Donnerstag, 07.01.2027
NÄCHSTER BEGINN
Wie baut man ein Interior-Design-Portfolio auf?
Ein gutes Interior-Design-Portfolio zeigt wenige sorgfältig ausgewählte Projekte mit einer klaren Geschichte. Zu jedem Projekt gehören Aufgabe, Nutzer, Entwurfsidee, Grundriss, Skizzen, Materialien und Ergebnis. Die eigene Rolle und der Projektstatus müssen ehrlich bezeichnet werden. Ein einheitliches Layout, kurze Texte und hochwertige Darstellungen machen Arbeitsweise, fachliche Fähigkeiten und gestalterische Haltung verständlich.
Ein Portfolio zeigt, wie jemand denkt und gestaltet
Ein Portfolio ist mehr als eine Sammlung fertiger Bilder. Es vermittelt, welche Aufgaben eine Interior Designerin oder ein Interior Designer bearbeiten kann, wie Entscheidungen entstehen und welche gestalterische Haltung erkennbar wird.
Ein überzeugendes Endbild kann Aufmerksamkeit erzeugen. Für die fachliche Beurteilung reicht es jedoch nicht aus. Kunden, Arbeitgeber und Kooperationspartner möchten erkennen, ob die dargestellte Lösung aus einer nachvollziehbaren Planung hervorgegangen ist.
Deshalb zeigt ein gutes Portfolio nicht nur das Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin: Bedarfsanalyse, erste Ideen, Grundriss, Varianten, Materialentscheidungen und räumliche Ausarbeitung.
Das Ziel des Portfolios festlegen
Bevor Projekte ausgewählt werden, muss geklärt sein, für wen das Portfolio gedacht ist. Ein Portfolio für eine Bewerbung kann anders aufgebaut sein als eine Unterlage für private Kunden, Immobilienunternehmen oder Handwerksbetriebe.
Mögliche Ziele sind:
Bewerbung bei einem Planungsbüro
Vorstellung bei potenziellen Kunden
Aufbau einer selbstständigen Tätigkeit
Präsentation einer Weiterbildung
Akquise von Kooperationspartnern
Spezialisierung auf eine bestimmte Zielgruppe
Dokumentation der eigenen Entwicklung
digitale Präsentation auf der Website
Die Zielgruppe beeinflusst Auswahl, Reihenfolge und Umfang. Ein Möbelhaus interessiert sich möglicherweise besonders für Beratung, Möblierung und Materialkenntnis. Ein Planungsbüro achtet stärker auf Grundrisse, Aufrisse, Entwurfsprozess und sorgfältige Dokumentation.
Eigene Kompetenzen definieren
Das Portfolio sollte zeigen, welche Fähigkeiten vorhanden sind. Eine kurze Bestandsaufnahme hilft bei der Projektauswahl.
Dazu können gehören:
Kundenwünsche erfassen
Räume ausmessen
Grundrisse lesen und zeichnen
Raumfunktionen analysieren
Möbel positionieren
Perspektivisch zeichnen
Handskizzen entwickeln
Moodboards erstellen
Farben und Materialien kombinieren
Lichtkonzepte entwickeln
Visualisierungen erstellen
Entwürfe präsentieren
Projekte dokumentieren
Nicht jede Kompetenz benötigt ein eigenes Projekt. Ein gut aufbereitetes Raumkonzept kann mehrere Fähigkeiten gleichzeitig zeigen.
Wenige starke Projekte auswählen
Ein umfangreiches Portfolio ist nicht automatisch überzeugend. Fünf sorgfältig dokumentierte Projekte können mehr aussagen als zwanzig Seiten mit unverbundenen Bildern.
Geeignet sind Projekte, die:
eine klare Aufgabe besitzen,
den eigenen Anteil sichtbar machen,
unterschiedliche Fähigkeiten zeigen,
ausreichend gutes Material bieten,
zum gewünschten Tätigkeitsfeld passen,
eine nachvollziehbare Entwicklung enthalten.
