Donnerstag, 07.01.2027
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Wie erstellt man ein professionelles Materialboard?
Ein professionelles Materialboard entsteht aus dem freigegebenen Raum- und Farbkonzept. Es zeigt reale Muster der wichtigsten Oberflächen in nachvollziehbaren Größenverhältnissen. Boden, Wand, Möbel, Textilien und Metall werden klar beschriftet und ihrem Einsatzort zugeordnet. Vor der Kundenpräsentation werden Wirkung, Haptik, Licht, Pflege, technische Eignung, Preis und Verfügbarkeit geprüft.
Ein Materialboard macht Gestaltung greifbar
Grundrisse und Visualisierungen zeigen, wie ein Raum organisiert ist und später wirken könnte. Die tatsächliche Beschaffenheit eines Materials lässt sich daraus jedoch nur eingeschränkt erkennen. Holz besitzt eine Maserung und Oberflächenwärme, Stoff einen bestimmten Griff, Stein ein Gewicht und Metall einen Glanzgrad. Ein Materialboard bringt diese Eigenschaften in die Kundenberatung.
Es stellt ausgewählte Materialien in einer geordneten Beziehung zusammen. Kunden können erkennen, welche Oberfläche den Raum prägt, welche Materialien ergänzen und wo ein Akzent vorgesehen ist. Damit wird eine abstrakte Gestaltungsidee zu einer körperlich erfahrbaren Auswahl.
Ein professionelles Materialboard ist jedoch keine dekorative Sammlung beliebiger Muster. Jedes Element muss eine Funktion im Entwurf besitzen und einem konkreten Bereich zugeordnet werden können.
Moodboard und Materialboard unterscheiden
Moodboard und Materialboard gehören häufig zum selben Planungsprozess, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.
Moodboard:
Es zeigt die gewünschte Atmosphäre, Lichtstimmung, Farbwelt, Formensprache und den allgemeinen Materialcharakter.
Materialboard:
Es zeigt konkrete oder zur Auswahl stehende Oberflächen, Farben und Materialien mit realen Eigenschaften.
Produktboard:
Es stellt konkrete Möbel, Leuchten und Ausstattungsgegenstände zusammen.
Ein Moodboard kann beispielsweise eine ruhige, warme und natürliche Atmosphäre vermitteln. Das Materialboard zeigt anschließend, mit welchem Boden, welcher Holzoberfläche, welchem Stoff und welcher Wandfarbe diese Wirkung umgesetzt werden soll.
Das Raumkonzept als Ausgangspunkt nutzen
Die Materialien werden nicht unabhängig vom Grundriss ausgewählt. Raumfunktion, Beanspruchung, Licht und vorhandener Bestand bestimmen, was geeignet ist.
Vor der Musterauswahl sollten folgende Punkte geklärt sein:
Welcher Raum wird gestaltet?
Wer nutzt ihn?
Welche Tätigkeiten finden dort statt?
Welche Oberflächen bleiben erhalten?
Welche Materialien prägen große Flächen?
Welche Bereiche werden besonders beansprucht?
Welche Reinigungsanforderungen bestehen?
Welche Atmosphäre wurde vereinbart?
Welche Farben sind vorgesehen?
Welcher finanzielle Rahmen besteht?
Welche technischen Anforderungen müssen geprüft werden?
Ein Material, das für eine private Wandfläche geeignet ist, kann für einen stark beanspruchten Boden ungeeignet sein. Eine empfindliche Oberfläche kann in einem repräsentativen, selten genutzten Bereich funktionieren und auf einer Küchenarbeitsplatte problematisch sein.
Materialien nach räumlicher Bedeutung ordnen
Nicht alle Muster benötigen dieselbe Größe. Ein Boden, der den gesamten Raum prägt, sollte auf dem Materialboard größer erscheinen als eine kleine Griffoberfläche. Dadurch vermittelt das Board nicht nur Auswahl, sondern auch ungefähre Mengenverhältnisse.
Eine mögliche Hierarchie ist:
Boden oder größte Raumfläche
Wand- oder Hauptmöbeloberfläche
zweite prägende Oberfläche
Textil oder Polster
Metall und Beschlag
kleine Akzentfarbe
ergänzende Details
Die Proben müssen nicht exakt proportional zur späteren Fläche sein. Ihre Gewichtung sollte jedoch nicht irreführend sein.
Bestand und neue Materialien gemeinsam zeigen
Vorhandene Böden, Türen, Fensterrahmen oder Möbel beeinflussen die neue Materialwahl. Wenn ein Material im Raum verbleibt, gehört es als Foto, Muster oder genaue Farbreferenz auf das Board.
