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Raeume flexibel und multifunktional planen

Raumplanung und Funktion

Räume flexibel und multifunktional planen

Gestalte Räume, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen und sich unkompliziert an veränderte Bedürfnisse anpassen lassen.

Person nutzt ein offenes Metallregal zur Aufbewahrung von Materialien und Arbeitsutensilien.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Wie werden Räume flexibel und multifunktional geplant?

Flexible Räume entstehen, wenn unterschiedliche Nutzungen frühzeitig erfasst und räumlich aufeinander abgestimmt werden. Bewegliche oder wandelbare Möbel, erreichbarer Stauraum, passende Beleuchtung und geeignete Anschlüsse erleichtern den Wechsel. Entscheidend ist, dass jede Hauptfunktion bequem nutzbar bleibt und die Umgestaltung mit wenigen Handgriffen gelingt, ohne Laufwege zu blockieren oder ständig Gegenstände umräumen zu müssen.

Flexibilität beginnt mit realistischen Nutzungssituationen


Ein Raum gilt nicht bereits als multifunktional, weil darin verschiedene Tätigkeiten stattfinden. Viele Wohnräume werden gleichzeitig zum Essen, Arbeiten, Spielen und Entspannen genutzt. Ohne entsprechende Planung behindern sich diese Funktionen jedoch gegenseitig. Arbeitsunterlagen müssen vor jeder Mahlzeit verschwinden, Gäste schlafen zwischen Alltagsgegenständen und ausgezogene Möbel blockieren wichtige Wege.


Eine tragfähige Planung betrachtet deshalb nicht nur eine idealisierte Hauptnutzung. Sie untersucht mehrere konkrete Situationen. Wie sieht der Raum an einem gewöhnlichen Werktag aus? Was verändert sich am Abend? Was wird benötigt, wenn Gäste kommen? Welche Nutzung findet täglich statt und welche nur wenige Male im Jahr?


Diese Fragen führen zu einem Nutzungsprofil. Darin werden die Funktionen nach Häufigkeit und Bedeutung geordnet:


  • dauerhaft sichtbare Hauptfunktionen

  • regelmäßig wechselnde Nutzungen

  • gelegentliche Sondernutzungen

  • mögliche spätere Veränderungen


Nicht jede theoretische Möglichkeit muss in den Raum eingebaut werden. Eine seltene Nutzung darf keine dauerhaft benötigte Funktion verschlechtern. Wer nur zweimal im Jahr Übernachtungsgäste empfängt, sollte nicht das gesamte Wohnzimmer um ein großes Schlafsofa herum organisieren, wenn dadurch der tägliche Sitzkomfort leidet. Ebenso ist ein winziger Klapptisch keine überzeugende Lösung, wenn dort täglich mehrere Stunden gearbeitet wird.


Welche Tätigkeiten tatsächlich berücksichtigt und wie sie gewichtet werden sollten, erläutert der Beitrag Funktionen eines Raumes analysieren.


Multifunktional und flexibel sind nicht dasselbe

Ein multifunktionaler Raum erfüllt mehrere Aufgaben. Ein flexibler Raum kann seine Anordnung oder Ausstattung an verschiedene Situationen anpassen. Beide Eigenschaften können zusammenkommen, müssen es aber nicht.

Ein Wohn- und Essbereich ist multifunktional, auch wenn sämtliche Möbel fest stehen. Ein Seminarraum mit beweglichen Tischen und Stühlen ist flexibel, selbst wenn dort überwiegend eine Art von Veranstaltung stattfindet. Erst wenn Nutzungsvielfalt und Veränderbarkeit bewusst verbunden werden, entsteht ein flexibles multifunktionales Konzept.


Diese Unterscheidung erleichtert die Planung. Manche Funktionen können dauerhaft nebeneinander bestehen. Andere benötigen dieselbe Fläche zu unterschiedlichen Zeiten. Ein Arbeitsplatz in einer ruhigen Nische muss abends vielleicht nicht verändert werden. Ein Esstisch, der gleichzeitig für Besprechungen oder kreative Arbeiten genutzt wird, benötigt dagegen passende Beleuchtung und erreichbaren Stauraum für mehrere Tätigkeiten.


