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Ein Interior-Design-Portfolio aufbauen

Kunden, Projekte und Präsentation

Ein Interior-Design-Portfolio aufbauen

Präsentiere deine Projekte, Arbeitsweise und gestalterische Handschrift so, dass Kompetenz und Qualität auf den ersten Blick sichtbar werden.

Designerin stellt anhand von Farbfächern und Materialmustern eine Farb- und Materialauswahl für ein Interior-Design-Projekt zusammen.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Wie baut man ein Interior-Design-Portfolio auf?

Ein gutes Interior-Design-Portfolio zeigt wenige sorgfältig ausgewählte Projekte mit einer klaren Geschichte. Zu jedem Projekt gehören Aufgabe, Nutzer, Entwurfsidee, Grundriss, Skizzen, Materialien und Ergebnis. Die eigene Rolle und der Projektstatus müssen ehrlich bezeichnet werden. Ein einheitliches Layout, kurze Texte und hochwertige Darstellungen machen Arbeitsweise, fachliche Fähigkeiten und gestalterische Haltung verständlich.

Ein Portfolio zeigt, wie jemand denkt und gestaltet


Ein Portfolio ist mehr als eine Sammlung fertiger Bilder. Es vermittelt, welche Aufgaben eine Interior Designerin oder ein Interior Designer bearbeiten kann, wie Entscheidungen entstehen und welche gestalterische Haltung erkennbar wird.


Ein überzeugendes Endbild kann Aufmerksamkeit erzeugen. Für die fachliche Beurteilung reicht es jedoch nicht aus. Kunden, Arbeitgeber und Kooperationspartner möchten erkennen, ob die dargestellte Lösung aus einer nachvollziehbaren Planung hervorgegangen ist.


Deshalb zeigt ein gutes Portfolio nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin: Bedarfsanalyse, erste Ideen, Grundriss, Varianten, Materialentscheidungen und räumliche Ausarbeitung.


Das Ziel des Portfolios festlegen

Bevor Projekte ausgewählt werden, muss geklärt sein, für wen das Portfolio gedacht ist. Ein Portfolio für eine Bewerbung kann anders aufgebaut sein als eine Unterlage für private Kunden, Immobilienunternehmen oder Handwerksbetriebe.


Mögliche Ziele sind:


  • Bewerbung bei einem Planungsbüro

  • Vorstellung bei potenziellen Kunden

  • Aufbau einer selbstständigen Tätigkeit

  • Präsentation einer Weiterbildung

  • Akquise von Kooperationspartnern

  • Spezialisierung auf eine bestimmte Zielgruppe

  • Dokumentation der eigenen Entwicklung

  • digitale Präsentation auf der Website


Die Zielgruppe beeinflusst Auswahl, Reihenfolge und Umfang. Ein Möbelhaus interessiert sich möglicherweise besonders für Beratung, Möblierung und Materialkenntnis. Ein Planungsbüro achtet stärker auf Grundrisse, Aufrisse, Entwurfsprozess und sorgfältige Dokumentation.


Eigene Kompetenzen definieren

Das Portfolio sollte zeigen, welche Fähigkeiten vorhanden sind. Eine kurze Bestandsaufnahme hilft bei der Projektauswahl.


Dazu können gehören:


  • Kundenwünsche erfassen

  • Räume ausmessen

  • Grundrisse lesen und zeichnen

  • Raumfunktionen analysieren

  • Möbel positionieren

  • Perspektivisch zeichnen

  • Handskizzen entwickeln

  • Moodboards erstellen

  • Farben und Materialien kombinieren

  • Lichtkonzepte entwickeln

  • Visualisierungen erstellen

  • Entwürfe präsentieren

  • Projekte dokumentieren


Nicht jede Kompetenz benötigt ein eigenes Projekt. Ein gut aufbereitetes Raumkonzept kann mehrere Fähigkeiten gleichzeitig zeigen.


Wenige starke Projekte auswählen

Ein umfangreiches Portfolio ist nicht automatisch überzeugend. Fünf sorgfältig dokumentierte Projekte können mehr aussagen als zwanzig Seiten mit unverbundenen Bildern.


Geeignet sind Projekte, die:


  • eine klare Aufgabe besitzen,

  • den eigenen Anteil sichtbar machen,

  • unterschiedliche Fähigkeiten zeigen,

  • ausreichend gutes Material bieten,

  • zum gewünschten Tätigkeitsfeld passen,

  • eine nachvollziehbare Entwicklung enthalten.


