanordnung und Laufwegen. Diese Erfahrung entsteht häufig in:

  • Immobilienwirtschaft

  • Möbel- und Küchenplanung

  • Bauzeichnung

  • Architektur- oder Planungsbüros

  • Handwerksbetrieben

  • eigener Bau- oder Renovierungserfahrung

Anfänger können das Lesen von Grundrissen systematisch lernen. Wichtig ist, dass nicht nur Symbole erklärt werden. Die zweidimensionale Darstellung muss mit dem realen Raum verbunden werden.


Maße und Proportionen einschätzen

Handwerker, Raumausstatter und Möbelberater besitzen häufig Erfahrung mit Maßen. Sie wissen, dass wenige Zentimeter über die Nutzbarkeit eines Möbelstücks oder einer Tür entscheiden können.

Für Interior Design wird diese Genauigkeit auf den gesamten Raum übertragen:

  • Möbelgrößen

  • Bewegungsflächen

  • Sitz- und Arbeitshöhen

  • Raumproportionen

  • Abstände

  • Stauraum

  • Blickachsen

Auch ohne Vorerfahrung lassen sich diese Punkte durch Aufmaß und maßstäbliche Grundrissübungen aufbauen.


Materialkenntnisse

Menschen aus Raumausstattung, Tischlerei, Bodenhandel oder Möbelbranche kennen häufig bereits Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Materialien.

Sie wissen beispielsweise:

  • wie sich Oberflächen anfühlen,

  • welche Materialien belastbar sind,

  • wie sie gepflegt werden,

  • wie sie verarbeitet werden,

  • wie sie altern,

  • welche Kosten entstehen können.

Teilnehmer ohne diese Erfahrung sollten im Unterricht mit Originalmustern arbeiten. Materialverständnis entsteht nicht allein über Bildschirme.


Farbkenntnisse

Ein persönliches Farbgefühl ist hilfreich. Für professionelle Gestaltung werden Farben zusätzlich systematisch untersucht.

Dazu gehören:

  • Farbton

  • Helligkeit

  • Sättigung

  • warme und kühle Wirkung

  • Kontraste

  • Mengenverhältnisse

  • Wechselwirkung

  • Einfluss des Lichts

  • Verbindung zu Materialien

Wer bisher intuitiv mit Farben gearbeitet hat, lernt, Entscheidungen genauer zu begründen.


Technisches Verständnis

Grundlegendes technisches Interesse erleichtert die Arbeit mit Maßen, Plänen, Möbelkonstruktionen und Beleuchtung. Es ist jedoch kein Ingenieurwissen erforderlich.

Hilfreich sind:

  • sorgfältiger Umgang mit Zahlen

  • Verständnis einfacher geometrischer Formen

  • Bereitschaft, Maße zu kontrollieren

  • Interesse an Material und Konstruktion

  • strukturierte Arbeitsweise

Technische Fachplanungen bleiben abhängig vom Projekt entsprechend qualifizierten Fachleuten vorbehalten.


Digitale Grundkenntnisse

Für einen hybriden oder online unterstützten Lehrgang sollten Teilnehmende grundlegende digitale Aufgaben bewältigen können:

  • E-Mails öffnen und versenden

  • Dateien speichern und wiederfinden

  • an einer Videokonferenz teilnehmen

  • Bilder oder Zeichnungen fotografieren

  • Dokumente hochladen

  • einfache Präsentationen betrachten

  • Kamera und Mikrofon bedienen

Professionelle Gestaltungssoftware muss nicht unbedingt vorher beherrscht werden. Die wichtigsten Programme und Arbeitsabläufe sollten passend zum Lehrgang vermittelt werden.


Berufliche Erfahrungen als Vorteil

Vorkenntnisse entstehen nicht nur durch gestalterische Berufe. Viele Kompetenzen aus anderen Tätigkeiten sind übertragbar.


Verkauf und Beratung

Erfahrung im Kundengespräch hilft, Bedürfnisse zu erkennen und Entscheidungen verständlich zu erklären.


Projektorganisation

Wer Termine, Budgets und Beteiligte koordiniert, bringt wichtige Fähigkeiten für den späteren Projektablauf mit.


Handwerk

Materialverständnis, Genauigkeit und Umsetzbarkeit sind starke Grundlagen.


Immobilienwirtschaft

Grundrissverständnis, Zielgruppenkenntnis und Erfahrung mit verschiedenen Wohnsituationen können direkt einfließen.