Dadurch wird sichtbar, ob neue und vorhandene Oberflächen tatsächlich miteinander funktionieren. Die Auswahl wird nicht in einer künstlich neutralen Umgebung getroffen, sondern in Beziehung zum Bestand.
Varianten nicht unkontrolliert vermischen
Wenn zwei Materialvarianten entwickelt werden, erhält jede ein eigenes Board oder einen eindeutig getrennten Bereich. Werden mehrere Bodenbeläge, Holzarten und Stoffe auf einer Fläche zusammengelegt, können Kunden nicht erkennen, welche Kombination empfohlen wird.
Jede Variante benötigt eine klare gestalterische Aussage. Einzelne Muster können zwischen den Varianten gleich bleiben, sofern sie eine gemeinsame Grundlage bilden.

Materialien auswählen und zuverlässig dokumentieren
Die Auswahl beginnt nicht beim schönsten Muster, sondern bei seiner Eignung für den vorgesehenen Einsatz. Gestaltung, technische Eigenschaften, Pflege, Budget und Verfügbarkeit müssen zusammenpassen.
Mit den großen Flächen beginnen
Boden, Wände und große Einbauten prägen den Raum besonders stark. Sie bilden deshalb häufig den Ausgangspunkt der Materialauswahl.
Eine sinnvolle Reihenfolge kann sein:
vorhandener Bestand
Boden
große Wandflächen
Küchen- oder Möbeloberflächen
Arbeitsplatten und feste Einbauten
Polster und Vorhänge
Metall- und Griffoberflächen
Akzente und Details
Diese Reihenfolge ist nicht für jedes Projekt gleich. Sie verhindert aber, dass zunächst kleine dekorative Elemente festgelegt werden, während die wichtigsten Raumflächen noch offen sind.
Materialeigenschaften systematisch prüfen
Zu jedem Material werden neben Farbe und Optik auch praktische Eigenschaften erfasst.
Dazu gehören:
vorgesehener Einsatzbereich
Beanspruchung
Feuchte- und Hitzebeständigkeit
Kratz- und Stoßempfindlichkeit
Fleckverhalten
Reinigungs- und Pflegeanforderungen
Rutschhemmung, sofern relevant
Lichtbeständigkeit
Brandschutzeigenschaften, sofern erforderlich
Haptik
Alterungsverhalten
Reparaturfähigkeit
Rückbau und Austausch
Die konkrete technische Eignung wird anhand der Herstellerangaben und der jeweiligen Fachplanung geprüft. Ein Materialmuster allein liefert dazu keine ausreichende Aussage.
Oberflächen untereinander vergleichen
Materialien beeinflussen sich gegenseitig. Ein Holz kann neben einem warmen Stein ausgewogen wirken und neben einer kühlen Fliese gelblich erscheinen. Ein grauer Stoff verändert seine Wirkung durch Wandfarbe und Tageslicht.
Beim Vergleich werden betrachtet:
Farbunterton
Helligkeit
Sättigung
Maserung
Struktur
Glanzgrad
Transparenz
Flächengröße
Kontrast
Wirkung im vorhandenen Licht
Fast gleiche Materialien sind nicht automatisch harmonisch. Zwei Holzdekore, die ähnlich sein sollen, aber sichtbar voneinander abweichen, wirken häufig zufälliger als ein bewusst gesetzter Kontrast.
Eine nachvollziehbare Farbpalette bilden
Die Farbpalette wird aus Bestand, Hauptmaterialien und gewünschter Atmosphäre entwickelt. Sie kann enthalten:
Grundfarbe
Materialfarben
begleitende Farbtöne
Akzentfarbe
Metall- und Holztöne
helle und dunkle Ausgleichsflächen
Farbkarten werden nicht nur isoliert betrachtet. Eine Wandfarbe nimmt im Raum wesentlich mehr Fläche ein als auf einer kleinen Karte. Größere Farbmuster oder eine Probefläche vermitteln die Wirkung zuverlässiger.
Textilien mit realer Haptik zeigen
Stoffe besitzen Farbe, Struktur, Gewicht, Fall und Lichtdurchlässigkeit. Ein Foto kann diese Eigenschaften nicht vollständig vermitteln.
Bei Textilien werden geprüft:
Einsatz als Polster, Vorhang oder Dekoration
Griff und Oberflächenstruktur
Scheuer- und Gebrauchseigenschaften
Pflege
Lichtechtheit
Transparenz
Faltenwurf
akustische Wirkung
Verbindung mit Boden und Möbeln
Stoffproben sollten groß genug sein, um Webart und Farbwirkung zu erkennen. Sehr kleine Ausschnitte können großformatige Muster oder Farbverläufe verfälschen.