Sehr ähnliche Projekte können sich gegenseitig schwächen. Wenn mehrere Wohnräume dieselbe Farbpalette, Möblierung und Darstellungsart besitzen, entsteht wenig fachliche Breite.


Qualität und Relevanz vor Vollständigkeit

Nicht jede Übung muss in das Portfolio. Frühere Arbeiten können ersetzt werden, sobald ein neueres Projekt dieselbe Kompetenz besser zeigt.


Bei der Auswahl helfen folgende Fragen:


  • Was soll dieses Projekt über mich zeigen?

  • Welche Fähigkeit ist besonders gut erkennbar?

  • Ist der Entwurfsprozess nachvollziehbar?

  • Sind Zeichnungen und Bilder ausreichend hochwertig?

  • Passt das Projekt zur Zielgruppe?

  • Wiederholt es nur ein anderes Beispiel?

  • Kann ich meine eigene Rolle eindeutig erklären?


Auch Übungsprojekte dürfen gezeigt werden

Ein Portfolio am Beginn der beruflichen Entwicklung muss nicht ausschließlich aus real ausgeführten Kundenaufträgen bestehen. Eigene Entwürfe, Studienprojekte und Aufgaben aus einer Weiterbildung können fachliche Fähigkeiten überzeugend zeigen.


Sie müssen klar bezeichnet werden:


  • freier Entwurf

  • Studienprojekt

  • Übungsaufgabe

  • Wettbewerbsbeitrag

  • nicht realisierte Planung

  • ausgeführtes Kundenprojekt

  • Mitarbeit in einem Projektteam


Ein nicht gebauter Entwurf verliert nicht automatisch an Wert. Problematisch wird es erst, wenn eine Visualisierung den Eindruck eines realisierten Projektes erweckt.


Die eigene Rolle ehrlich angeben

Bei Teamprojekten muss erkennbar sein, welche Leistungen selbst erbracht wurden.


Mögliche Angaben sind:


  • Konzeptentwicklung

  • Grundrissplanung

  • Handskizzen

  • Materialrecherche

  • Innenraumaufrisse

  • Visualisierung

  • Projektassistenz

  • Präsentationslayout

  • Ausführungsbegleitung

  • Fotografie


Auch das Gesamtteam oder verantwortliche Büro sollte nach den getroffenen Vereinbarungen genannt werden. Transparenz schafft Vertrauen und verhindert, dass fremde Leistungen als eigene ausgegeben werden.

Kreativer Arbeitsplatz mit Interior Designer, Referenzbildern und visuellen Entwürfen für den Aufbau eines Design-Portfolios.

Jedes Projekt als verständliche Geschichte aufbauen


Ein Portfolio wird klarer, wenn alle Projekte einer ähnlichen Grundstruktur folgen. Leser müssen dann nicht bei jedem Beispiel neu herausfinden, worum es geht.


Mit einer kurzen Projektübersicht beginnen

Am Anfang stehen die wichtigsten Informationen:


  • Projektname

  • Art und Ort des Projektes

  • Jahr

  • Projektstatus

  • Aufgabenstellung

  • Zielgruppe oder Nutzer

  • Größe oder Umfang

  • eigene Rolle

  • verwendete Methoden oder Programme


Ein kurzer Einstieg reicht. Lange Projektbeschreibungen werden in Portfolios häufig nicht vollständig gelesen.


Beispiel:


Kompaktes Apartment für einen Berufspendler
Freier Entwurf, 2026. Ziel war eine flexible Einrichtung für Wohnen, Schlafen und Homeoffice auf begrenzter Fläche. Eigene Leistungen: Bedarfsanalyse, Grundriss, Handskizzen, Materialkonzept und Visualisierung.


Die Ausgangslage zeigen

Ein Bestandsgrundriss, ein Foto oder eine kurze Problembeschreibung erklärt, worauf der Entwurf reagiert.


Die Ausgangslage kann enthalten:


  • ungünstige Möblierung

  • fehlenden Stauraum

  • schwierige Proportionen

  • unklare Raumfunktion

  • unzureichende Beleuchtung

  • mehrere konkurrierende Nutzungen

  • vorhandene Möbel oder Bauteile

  • besondere Nutzeranforderungen


Ohne diese Informationen bleibt unklar, ob das Ergebnis eine anspruchsvolle Aufgabe löst oder lediglich eine attraktive Raumszene darstellt.