Sehr ähnliche Projekte können sich gegenseitig schwächen. Wenn mehrere Wohnräume dieselbe Farbpalette, Möblierung und Darstellungsart besitzen, entsteht wenig fachliche Breite.
Qualität und Relevanz vor Vollständigkeit
Nicht jede Übung muss in das Portfolio. Frühere Arbeiten können ersetzt werden, sobald ein neueres Projekt dieselbe Kompetenz besser zeigt.
Bei der Auswahl helfen folgende Fragen:
Was soll dieses Projekt über mich zeigen?
Welche Fähigkeit ist besonders gut erkennbar?
Ist der Entwurfsprozess nachvollziehbar?
Sind Zeichnungen und Bilder ausreichend hochwertig?
Passt das Projekt zur Zielgruppe?
Wiederholt es nur ein anderes Beispiel?
Kann ich meine eigene Rolle eindeutig erklären?
Auch Übungsprojekte dürfen gezeigt werden
Ein Portfolio am Beginn der beruflichen Entwicklung muss nicht ausschließlich aus real ausgeführten Kundenaufträgen bestehen. Eigene Entwürfe, Studienprojekte und Aufgaben aus einer Weiterbildung können fachliche Fähigkeiten überzeugend zeigen.
Sie müssen klar bezeichnet werden:
freier Entwurf
Studienprojekt
Übungsaufgabe
Wettbewerbsbeitrag
nicht realisierte Planung
ausgeführtes Kundenprojekt
Mitarbeit in einem Projektteam
Ein nicht gebauter Entwurf verliert nicht automatisch an Wert. Problematisch wird es erst, wenn eine Visualisierung den Eindruck eines realisierten Projektes erweckt.
Die eigene Rolle ehrlich angeben
Bei Teamprojekten muss erkennbar sein, welche Leistungen selbst erbracht wurden.
Mögliche Angaben sind:
Konzeptentwicklung
Grundrissplanung
Handskizzen
Materialrecherche
Innenraumaufrisse
Visualisierung
Projektassistenz
Präsentationslayout
Ausführungsbegleitung
Fotografie
Auch das Gesamtteam oder verantwortliche Büro sollte nach den getroffenen Vereinbarungen genannt werden. Transparenz schafft Vertrauen und verhindert, dass fremde Leistungen als eigene ausgegeben werden.

Jedes Projekt als verständliche Geschichte aufbauen
Ein Portfolio wird klarer, wenn alle Projekte einer ähnlichen Grundstruktur folgen. Leser müssen dann nicht bei jedem Beispiel neu herausfinden, worum es geht.
Mit einer kurzen Projektübersicht beginnen
Am Anfang stehen die wichtigsten Informationen:
Projektname
Art und Ort des Projektes
Jahr
Projektstatus
Aufgabenstellung
Zielgruppe oder Nutzer
Größe oder Umfang
eigene Rolle
verwendete Methoden oder Programme
Ein kurzer Einstieg reicht. Lange Projektbeschreibungen werden in Portfolios häufig nicht vollständig gelesen.
Beispiel:
Kompaktes Apartment für einen Berufspendler
Freier Entwurf, 2026. Ziel war eine flexible Einrichtung für Wohnen, Schlafen und Homeoffice auf begrenzter Fläche. Eigene Leistungen: Bedarfsanalyse, Grundriss, Handskizzen, Materialkonzept und Visualisierung.
Die Ausgangslage zeigen
Ein Bestandsgrundriss, ein Foto oder eine kurze Problembeschreibung erklärt, worauf der Entwurf reagiert.
Die Ausgangslage kann enthalten:
ungünstige Möblierung
fehlenden Stauraum
schwierige Proportionen
unklare Raumfunktion
unzureichende Beleuchtung
mehrere konkurrierende Nutzungen
vorhandene Möbel oder Bauteile
besondere Nutzeranforderungen
Ohne diese Informationen bleibt unklar, ob das Ergebnis eine anspruchsvolle Aufgabe löst oder lediglich eine attraktive Raumszene darstellt.