Nutzungsszenarien zeichnerisch prüfen

Für jede wichtige Situation sollte eine eigene Grundrissvariante entstehen. Sie zeigt nicht nur die Position der Möbel, sondern auch geöffnete Türen, ausgezogene Tische, Schlafpositionen, zurückgeschobene Stühle und die dabei benötigten Bewegungsflächen.


Bei einem Gästezimmer mit Arbeitsplatz könnten beispielsweise drei Varianten erforderlich sein:


  1. tägliche Nutzung als Arbeitsraum

  2. geöffnete Schlafmöglichkeit für eine Person

  3. Aufenthalt mit Gepäck und erreichbarem Stauraum


Erst der Vergleich zeigt, ob beide Funktionen wirklich zusammenpassen. Ein Schlafsofa kann im geschlossenen Zustand problemlos wirken und ausgeklappt den Zugang zum Schrank blockieren. Ein Klapptisch benötigt eine freie Wandfläche und eine Position, an der Stuhl und Beleuchtung weiterhin funktionieren.


Ein maßstäblicher Plan verhindert, dass nur mit gefühlten Abständen gearbeitet wird. Wie Raum- und Möbelmaße korrekt übertragen werden, beschreibt der Beitrag Grundrisse maßstabsgerecht anlegen.


Hauptfunktion und Nebenfunktion bestimmen

Auch ein wandelbarer Raum braucht eine klare Hierarchie. Die Hauptfunktion erhält die besten räumlichen Bedingungen. Sie bestimmt den grundsätzlichen Charakter, die wichtigsten Möbel und die dauerhafte Anordnung. Nebenfunktionen werden so integriert, dass sie bei Bedarf vollständig nutzbar sind, die Hauptfunktion aber nicht ständig beeinträchtigen.


Ein täglich genutztes Homeoffice benötigt einen vollwertigen Arbeitsplatz. Eine gelegentliche Gästefunktion kann durch ein Schlafsofa, ein Schrankbett oder eine andere Lösung ergänzt werden. Wird der Raum dagegen überwiegend als Gästezimmer genutzt, können Bett und Stauraum stärker im Mittelpunkt stehen.


Diese Hierarchie schützt vor einem häufigen Planungsfehler: Der Raum kann theoretisch alles, erfüllt aber keine Aufgabe wirklich gut. Ein gutes Raumkonzept entscheidet sich bewusst für Prioritäten und macht die übrigen Nutzungen damit vereinbar.

Heller Arbeitsraum mit großem Tisch, Sitzmöbel, Materialmustern und Moodboard für unterschiedliche kreative Tätigkeiten.

Wandelbare Möbel müssen in jedem Zustand funktionieren


Klappbare, ausziehbare, stapelbare und verschiebbare Möbel sind naheliegende Werkzeuge für flexible Räume. Ihre Qualität zeigt sich nicht im geschlossenen Produktfoto, sondern im täglichen Gebrauch. Ein Möbelstück muss leicht bedienbar, stabil und für jede vorgesehene Funktion geeignet sein.


Ein ausziehbarer Esstisch benötigt Platz für die zusätzliche Tischfläche und die ergänzten Sitzplätze. Ein Schlafsofa braucht im geöffneten Zustand Bewegungsraum sowie eine erreichbare Ablage und gegebenenfalls Platz für Bettzeug. Ein Schrankbett darf beim Herunterklappen keine Leuchten, Türen oder Möbel blockieren. Rollen erleichtern das Verschieben nur, wenn der Boden geeignet ist und das Möbel anschließend sicher steht.


Vor der Auswahl sollten deshalb beide beziehungsweise alle Zustände im Grundriss geprüft werden. Dabei helfen folgende Fragen:


  • Wie viele Handgriffe sind für den Wechsel nötig?

  • Kann eine Person das Möbel allein bedienen?

  • Müssen andere Gegenstände vorher entfernt werden?

  • Wo werden diese Gegenstände während der zweiten Nutzung untergebracht?

  • Bleiben Türen, Fenster und Schränke erreichbar?

  • Ist das Möbel in jeder vorgesehenen Funktion bequem und stabil?

  • Wie häufig wird der Wechsel voraussichtlich stattfinden?