Nutzer und Briefing knapp zusammenfassen

Die wichtigsten Anforderungen werden auf wenige Punkte reduziert:


  • Wer nutzt den Raum?

  • Welche Funktionen werden benötigt?

  • Was ist unverzichtbar?

  • Welche Atmosphäre ist gewünscht?

  • Welche Einschränkungen bestehen?


Das vollständige Briefing muss nicht abgebildet werden. Entscheidend sind die Anforderungen, die den Entwurf sichtbar beeinflussen.


Erste Ideen und Handskizzen zeigen

Frühe Skizzen machen die Entwurfsentwicklung nachvollziehbar. Sie müssen nicht perfekt aussehen. Gerade ihre Direktheit zeigt, wie Varianten untersucht und räumliche Entscheidungen entwickelt wurden.


Geeignet sind:


  • Funktionsdiagramme

  • Grundrissskizzen

  • Perspektivstudien

  • Möblierungsvarianten

  • Form- und Materialideen

  • Detailzeichnungen

  • kommentierte Skizzen


Die Auswahl sollte gezielt sein. Eine große Zahl fast identischer Skizzen überlädt das Projekt.


Den Grundriss lesbar darstellen

Ein Portfoliogrundriss muss nicht jede technische Information eines Ausführungsplanes enthalten. Er sollte jedoch maßstäblich plausibel und verständlich sein.


Wichtig sind:


  • klare Wanddarstellung

  • Türen und Öffnungsrichtungen

  • realistische Möblierung

  • Raumbezeichnungen

  • nachvollziehbare Laufwege

  • Maßstab oder wichtige Maße

  • Nordrichtung, wenn relevant

  • eindeutige Legende

  • gute Lesbarkeit in der tatsächlichen Ausgabegröße


Sehr feine Linien können auf dem Bildschirm oder Ausdruck verschwinden. Der Plan muss in dem Format funktionieren, in dem er präsentiert wird.


Varianten und Entscheidung erklären

Wenn mehrere Lösungen untersucht wurden, können zwei oder drei Varianten gezeigt werden. Dabei reicht eine knappe Darstellung, sofern ihre Unterschiede erkennbar sind.


Anschließend wird erklärt:


  • welche Variante gewählt wurde,

  • warum sie besser zur Aufgabe passt,

  • welche Anforderungen sie besonders gut erfüllt,

  • welche Konsequenzen akzeptiert wurden.


Aufrisse und Schnitte gezielt einsetzen

Innenraumaufrisse und Schnitte sind besonders wertvoll, wenn ein Projekt durch Einbauten, Wandgestaltung, Höhen oder Materialwechsel geprägt wird.


Sie können zeigen:


  • Schrankwände

  • Küchen

  • Bäder

  • Empfangstresen

  • Regale und Nischen

  • Decken und Beleuchtung

  • Fliesen- oder Fugenbilder

  • Übergänge von Materialien

  • räumliche Höhenbeziehungen


Nicht jedes Projekt benötigt sämtliche Zeichnungsarten. Jede Darstellung sollte eine zusätzliche Information liefern.


Das Ergebnis überzeugend, aber ehrlich darstellen

Das fertige Konzept kann durch Perspektivskizzen, Visualisierungen, Modelle oder Fotos gezeigt werden.


Dabei muss erkennbar sein:


  • ob das Projekt realisiert wurde,

  • ob es sich um eine Visualisierung handelt,

  • welche Ausstattung beispielhaft ist,

  • welche Teile selbst erstellt wurden,

  • ob ein Bild mit KI-Unterstützung entstanden ist.


Eine fotorealistische Visualisierung darf nicht als Fotografie des realisierten Projektes ausgegeben werden.

Gestaltung und Format des Portfolios entwickeln


Ein Portfolio benötigt eine visuelle Ordnung, die den Projekten dient. Zu viele Schriften, Farben und grafische Effekte konkurrieren mit den Inhalten. Ein ruhiges Layout schafft einen Rahmen, in dem Zeichnungen und Bilder wirken können.