Nutzer und Briefing knapp zusammenfassen
Die wichtigsten Anforderungen werden auf wenige Punkte reduziert:
Wer nutzt den Raum?
Welche Funktionen werden benötigt?
Was ist unverzichtbar?
Welche Atmosphäre ist gewünscht?
Welche Einschränkungen bestehen?
Das vollständige Briefing muss nicht abgebildet werden. Entscheidend sind die Anforderungen, die den Entwurf sichtbar beeinflussen.
Erste Ideen und Handskizzen zeigen
Frühe Skizzen machen die Entwurfsentwicklung nachvollziehbar. Sie müssen nicht perfekt aussehen. Gerade ihre Direktheit zeigt, wie Varianten untersucht und räumliche Entscheidungen entwickelt wurden.
Geeignet sind:
Funktionsdiagramme
Grundrissskizzen
Perspektivstudien
Möblierungsvarianten
Form- und Materialideen
Detailzeichnungen
kommentierte Skizzen
Die Auswahl sollte gezielt sein. Eine große Zahl fast identischer Skizzen überlädt das Projekt.
Den Grundriss lesbar darstellen
Ein Portfoliogrundriss muss nicht jede technische Information eines Ausführungsplanes enthalten. Er sollte jedoch maßstäblich plausibel und verständlich sein.
Wichtig sind:
klare Wanddarstellung
Türen und Öffnungsrichtungen
realistische Möblierung
Raumbezeichnungen
nachvollziehbare Laufwege
Maßstab oder wichtige Maße
Nordrichtung, wenn relevant
eindeutige Legende
gute Lesbarkeit in der tatsächlichen Ausgabegröße
Sehr feine Linien können auf dem Bildschirm oder Ausdruck verschwinden. Der Plan muss in dem Format funktionieren, in dem er präsentiert wird.
Varianten und Entscheidung erklären
Wenn mehrere Lösungen untersucht wurden, können zwei oder drei Varianten gezeigt werden. Dabei reicht eine knappe Darstellung, sofern ihre Unterschiede erkennbar sind.
Anschließend wird erklärt:
welche Variante gewählt wurde,
warum sie besser zur Aufgabe passt,
welche Anforderungen sie besonders gut erfüllt,
welche Konsequenzen akzeptiert wurden.
Aufrisse und Schnitte gezielt einsetzen
Innenraumaufrisse und Schnitte sind besonders wertvoll, wenn ein Projekt durch Einbauten, Wandgestaltung, Höhen oder Materialwechsel geprägt wird.
Sie können zeigen:
Schrankwände
Küchen
Bäder
Empfangstresen
Regale und Nischen
Decken und Beleuchtung
Fliesen- oder Fugenbilder
Übergänge von Materialien
räumliche Höhenbeziehungen
Nicht jedes Projekt benötigt sämtliche Zeichnungsarten. Jede Darstellung sollte eine zusätzliche Information liefern.
Das Ergebnis überzeugend, aber ehrlich darstellen
Das fertige Konzept kann durch Perspektivskizzen, Visualisierungen, Modelle oder Fotos gezeigt werden.
Dabei muss erkennbar sein:
ob das Projekt realisiert wurde,
ob es sich um eine Visualisierung handelt,
welche Ausstattung beispielhaft ist,
welche Teile selbst erstellt wurden,
ob ein Bild mit KI-Unterstützung entstanden ist.
Eine fotorealistische Visualisierung darf nicht als Fotografie des realisierten Projektes ausgegeben werden.
Gestaltung und Format des Portfolios entwickeln
Ein Portfolio benötigt eine visuelle Ordnung, die den Projekten dient. Zu viele Schriften, Farben und grafische Effekte konkurrieren mit den Inhalten. Ein ruhiges Layout schafft einen Rahmen, in dem Zeichnungen und Bilder wirken können.