Kunst und Gestaltung

Farbe, Komposition, Zeichnung und Präsentation sind anschlussfähig. Ergänzt werden müssen funktionale Planung und Maßstab.


Hotellerie und Gastronomie

Kenntnisse über Gäste, Betriebsabläufe und Atmosphäre helfen bei der Gestaltung entsprechender Räume.

Der Beitrag „Interior Design für Quereinsteiger“ zeigt ausführlich, wie solche Berufserfahrungen mit neuen Gestaltungskompetenzen verbunden werden können.


Sind mathematische Kenntnisse erforderlich?

Für Interior Design braucht es im Alltag einen sicheren Umgang mit grundlegenden Berechnungen. Dazu gehören:

  • Längen und Abstände

  • Maßstab

  • Flächen

  • Mengen

  • einfache Kostenberechnungen

  • Umrechnung von Maßen

Höhere Mathematik ist für viele gestalterische Tätigkeiten nicht erforderlich. Sorgfalt ist wichtiger als komplizierte Formeln.

Wer einen Raum von 4,20 mal 3,60 Metern maßstäblich darstellen möchte, muss zuverlässig rechnen und Maße übertragen können. Diese Fähigkeiten lassen sich üben.


Braucht man handwerkliche Vorkenntnisse?

Nein. Handwerkliche Kenntnisse sind nützlich, aber nicht zwingend. Interior Designer müssen nicht sämtliche Arbeiten selbst ausführen.

Ein grundlegendes Verständnis für Materialien, Konstruktion und Verarbeitung verbessert jedoch die Planung. Es hilft auch bei der Kommunikation mit Tischlereien, Malerbetrieben, Raumausstattern und anderen Fachleuten.

Welche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich?


Ein Lehrgang für Quereinsteiger und Berufstätige sollte klar benennen, was zu Beginn noch nicht beherrscht werden muss.


Keine perfekten Zeichnungen

Teilnehmer müssen nicht bereits perspektivisch zeichnen können. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf regelmäßige Übungen einzulassen.


Keine professionelle Planungssoftware

Digitale Programme sind Werkzeuge. Eine Weiterbildung sollte zunächst räumliches Denken und Grundrissverständnis aufbauen und anschließend passende digitale Anwendungen vermitteln.


Kein eigenes Unternehmen

Selbstständigkeit ist nur eine mögliche berufliche Anwendung. Viele Teilnehmer nutzen Interior-Design-Kenntnisse im bestehenden Unternehmen oder für eine spätere Anstellung.


Keine Berufserfahrung in der Gestaltung

Auch Menschen aus fachfremden Berufen können einsteigen. Bestehende Kompetenzen aus Kommunikation, Organisation oder Beratung sind häufig wertvoller, als zunächst vermutet wird.


Kein Abitur als allgemeine Voraussetzung

Ob ein bestimmter Schulabschluss verlangt wird, hängt vom konkreten Bildungsangebot ab. Für viele berufliche Weiterbildungen stehen Motivation, berufliche Erfahrung und Lernbereitschaft stärker im Mittelpunkt.

Die verbindlichen Zugangsvoraussetzungen müssen beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.


Was sollte man vor Kursbeginn vorbereiten?

Ein guter Einstieg gelingt leichter, wenn einige praktische Voraussetzungen geschaffen werden.


Zeit einplanen

Neben dem Unterricht werden eigene Übungen und Projektarbeit benötigt. Ein realistischer Wochenplan sollte feste Zeiten enthalten.

Wie sich das mit einer bestehenden Tätigkeit verbinden lässt, erläutert „Interior Design berufsbegleitend lernen“.


Arbeitsplatz einrichten

Für den Einstieg reichen:

  • ausreichend großer Tisch

  • gute Beleuchtung

  • Zeichenpapier

  • Bleistifte und Fineliner

  • Lineal oder Maßstab

  • Ablage für Zeichnungen

  • Computer oder Tablet

  • stabile Internetverbindung

  • Kamera für Zeichnungsbesprechungen

Ein vollständig ausgestattetes Studio ist nicht notwendig.


Räume bewusst beobachten

Vor Kursbeginn können Teilnehmer damit beginnen, Innenräume genauer anzusehen. Fotos und kurze Notizen zu Licht, Laufwegen, Möbeln und Materialien schaffen erste Beobachtungsroutinen.


Eigene Erwartungen klären

Hilfreich ist eine kurze schriftliche Antwort auf folgende Fragen:

  • Warum möchte ich Interior Design lernen?