Eine einheitliche Grundstruktur verwenden

Wiederkehrende Elemente erleichtern die Orientierung:


  • gleiche Seitenformate

  • festgelegte Ränder

  • einheitliche Überschriften

  • wiederkehrende Projektinformationen

  • klare Bildunterschriften

  • einheitliche Planbeschriftungen

  • definierte Farben für Bestand und Planung

  • nachvollziehbare Seitennummerierung


Nicht jede Projektseite muss identisch aussehen. Eine gemeinsame Grundstruktur sorgt dennoch für Zusammenhang.


Mit einer klaren Hierarchie gestalten

Auf jeder Seite sollte erkennbar sein, welches Element zuerst betrachtet wird. Ein großes Hauptbild kann die Raumwirkung zeigen, während kleinere Zeichnungen den Prozess erklären.


Eine Seite kann enthalten:


  • Projekttitel

  • kurze Aufgabenstellung

  • großes Leitbild

  • Grundriss

  • ein bis drei Prozessdarstellungen

  • Material- oder Farbpalette

  • kurze Erläuterung

  • Angaben zur eigenen Rolle


Alle Informationen gleich groß darzustellen, führt zu visueller Unruhe.


Texte kurz und konkret halten

Ein Portfolio ist keine wissenschaftliche Arbeit. Texte unterstützen die Bilder und Zeichnungen, ohne sie zu wiederholen.


Gute Texte beantworten:


  • Was war die Aufgabe?

  • Welche Herausforderung bestand?

  • Was ist die zentrale Entwurfsidee?

  • Warum wurde diese Lösung gewählt?

  • Welche Leistungen stammen von mir?

  • Welches Ergebnis wurde erreicht?


Allgemeine Aussagen wie „Hier wurde ein einzigartiger Wohlfühlraum geschaffen“ liefern kaum fachliche Information.


Den Entwurfsprozess sichtbar machen

Kunden und Arbeitgeber sehen an Prozessdarstellungen, ob eine Lösung nachvollziehbar entwickelt wurde. Briefing, Varianten und Materialauswahl müssen dabei nicht vollständig dokumentiert werden. Einige gut ausgewählte Schritte reichen aus.


Ein sinnvoller Ablauf ist:


  1. Aufgabe

  2. Analyse

  3. erste Ideen

  4. Varianten

  5. Entscheidung

  6. Ausarbeitung

  7. Ergebnis


Moodboards gezielt einsetzen

Ein Moodboard zeigt die atmosphärische Richtung. Im Portfolio sollte es kompakt und mit dem fertigen Entwurf verbunden dargestellt werden. Leser müssen erkennen, welche Farben, Materialien oder Lichtideen in den Raum übertragen wurden.


Eine große Sammlung fremder Referenzbilder sollte nicht den größten Teil des Projektes einnehmen. Der eigene Entwurf bleibt im Mittelpunkt.


Materialboards professionell fotografieren

Reale Materialien geben einem Portfolio Tiefe und Glaubwürdigkeit. Für die digitale Darstellung werden Materialboards gleichmäßig beleuchtet und aus einer ruhigen Perspektive fotografiert.


Zu vermeiden sind:


  • starke Farbstiche

  • harte Blitzreflexionen

  • verzerrte Perspektiven

  • unlesbare Beschriftungen

  • unruhige Hintergründe

  • verschmutzte oder beschädigte Muster

Die digitale Darstellung ersetzt nicht die reale Bemusterung, kann deren Aufbau aber verständlich dokumentieren.


Unterschiedliche Fähigkeiten zeigen

Ein Portfolio sollte nicht nur verschiedene Räume, sondern auch unterschiedliche Kompetenzen zeigen.


Eine ausgewogene Auswahl kann enthalten:


  • Wohnraum

  • kleines Raumkonzept

  • gewerblichen oder öffentlichen Raum

  • Möbel- oder Einbauentwurf

  • Grundrissoptimierung

  • Farb- und Materialprojekt

  • Lichtidee

  • Handskizzenprojekt


Die Auswahl hängt vom beruflichen Ziel ab. Wer sich auf Retail Design konzentrieren möchte, benötigt keinen künstlich breit angelegten Querschnitt durch sämtliche Interior-Bereiche.


Persönliche Haltung sichtbar machen

Eine gestalterische Haltung entsteht nicht durch ein eigenes Logo oder eine festgelegte Lieblingsfarbe. Sie zeigt sich darin, wie Aufgaben bearbeitet werden.