Eine einheitliche Grundstruktur verwenden
Wiederkehrende Elemente erleichtern die Orientierung:
gleiche Seitenformate
festgelegte Ränder
einheitliche Überschriften
wiederkehrende Projektinformationen
klare Bildunterschriften
einheitliche Planbeschriftungen
definierte Farben für Bestand und Planung
nachvollziehbare Seitennummerierung
Nicht jede Projektseite muss identisch aussehen. Eine gemeinsame Grundstruktur sorgt dennoch für Zusammenhang.
Mit einer klaren Hierarchie gestalten
Auf jeder Seite sollte erkennbar sein, welches Element zuerst betrachtet wird. Ein großes Hauptbild kann die Raumwirkung zeigen, während kleinere Zeichnungen den Prozess erklären.
Eine Seite kann enthalten:
Projekttitel
kurze Aufgabenstellung
großes Leitbild
Grundriss
ein bis drei Prozessdarstellungen
Material- oder Farbpalette
kurze Erläuterung
Angaben zur eigenen Rolle
Alle Informationen gleich groß darzustellen, führt zu visueller Unruhe.
Texte kurz und konkret halten
Ein Portfolio ist keine wissenschaftliche Arbeit. Texte unterstützen die Bilder und Zeichnungen, ohne sie zu wiederholen.
Gute Texte beantworten:
Was war die Aufgabe?
Welche Herausforderung bestand?
Was ist die zentrale Entwurfsidee?
Warum wurde diese Lösung gewählt?
Welche Leistungen stammen von mir?
Welches Ergebnis wurde erreicht?
Allgemeine Aussagen wie „Hier wurde ein einzigartiger Wohlfühlraum geschaffen“ liefern kaum fachliche Information.
Den Entwurfsprozess sichtbar machen
Kunden und Arbeitgeber sehen an Prozessdarstellungen, ob eine Lösung nachvollziehbar entwickelt wurde. Briefing, Varianten und Materialauswahl müssen dabei nicht vollständig dokumentiert werden. Einige gut ausgewählte Schritte reichen aus.
Ein sinnvoller Ablauf ist:
Aufgabe
Analyse
erste Ideen
Varianten
Entscheidung
Ausarbeitung
Ergebnis
Moodboards gezielt einsetzen
Ein Moodboard zeigt die atmosphärische Richtung. Im Portfolio sollte es kompakt und mit dem fertigen Entwurf verbunden dargestellt werden. Leser müssen erkennen, welche Farben, Materialien oder Lichtideen in den Raum übertragen wurden.
Eine große Sammlung fremder Referenzbilder sollte nicht den größten Teil des Projektes einnehmen. Der eigene Entwurf bleibt im Mittelpunkt.
Materialboards professionell fotografieren
Reale Materialien geben einem Portfolio Tiefe und Glaubwürdigkeit. Für die digitale Darstellung werden Materialboards gleichmäßig beleuchtet und aus einer ruhigen Perspektive fotografiert.
Zu vermeiden sind:
starke Farbstiche
harte Blitzreflexionen
verzerrte Perspektiven
unlesbare Beschriftungen
unruhige Hintergründe
verschmutzte oder beschädigte Muster
Die digitale Darstellung ersetzt nicht die reale Bemusterung, kann deren Aufbau aber verständlich dokumentieren.
Unterschiedliche Fähigkeiten zeigen
Ein Portfolio sollte nicht nur verschiedene Räume, sondern auch unterschiedliche Kompetenzen zeigen.
Eine ausgewogene Auswahl kann enthalten:
Wohnraum
kleines Raumkonzept
gewerblichen oder öffentlichen Raum
Möbel- oder Einbauentwurf
Grundrissoptimierung
Farb- und Materialprojekt
Lichtidee
Handskizzenprojekt
Die Auswahl hängt vom beruflichen Ziel ab. Wer sich auf Retail Design konzentrieren möchte, benötigt keinen künstlich breit angelegten Querschnitt durch sämtliche Interior-Bereiche.
Persönliche Haltung sichtbar machen
Eine gestalterische Haltung entsteht nicht durch ein eigenes Logo oder eine festgelegte Lieblingsfarbe. Sie zeigt sich darin, wie Aufgaben bearbeitet werden.