Materialien unter unterschiedlichem Licht betrachten
Tageslicht und Kunstlicht verändern Farben, Glanz und Struktur. Ein Material, das im Verkaufsraum ausgewogen wirkt, kann im tatsächlichen Projekt deutlich anders erscheinen.
Muster sollten nach Möglichkeit geprüft werden:
bei Tageslicht
bei der vorgesehenen künstlichen Beleuchtung
in der Nähe vorhandener Oberflächen
aus verschiedenen Blickwinkeln
auf horizontalen und vertikalen Flächen
in größerer Musterfläche
Glänzende Materialien reagieren besonders stark auf Blickrichtung und Licht. Strukturierte Oberflächen werden durch seitliches Licht stärker betont.
Preis und Verfügbarkeit vor der Präsentation prüfen
Ein Material sollte nicht als empfohlene Lösung präsentiert werden, wenn Preis, Lieferzeit oder verfügbare Menge völlig ungeklärt sind.
Vor der Kundenvorstellung werden möglichst geprüft:
aktueller Preisstand
Mindestbestellmenge
Lieferzeit
verfügbare Formate
notwendiger Verschnitt
ergänzende Profile und Zubehör
mögliche Alternativen
langfristige Nachkaufbarkeit
gültige Kollektion
Bemusterungsstatus
Preise und Lieferzeiten können sich verändern. Das Board sollte deshalb ein Datum oder eine Version erhalten.
Muster eindeutig beschriften
Jedes Muster benötigt eine nachvollziehbare Kennzeichnung. Dazu können gehören:
Produktname
Hersteller
Artikel- oder Farbnummer
Material
Oberfläche
Format
geplanter Einsatzort
Bezugsquelle
Datum
Status
Variante
Unbeschriftete Muster können später kaum zuverlässig bestellt oder einer Planung zugeordnet werden.
Das Materialboard klar aufbauen und präsentieren
Ein Materialboard muss schnell verständlich sein. Kunden sollten erkennen können, welche Materialien große Flächen prägen und welche nur als Akzent eingesetzt werden. Eine klare Komposition verhindert, dass alle Muster gleich wichtig erscheinen.
Eine visuelle Hierarchie schaffen
Große und prägende Materialien erhalten mehr Fläche. Kleine Details werden entsprechend zurückhaltender dargestellt.
Eine mögliche Ordnung ist:
Boden als visuelle Basis
Wand oder Hauptoberfläche
Möbel- oder Einbaumaterial
Textilien
Metall und Beschläge
Akzentfarbe
ergänzende Details
Die Muster können nach räumlicher Nähe gruppiert werden. Materialien für Küche, Wohnbereich oder Bad erhalten dann eindeutig getrennte Zonen.
Materialmengen verständlich zeigen
Ein kleines schwarzes Metallmuster steht möglicherweise nur für Griffe und Leuchten. Wird es im Board zu groß präsentiert, kann der Eindruck entstehen, Schwarz dominiere den gesamten Raum.
Deshalb sollten die ungefähren Flächenverhältnisse erkennbar bleiben. Das Board muss keine exakte Mengenberechnung darstellen, darf die spätere Raumwirkung aber nicht verfälschen.
Beschriftungen lesbar und zurückhaltend gestalten
Informationen müssen auffindbar sein, ohne die Materialwirkung zu überdecken. Eine einheitliche Beschriftung schafft Ordnung.
Geeignete Angaben sind:
Materialnummer
Produkt und Hersteller
Farb- oder Artikelnummer
Einsatzort
Status
Variante
Ausführliche technische Informationen können zusätzlich in einer Materialliste dokumentiert werden.
Board und Materialliste verbinden
Das Materialboard vermittelt Auswahl und Wirkung. Die Materialliste dokumentiert die genauen Angaben für Planung und Beschaffung.
Eine Materialliste kann enthalten:
Nr. 01
Einsatzort: Boden/ Wohnen
Material: Parkett
Hersteller: Hersteller
Produkt/ Farbe: Eiche natur
Format: Format
Status: Auswahl
Nr. 02
Einsatzort: Wand
Material: Anstrich
Hersteller: Hersteller
Produkt/ Farbe: Farbcode Eiche
Format: -
Status: Auswahl
Nr. 03
Einsatzort: Einbaumöbel
Material: Furnier
Hersteller: Hersteller
Produkt/ Farbe: Eiche geräuchert
Format: Platte
Status: Alternative
Nr. 04
Einsatzort: Sofa
Material: Stoff
Hersteller: Hersteller
Produkt/ Farbe: Artikel/Farbe
Format: -
Status: Auswahl
Nummern auf Board und Liste müssen übereinstimmen.