Mögliche Schwerpunkte sind:


  • funktionale Klarheit

  • sorgfältige Handskizzen

  • materialbewusstes Arbeiten

  • nachhaltige Weiterverwendung

  • präzise Grundrissplanung

  • besondere Farbkompetenz

  • handwerkliche Details

  • nutzerorientierte Gestaltung


Diese Haltung sollte durch die Projekte erkennbar werden und nicht nur in einem einleitenden Text behauptet werden.


Digitales Portfolio und PDF unterscheiden

Eine Website und ein PDF-Portfolio erfüllen unterschiedliche Aufgaben.


Website:

  • öffentlich erreichbar

  • über Suchmaschinen auffindbar

  • einfach aktualisierbar

  • für unterschiedliche Bildschirmgrößen optimiert

  • kann Projekte ausführlicher zeigen


PDF-Portfolio:

  • gezielt versendbar

  • für bestimmte Empfänger anpassbar

  • klare Reihenfolge

  • offline nutzbar

  • für Bewerbungen und Präsentationen geeignet


Sehr große PDF-Dateien lassen sich schlecht versenden. Bilder müssen deshalb hochwertig, aber angemessen komprimiert sein.


Ein gedrucktes Portfolio bewusst einsetzen

Ein gedrucktes Portfolio ermöglicht eine kontrollierte Größe und Reihenfolge. Papier, Bindung und Druckqualität beeinflussen die Wahrnehmung.


Vor dem Druck werden geprüft:


  • Bildauflösung

  • Farbwirkung

  • Liniengewichte

  • Schriftgröße

  • Ränder und Beschnitt

  • Papier

  • Bindung

  • Seitenfolge

  • Rechtschreibung

  • Kontaktdaten


Feine Grundrisslinien, die am Bildschirm gut aussehen, können im Druck verschwinden. Ein Testausdruck ist deshalb sinnvoll.


Nutzungsrechte und Datenschutz beachten

Portfolioinhalte dürfen nicht allein deshalb veröffentlicht werden, weil jemand an einem Projekt mitgearbeitet hat. Bei Kundenprojekten müssen Vereinbarungen, Bildrechte, Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und vertrauliche Informationen berücksichtigt werden.


Zu prüfen sind:


  • Zustimmung zur Veröffentlichung

  • Rechte an Fotografien

  • Rechte an Plänen und Visualisierungen

  • Nennung des verantwortlichen Büros

  • Erlaubnis zur Darstellung von Teamprojekten

  • Entfernung persönlicher Daten

  • Unkenntlichmachung von Adressen

  • Schutz vertraulicher Grundrisse

  • Nutzungsbedingungen verwendeter Bilder

  • Kennzeichnung von KI-Inhalten


Eigene Rolle, Projektstatus und verwendete Hilfsmittel werden transparent angegeben.


Das Portfolio regelmäßig überarbeiten

Ein Portfolio ist kein abgeschlossenes Archiv. Neue Projekte ersetzen ältere Arbeiten, wenn sie dieselbe Fähigkeit überzeugender zeigen.


Bei der Überarbeitung werden geprüft:


  • Sind Kontaktdaten aktuell?

  • Passt die Auswahl zum beruflichen Ziel?

  • Gibt es Wiederholungen?

  • Sind alle Bildrechte geklärt?

  • Ist die eigene Rolle angegeben?

  • Funktionieren Links?

  • Sind PDF und Website technisch aktuell?

  • Wirkt das Layout einheitlich?

  • Sind Texte fehlerfrei?

  • Zeigt das Portfolio die heutige Qualität?


Das Portfolio persönlich präsentieren

Im Gespräch sollte nicht jede Seite vorgelesen werden. Zwei oder drei relevante Projekte werden gezielt ausgewählt und anhand ihrer Aufgabe, Entwicklung und Lösung erklärt.


Eine verständliche Projektpräsentation folgt dieser Reihenfolge:


  1. Aufgabe

  2. Herausforderung

  3. Entwurfsidee

  4. wichtige Entscheidung

  5. eigene Leistung

  6. Ergebnis

  7. Erkenntnis


Marketing und Social Media für Interior Designer

Wie ein Portfolio in die laufende Kommunikation eingebunden wird, erläutert „Marketing und Social Media für Interior Designer“.

Interior-Design-Portfolio aufbauen: Projekte und Prozesse zeigen

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie Projekte ausgewählt, als nachvollziehbare Geschichten aufgebaut und in einem professionellen Portfolio präsentiert werden.