Mögliche Schwerpunkte sind:
funktionale Klarheit
sorgfältige Handskizzen
materialbewusstes Arbeiten
nachhaltige Weiterverwendung
präzise Grundrissplanung
besondere Farbkompetenz
handwerkliche Details
nutzerorientierte Gestaltung
Diese Haltung sollte durch die Projekte erkennbar werden und nicht nur in einem einleitenden Text behauptet werden.
Digitales Portfolio und PDF unterscheiden
Eine Website und ein PDF-Portfolio erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Website:
öffentlich erreichbar
über Suchmaschinen auffindbar
einfach aktualisierbar
für unterschiedliche Bildschirmgrößen optimiert
kann Projekte ausführlicher zeigen
PDF-Portfolio:
gezielt versendbar
für bestimmte Empfänger anpassbar
klare Reihenfolge
offline nutzbar
für Bewerbungen und Präsentationen geeignet
Sehr große PDF-Dateien lassen sich schlecht versenden. Bilder müssen deshalb hochwertig, aber angemessen komprimiert sein.
Ein gedrucktes Portfolio bewusst einsetzen
Ein gedrucktes Portfolio ermöglicht eine kontrollierte Größe und Reihenfolge. Papier, Bindung und Druckqualität beeinflussen die Wahrnehmung.
Vor dem Druck werden geprüft:
Bildauflösung
Farbwirkung
Liniengewichte
Schriftgröße
Ränder und Beschnitt
Papier
Bindung
Seitenfolge
Rechtschreibung
Kontaktdaten
Feine Grundrisslinien, die am Bildschirm gut aussehen, können im Druck verschwinden. Ein Testausdruck ist deshalb sinnvoll.
Nutzungsrechte und Datenschutz beachten
Portfolioinhalte dürfen nicht allein deshalb veröffentlicht werden, weil jemand an einem Projekt mitgearbeitet hat. Bei Kundenprojekten müssen Vereinbarungen, Bildrechte, Urheberrechte, Persönlichkeitsrechte und vertrauliche Informationen berücksichtigt werden.
Zu prüfen sind:
Zustimmung zur Veröffentlichung
Rechte an Fotografien
Rechte an Plänen und Visualisierungen
Nennung des verantwortlichen Büros
Erlaubnis zur Darstellung von Teamprojekten
Entfernung persönlicher Daten
Unkenntlichmachung von Adressen
Schutz vertraulicher Grundrisse
Nutzungsbedingungen verwendeter Bilder
Kennzeichnung von KI-Inhalten
Eigene Rolle, Projektstatus und verwendete Hilfsmittel werden transparent angegeben.
Das Portfolio regelmäßig überarbeiten
Ein Portfolio ist kein abgeschlossenes Archiv. Neue Projekte ersetzen ältere Arbeiten, wenn sie dieselbe Fähigkeit überzeugender zeigen.
Bei der Überarbeitung werden geprüft:
Sind Kontaktdaten aktuell?
Passt die Auswahl zum beruflichen Ziel?
Gibt es Wiederholungen?
Sind alle Bildrechte geklärt?
Ist die eigene Rolle angegeben?
Funktionieren Links?
Sind PDF und Website technisch aktuell?
Wirkt das Layout einheitlich?
Sind Texte fehlerfrei?
Zeigt das Portfolio die heutige Qualität?
Das Portfolio persönlich präsentieren
Im Gespräch sollte nicht jede Seite vorgelesen werden. Zwei oder drei relevante Projekte werden gezielt ausgewählt und anhand ihrer Aufgabe, Entwicklung und Lösung erklärt.
Eine verständliche Projektpräsentation folgt dieser Reihenfolge:
Aufgabe
Herausforderung
Entwurfsidee
wichtige Entscheidung
eigene Leistung
Ergebnis
Erkenntnis
Marketing und Social Media für Interior Designer
Wie ein Portfolio in die laufende Kommunikation eingebunden wird, erläutert „Marketing und Social Media für Interior Designer“.