  • Wie möchte ich die Kenntnisse beruflich nutzen?

  • Welche Erfahrungen bringe ich mit?

  • Was möchte ich nach dem Lehrgang sicher beherrschen?

  • Welche Zeit kann ich regelmäßig einplanen?

Wie werden unterschiedliche Lernstände ausgeglichen?

In einer Gruppe treffen Anfänger und berufserfahrene Teilnehmer aufeinander. Eine gute Lehrstruktur nutzt diese Unterschiede, ohne jemanden zu überfordern oder zu unterfordern.

Grundlagen werden gemeinsam vermittelt. Darauf aufbauende Aufgaben können unterschiedlich vertieft werden.


Beispielsweise:

  • Anfänger zeichnen zunächst eine einfache Raumecke.

  • Fortgeschrittene ergänzen Möbel, Material und Licht.

  • Teilnehmer mit Handwerkserfahrung vertiefen Materialübergänge.

  • Menschen aus Beratung entwickeln ein ausführlicheres Briefing.

  • Mitarbeiter aus dem Möbelhandel bearbeiten komplexere Möblierungsvarianten.

Alle arbeiten am gleichen fachlichen Prinzip, aber mit unterschiedlicher Vertiefung.


Was ist wichtiger als Vorkenntnisse?

Langfristig zählen bestimmte Arbeitsweisen stärker als der Ausgangspunkt:

  • regelmäßig üben

  • Aufgaben sorgfältig bearbeiten

  • Fragen stellen

  • Rückmeldungen aufnehmen

  • Fehler korrigieren

  • Varianten entwickeln

  • Ergebnisse dokumentieren

  • den eigenen Fortschritt beobachten

Wer mit vielen Vorkenntnissen startet, aber kaum übt, entwickelt sich möglicherweise langsamer als ein motivierter Anfänger.


Wie erkennt man eine anfängergeeignete Weiterbildung?

Vor der Anmeldung sollten Interessierte prüfen:

  • Werden keine fertigen Zeichenkenntnisse vorausgesetzt?

  • Beginnt der Unterricht mit verständlichen Grundlagen?

  • Gibt es persönliche Korrekturen?

  • Werden Grundriss und Maßstab erklärt?

  • Wird Handskizze Schritt für Schritt vermittelt?

  • Entstehen eigene Projekte?

  • Sind Fragen während des Unterrichts möglich?

  • Gibt es feste Ansprechpartner?

  • Werden unterschiedliche Vorkenntnisse berücksichtigt?

  • Ist der Lernaufwand transparent?

  • Werden berufliche Möglichkeiten realistisch beschrieben?

Ein Lehrgang ist nicht anfängergeeignet, nur weil keine formale Aufnahmeprüfung stattfindet. Entscheidend ist, ob der Unterricht Anfänger tatsächlich begleitet.

Weiterbildung ohne Studium

Wer keine akademische Vorbildung besitzt, kann Interior Design über einen praxisorientierten Bildungsweg lernen. Eine Weiterbildung sollte jedoch nicht so dargestellt werden, als ersetze sie ein Innenarchitekturstudium.

Der Beitrag „Interior Design ohne Studium lernen“ erklärt, welche Tätigkeiten möglich sind, welche fachlichen Grundlagen benötigt werden und wo rechtliche Grenzen liegen.


Die IBKK-Perspektive: Wir beginnen bei den Grundlagen

Am IBKK sollen Teilnehmer nicht bereits können, was sie erst lernen möchten. Deshalb beginnt der Entwurfsprozess bei Beobachtung, Raumverständnis und Zeichnung.

Der Unterricht verbindet:

  • Raumanalyse

  • Aufmaß

  • Grundriss und Maßstab

  • Funktionsplanung

  • Handskizze

  • Perspektive

  • Proportion

  • Farbe und Material

  • Licht

  • Möbel und Stauraum

  • Präsentation

  • digitale Visualisierung

  • reflektierten Einsatz von KI

Die Handskizze besitzt eine zentrale Rolle. Sie wird nicht als fertiges Talent vorausgesetzt, sondern schrittweise aufgebaut. Persönliche Korrekturen zeigen, wie Linien, Proportionen und Perspektive verbessert werden können.

Teilnehmer mit beruflicher Erfahrung erhalten Raum, ihre Kenntnisse einzubringen. Menschen ohne gestalterischen Hintergrund bekommen eine verständliche Grundlage. So entsteht kein Wettbewerb um den besten Startpunkt, sondern ein gemeinsamer Lernprozess.