Häufige Fragen zum Interior-Design-Portfolio


Wie viele Projekte sollte ein Portfolio enthalten?

Es gibt keine feste Zahl. Häufig sind vier bis acht sorgfältig aufbereitete Projekte ausreichend. Entscheidend sind Qualität, Relevanz und fachliche Vielfalt.


Darf man Übungsprojekte zeigen?

Ja. Studienprojekte, freie Entwürfe und Aufgaben aus einer Weiterbildung können wichtige Fähigkeiten zeigen. Sie müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden.


Gehören Handskizzen in ein Portfolio?

Ja, wenn sie den Entwurfsprozess erklären oder eine besondere Fähigkeit zeigen. Nicht jede Übung muss aufgenommen werden; eine gezielte Auswahl wirkt stärker.


Wie lang sollte ein PDF-Portfolio sein?

Der Umfang hängt vom Zweck ab. Für eine gezielte Bewerbung ist eine kompakte Auswahl häufig besser als ein vollständiges Archiv. Jede Seite sollte eine notwendige Information enthalten.


Muss jedes Projekt eine Visualisierung haben?

Nein. Grundrisse, Aufrisse, Handskizzen, Modelle oder Materialkonzepte können ebenso überzeugend sein. Die Darstellung sollte zur jeweiligen Projektidee passen.


Darf man Projekte eines früheren Arbeitgebers zeigen?

Das hängt von Urheberrechten, Vertraulichkeit und den getroffenen Vereinbarungen ab. Vor der Veröffentlichung müssen die Rechte geklärt und die eigene Rolle korrekt angegeben werden.


Wie oft sollte das Portfolio aktualisiert werden?

Es sollte regelmäßig sowie vor Bewerbungen oder Akquise überprüft werden. Neue starke Projekte können ältere, weniger relevante Arbeiten ersetzen.


Fazit: Ein Portfolio zeigt mehr als fertige Räume

Ein starkes Interior-Design-Portfolio verbindet Ergebnis und Arbeitsprozess. Es zeigt Aufgabenstellung, Nutzer, Grundriss, Skizzen, Materialentscheidungen und räumliche Ausarbeitung in einer klaren Reihenfolge.


Wenige relevante Projekte, ein ruhiges Layout und konkrete Texte vermitteln fachliche Kompetenz. Die eigene Rolle, der Projektstatus und verwendete Darstellungsformen werden ehrlich angegeben. So entsteht ein Portfolio, das nicht nur gut aussieht, sondern die persönliche Arbeitsweise verständlich macht.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

DEIN NÄCHSTER SCHRITT · INTERIOR DESIGN (IHK)

Eigene Projekte anschaulich dokumentieren

Du möchtest ein eigenes Interior-Projekt entwickeln und seinen Gestaltungsprozess verständlich präsentieren? In der Weiterbildung Interior Design (IHK) entwickelst und präsentierst du ein eigenes Interior-Projekt.

3 Monate berufsbegleitend

Live in Bochum oder online

Eigenes Interior-Projekt

IHK-Zertifikat bei erfolgreichem Abschluss und Erfüllung der Teilnahme- und Leistungsanforderungen.

Interior Design weiter erkunden

Gruppe von Interior Designern beim Beratungsgespräch

01 – Die Handskizze als Werkzeug des Entwurfs

Handskizzen machen den persönlichen Arbeitsprozess sichtbar. Der Beitrag „Die Handskizze als Werkzeug des Entwurfs“ zeigt, wie räumliche Ideen schnell entwickelt und dokumentiert werden.


02 – Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren

Ein Portfolio sollte gestalterische Entscheidungen nachvollziehbar zeigen. Im Artikel „Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren“ erfährst du, wie diese Ebenen professionell verbunden werden.


03 – Ein vollständiges Raumkonzept präsentieren

Jedes Portfolioprojekt benötigt eine verständliche Geschichte. Der Beitrag „Ein vollständiges Raumkonzept präsentieren“ erklärt den Aufbau von Aufgabenstellung, Grundriss, Materialien und Ergebnis.


04 – Welche beruflichen Chancen bietet Interior Design?

Ein Portfolio sollte zu den angestrebten beruflichen Aufgaben passen. Der Artikel „Welche beruflichen Chancen bietet Interior Design?“ gibt einen Überblick über mögliche Tätigkeitsfelder und Spezialisierungen.

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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