Digitale Materialboards richtig einordnen
Ein digitales Board eignet sich für Online-Abstimmungen und Dokumentation. Es kann Fotos der Muster, Farbfelder, Produktangaben und eine räumliche Zuordnung enthalten.
Dabei bestehen Grenzen:
Bildschirmfarben sind nicht verbindlich.
Haptik und Glanz lassen sich nur eingeschränkt darstellen.
Größe und Struktur eines Musters können verfälscht werden.
Monitore zeigen Farben unterschiedlich.
Materialfotos hängen von Beleuchtung und Weißabgleich ab.
Eine endgültige Freigabe wichtiger Oberflächen sollte deshalb möglichst anhand realer Muster und unter geeigneten Lichtbedingungen erfolgen.
Materialvarianten fair vergleichen
Wenn zwei Varianten vorgestellt werden, sollten sie gleich vollständig sein. Eine Variante mit großen Originalmustern wirkt automatisch überzeugender als eine zweite mit kleinen Ausdrucken.
Für jede Variante werden möglichst gleich dargestellt:
Boden
Wand
Hauptmaterial
Textil
Metall
Akzent
Einsatzorte
Preis- oder Qualitätsstufe
offene technische Punkte
Die Varianten können unterschiedliche Haltungen zeigen, müssen aber beide zum Briefing passen.
Materialien im Raum verorten
Kunden müssen erkennen, wo ein Material eingesetzt werden soll. Dafür kann das Materialboard mit einem kleinen Grundriss, Aufriss oder einer Perspektivskizze verbunden werden.
Beispiele:
Material 01: Boden im Wohn- und Essbereich
Material 02: Wand hinter dem Sofa
Material 03: Einbauschrank
Material 04: Sofa
Material 05: Vorhang
Material 06: Leuchten und Griffe
Diese Zuordnung verhindert, dass ein Muster als allgemeine Stimmung verstanden wird, obwohl es bereits für eine konkrete Fläche vorgesehen ist.
Materialübergänge mitdenken
Zwei Materialien können einzeln gut aussehen und am Übergang dennoch Probleme verursachen. Stärke, Kante, Fuge und Höhenunterschied müssen berücksichtigt werden.
Typische Übergänge sind:
Parkett zu Fliese
Arbeitsplatte zu Rückwand
Möbel zu Sockel
Wandfarbe zu Holzverkleidung
Teppich zu Hartboden
Fliese zu Putz
Metallprofil zu Glas
Bestand zu neuer Oberfläche
Diese Details werden später in Aufrissen, Schnitten oder Detailzeichnungen geklärt.
Kunden durch die Präsentation führen
Die Präsentation beginnt mit der gestalterischen Leitidee. Danach werden die Materialien in ihrer räumlichen Reihenfolge erklärt.
Eine sinnvolle Abfolge ist:
Ausgangspunkt und Raumkonzept
Boden und große Flächen
Möbel und Einbauten
Textilien
Metall und Details
Lichtwirkung
Pflege und Nutzung
Preis, Verfügbarkeit und Alternativen
Kunden sollten Materialien berühren und unter verschiedenen Lichtbedingungen betrachten können. Ihre Rückmeldung wird möglichst konkret aufgenommen: Geht es um Farbe, Haptik, Glanz, Pflege oder Preis?
Freigabe und Änderungen dokumentieren
Nach der Präsentation erhält jedes Material einen Status:
vorgeschlagen
Alternative
zur Prüfung
freigegeben
abgelehnt
ersetzt
technisch zu bestätigen
Die Freigabe enthält Datum, Variante und eindeutige Produktangaben. Wird ein Material später ersetzt, bleibt die ursprüngliche Entscheidung nachvollziehbar.