Interior Design lernen: Was musst du vorher können?

Das Video zum Nachlesen

Perfekte Zeichnungen und professionelle Softwarekenntnisse sind für den Einstieg nicht erforderlich. Das Video zeigt, welche persönlichen Voraussetzungen helfen und welche fachlichen Grundlagen im Unterricht entstehen.

Häufige Fragen zu den Voraussetzungen


Muss man vor dem Lehrgang zeichnen können?

Nein. Eine fundierte Weiterbildung sollte Linienführung, Grundriss und Perspektive schrittweise vermitteln. Regelmäßige Übung und persönliche Korrektur sind wichtiger als vorhandene Perfektion.


Braucht man räumliches Vorstellungsvermögen?

Räumliches Vorstellungsvermögen ist hilfreich, lässt sich aber trainieren. Grundrisse, Ansichten, Perspektiven, Modelle und die Analyse realer Räume verbessern das Verständnis.


Muss man kreativ sein?

Gestalterisches Interesse hilft. Kreativität entwickelt sich jedoch auch durch Wissen, Beobachtung und Variantenbildung. Niemand muss ständig spontane oder außergewöhnliche Ideen produzieren.


Benötigt man Berufserfahrung?

Nein. Berufserfahrung aus Möbelhandel, Handwerk, Immobilienwirtschaft, Planung oder kreativen Bereichen kann den Einstieg erleichtern, ist aber keine allgemeine Voraussetzung.


Muss man Grundrisse lesen können?

Nicht unbedingt. Das Lesen und Anfertigen einfacher Grundrisse sollte Bestandteil der Weiterbildung sein. Vorhandene Kenntnisse ermöglichen lediglich einen schnelleren Einstieg.


Braucht man mathematische Kenntnisse?

Grundlegendes Rechnen mit Maßen, Flächen und Maßstäben ist wichtig. Höhere Mathematik wird für viele gestalterische Aufgaben nicht benötigt.


Sind handwerkliche Kenntnisse erforderlich?

Nein. Material- und Konstruktionswissen ist hilfreich, kann aber aufgebaut werden. Technische und handwerkliche Fachleistungen werden von entsprechend qualifizierten Betrieben übernommen.


Muss man vorab eine Planungssoftware beherrschen?

Nein. Software sollte im Zusammenhang mit dem Entwurfsprozess vermittelt werden. Räumliches Denken, Grundriss und Handskizze bilden zunächst die Grundlage.


Braucht man Abitur?

Das hängt von den Zugangsvoraussetzungen des jeweiligen Bildungsangebots ab. Für viele berufliche Weiterbildungen ist kein Abitur erforderlich. Die konkreten Bedingungen müssen beim Anbieter geprüft werden.


Welche technische Ausstattung braucht man?

Für hybride oder digitale Unterrichtsanteile sind Computer oder Tablet, stabile Internetverbindung, Kamera und Mikrofon hilfreich. Für das Zeichnen werden zunächst Papier, Bleistifte, Fineliner, Lineal und Maßstab benötigt.


Wie viel Zeit sollte man zum Üben einplanen?

Der Umfang hängt von Vorkenntnissen und Projektphase ab. Mehrere kurze Übungen und eine längere Projektphase pro Woche schaffen einen guten Lernrhythmus.


Kann man auch als vollständiger Anfänger teilnehmen?

Ja, wenn der Lehrgang bei den Grundlagen beginnt und persönliche Betreuung bietet. Vor der Anmeldung sollte geprüft werden, ob Zeichnung, Grundriss und Perspektive tatsächlich schrittweise vermittelt werden.


Fazit: Der Ausgangspunkt entscheidet nicht über das Ergebnis

Für den Einstieg in Interior Design sind keine perfekten Zeichenkenntnisse und keine langjährige Berufserfahrung erforderlich. Interesse an Räumen, genaue Beobachtung, Lernbereitschaft und regelmäßige Übung schaffen eine gute Grundlage.


Vorhandene Kenntnisse aus Möbelhandel, Handwerk, Immobilienwirtschaft, Planung oder kreativen Berufen können den Lernweg erleichtern. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch die fachlichen Grundlagen des Interior Designs.


Eine gute Weiterbildung führt unterschiedliche Ausgangspunkte zusammen. Sie vermittelt Grundriss, Maßstab, Handskizze, Perspektive, Farbe, Material, Licht und Präsentation so, dass Teilnehmer ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt entwickeln können.

Der Autor:

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Zur Autorenseite

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

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Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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