Interior-Design-Portfolio aufbauen: Projekte und Prozesse zeigen
Das Video zum Nachlesen
Das Video zeigt, wie Projekte ausgewählt, als nachvollziehbare Geschichten aufgebaut und in einem professionellen Portfolio präsentiert werden.
Häufige Fragen zum Interior-Design-Portfolio
Wie viele Projekte sollte ein Portfolio enthalten?
Es gibt keine feste Zahl. Häufig sind vier bis acht sorgfältig aufbereitete Projekte ausreichend. Entscheidend sind Qualität, Relevanz und fachliche Vielfalt.
Darf man Übungsprojekte zeigen?
Ja. Studienprojekte, freie Entwürfe und Aufgaben aus einer Weiterbildung können wichtige Fähigkeiten zeigen. Sie müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden.
Gehören Handskizzen in ein Portfolio?
Ja, wenn sie den Entwurfsprozess erklären oder eine besondere Fähigkeit zeigen. Nicht jede Übung muss aufgenommen werden; eine gezielte Auswahl wirkt stärker.
Wie lang sollte ein PDF-Portfolio sein?
Der Umfang hängt vom Zweck ab. Für eine gezielte Bewerbung ist eine kompakte Auswahl häufig besser als ein vollständiges Archiv. Jede Seite sollte eine notwendige Information enthalten.
Muss jedes Projekt eine Visualisierung haben?
Nein. Grundrisse, Aufrisse, Handskizzen, Modelle oder Materialkonzepte können ebenso überzeugend sein. Die Darstellung sollte zur jeweiligen Projektidee passen.
Darf man Projekte eines früheren Arbeitgebers zeigen?
Das hängt von Urheberrechten, Vertraulichkeit und den getroffenen Vereinbarungen ab. Vor der Veröffentlichung müssen die Rechte geklärt und die eigene Rolle korrekt angegeben werden.
Wie oft sollte das Portfolio aktualisiert werden?
Es sollte regelmäßig sowie vor Bewerbungen oder Akquise überprüft werden. Neue starke Projekte können ältere, weniger relevante Arbeiten ersetzen.
Fazit: Ein Portfolio zeigt mehr als fertige Räume
Ein starkes Interior-Design-Portfolio verbindet Ergebnis und Arbeitsprozess. Es zeigt Aufgabenstellung, Nutzer, Grundriss, Skizzen, Materialentscheidungen und räumliche Ausarbeitung in einer klaren Reihenfolge.
Wenige relevante Projekte, ein ruhiges Layout und konkrete Texte vermitteln fachliche Kompetenz. Die eigene Rolle, der Projektstatus und verwendete Darstellungsformen werden ehrlich angegeben. So entsteht ein Portfolio, das nicht nur gut aussieht, sondern die persönliche Arbeitsweise verständlich macht.

Über den Autor
Andreas M. Modzelewski
Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.
Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.
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01 – Die Handskizze als Werkzeug des Entwurfs
Handskizzen machen den persönlichen Arbeitsprozess sichtbar. Der Beitrag „Die Handskizze als Werkzeug des Entwurfs“ zeigt, wie räumliche Ideen schnell entwickelt und dokumentiert werden.
02 – Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren
Ein Portfolio sollte gestalterische Entscheidungen nachvollziehbar zeigen. Im Artikel „Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren“ erfährst du, wie diese Ebenen professionell verbunden werden.
03 – Ein vollständiges Raumkonzept präsentieren
Jedes Portfolioprojekt benötigt eine verständliche Geschichte. Der Beitrag „Ein vollständiges Raumkonzept präsentieren“ erklärt den Aufbau von Aufgabenstellung, Grundriss, Materialien und Ergebnis.
04 – Welche beruflichen Chancen bietet Interior Design?
Ein Portfolio sollte zu den angestrebten beruflichen Aufgaben passen. Der Artikel „Welche beruflichen Chancen bietet Interior Design?“ gibt einen Überblick über mögliche Tätigkeitsfelder und Spezialisierungen.
Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.