Vom Materialboard zur Ausarbeitung
Nach der Freigabe werden die Materialien in Plänen und Listen verortet. Dazu gehören:
Grundriss mit Materialzonen
Bodenplan
Wandabwicklungen
Innenraumaufrisse
Farb- und Materialliste
Detailzeichnungen
Leistungsverzeichnisse oder Produktlisten
Pflegehinweise
Freigabedokumentation
Häufige Fehler bei Materialboards
Typische Schwächen sind:
zu viele Materialien
fehlende gestalterische Hierarchie
keine Verbindung zum Raumkonzept
nicht beschriftete Muster
unrealistische Mengenverhältnisse
keine Angaben zum Einsatzort
ungeprüfte Preise und Lieferzeiten
ausschließlich digitale Darstellungen
zu kleine Farbmuster
keine Prüfung unter realem Licht
vermischte Varianten
fehlende Freigabe und Versionierung
Ein gutes Materialboard muss nicht spektakulär aussehen. Es muss die Materialentscheidung klar, ehrlich und überprüfbar vermitteln.
Materialboards erstellen: Materialien professionell präsentieren
Das Video zum Nachlesen
Das Video zeigt, wie reale Muster ausgewählt, beschriftet, im Board geordnet und gemeinsam mit Kunden zuverlässig bewertet werden.
Häufige Fragen zu Materialboards
Was ist der Unterschied zwischen Moodboard und Materialboard?
Ein Moodboard vermittelt die allgemeine Atmosphäre und Gestaltungsrichtung. Ein Materialboard zeigt konkrete oder zur Auswahl stehende Oberflächen, Farben und Textilien.
Wie viele Materialien gehören auf ein Materialboard?
Es gibt keine feste Zahl. Gezeigt werden die für das Konzept wesentlichen Materialien. Zu viele ähnliche oder gleichrangige Muster können die Aussage schwächen.
Müssen alle Muster Originalprodukte sein?
Für eine erste Richtung können beispielhafte Materialien verwendet werden. Vor einer verbindlichen Freigabe sollten die tatsächlich vorgesehenen Produkte anhand realer und eindeutig beschrifteter Muster geprüft werden.
Reicht ein digitales Materialboard aus?
Für erste Abstimmungen kann es ausreichen. Bei wichtigen Farb-, Struktur- und Haptikentscheidungen sind reale Muster jedoch wesentlich verlässlicher.
Wie groß sollten Materialmuster sein?
Sie sollten groß genug sein, um Farbe, Struktur und Musterverlauf beurteilen zu können. Für Wandfarben und großflächige Materialien sind größere Muster oder Probeflächen besonders hilfreich.
Was muss auf einer Materialprobe stehen?
Mindestens Hersteller, Produkt, Farbe oder Artikelnummer und geplanter Einsatzort. Je nach Projekt kommen Format, Oberfläche, Variante und Freigabestatus hinzu.
Wann gilt ein Material als freigegeben?
Wenn das konkrete Produkt eindeutig bezeichnet, hinsichtlich seiner Wirkung und vorgesehenen Verwendung abgestimmt und die Entscheidung mit Datum und Planstand dokumentiert wurde. Technische Freigaben können zusätzlich erforderlich sein.
Fazit: Materialboards schaffen Sicherheit bei der Auswahl
Ein professionelles Materialboard übersetzt eine gestalterische Idee in konkrete Oberflächen. Es zeigt nicht nur, welche Materialien gefallen, sondern wie sie zusammenwirken und wo sie im Raum eingesetzt werden.
Reale Muster, klare Mengenverhältnisse und eindeutige Beschriftungen machen die Auswahl nachvollziehbar. Licht, Pflege, Preis und technische Eignung werden vor der Freigabe geprüft. Anschließend bildet das dokumentierte Board eine verlässliche Grundlage für Pläne, Bestellungen und Ausführung.

Über den Autor
Andreas M. Modzelewski
Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.
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01 – Moodboards professionell entwickeln
Das Moodboard legt die atmosphärische Richtung fest, bevor konkrete Produkte ausgewählt werden. Der Beitrag „Moodboards professionell entwickeln“ zeigt, wie Bilder, Farben und Materialcharaktere geordnet werden.
02 – Materialien sinnvoll auswählen
Vor der Präsentation müssen Oberflächen auf Nutzung, Pflege und technische Eignung geprüft werden. Im Artikel „Materialien sinnvoll auswählen“ erfährst du, welche Kriterien dabei wichtig sind.
03 – Oberflächen und Strukturen kombinieren
Materialien wirken nie isoliert. Der Beitrag „Oberflächen und Strukturen kombinieren“ erklärt, wie Maserungen, Haptik, Glanzgrade und Kontraste ausbalanciert werden.
04 – Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren
Nach der Materialauswahl werden die Oberflächen mit Grundriss, Aufrissen und Licht zusammengeführt. Der Artikel „Farb-, Licht- und Materialkonzepte präsentieren“ zeigt den vollständigen Präsentationsaufbau.
Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.