Je öfter ein Raum umgestellt wird, desto einfacher muss die Veränderung sein. Eine aufwendige Lösung wird im Alltag häufig nicht benutzt. Das Möbel bleibt geschlossen oder geöffnet und der Raum verliert einen Teil seiner geplanten Funktionen.


Freie Flächen ermöglichen Veränderung

Flexibilität benötigt Platz. Ein Tisch kann nur erweitert werden, wenn die zusätzliche Fläche nicht dauerhaft belegt ist. Ein beweglicher Raumteiler braucht eine Position für beide Zustände. Ein ausklappbares Bett benötigt nachts eine freie Zone, die tagsüber anders genutzt werden kann.

Diese Flächen wirken im Ausgangszustand manchmal ungenutzt. Tatsächlich bilden sie die räumliche Reserve für Veränderungen. Eine gute Planung unterscheidet daher zwischen einer zufälligen Restfläche und einer bewusst freigehaltenen Umstellfläche.


Laufwege dürfen beim Wechsel nicht vollständig verschwinden. Besonders der Zugang zur Tür und zu regelmäßig benötigten Bereichen muss erhalten bleiben. Werden Möbel nur vorübergehend in den Durchgang geschoben, ist die Lösung nicht wirklich flexibel, sondern lediglich improvisiert.


Wie Bedienflächen und Verkehrswege im Grundriss erfasst werden, erklärt der Artikel Laufwege und Bewegungsflächen planen.


Bewegliche Möbel brauchen feste Ausgangspositionen

Ein flexibler Raum darf veränderbar sein, sollte im Alltag aber nicht ungeordnet wirken. Jedes bewegliche Möbel benötigt eine sinnvolle Grundposition. Zusätzliche Stühle, Hocker, Klapptische oder mobile Ablagen brauchen einen Platz, wenn sie gerade nicht verwendet werden.


Fehlt diese Zuordnung, entstehen dauerhafte Zwischenlösungen. Stühle stehen im Weg, Tischplatten lehnen an der Wand und Arbeitsmaterial bleibt auf dem Esstisch liegen. Die theoretische Flexibilität führt dann zu mehr Unordnung.


Hilfreich ist ein Grundzustand, in den der Raum nach jeder Nutzung leicht zurückgeführt werden kann. Darin sind die wichtigsten Funktionen unmittelbar verfügbar. Seltenere Nutzungen werden durch wenige verständliche Veränderungen aktiviert.


Stauraum ist die unsichtbare Voraussetzung

Multifunktionale Räume benötigen häufig mehr Stauraum als Räume mit einer einzigen Aufgabe. Arbeitsunterlagen, Gästebettwäsche, zusätzliche Stühle, Spielmaterial oder technische Geräte müssen in der Nähe verfügbar sein, dürfen aber nicht ständig sichtbar bleiben.


Der Stauraum sollte nach den jeweiligen Nutzungen gegliedert werden. Ein Schrank kann beispielsweise einen Bereich für Büro, einen für Gäste und einen für allgemeine Haushaltsgegenstände aufnehmen. Eindeutige Zonen erleichtern den Wechsel, weil nicht jedes Mal neu sortiert werden muss.


Auch temporär entfernte Gegenstände benötigen einen Platz. Wird der Esstisch zum Arbeiten genutzt, müssen Unterlagen vor dem Essen schnell verstaut werden können. Eine flache Schublade, ein Rollcontainer oder ein direkt angrenzendes Fach ist praktischer als ein Schrank am anderen Ende der Wohnung.


Im Beitrag Stauraum intelligent planen wird gezeigt, wie Standort, Innenaufteilung und Nutzungshäufigkeit zusammengeführt werden.


Möbel bewusst im Raum positionieren

Flexible Möbel dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Ihre Stellung beeinflusst Blickachsen, Tageslicht, Nutzungszonen und die übrige Einrichtung. Ein ausziehbarer Tisch kann in einem Zustand gut positioniert sein und im anderen die Raumordnung auflösen.


Vor allem die Beziehung zwischen festen und beweglichen Elementen muss stimmen. Ein Einbauschrank, eine Küchenzeile oder ein fest montierter Arbeitsplatz bildet den stabilen Rahmen. Mobile Tische, Stühle und Raumteiler verändern die Nutzung innerhalb dieses Rahmens.


Der Artikel Möbel richtig im Raum positionieren erläutert, wie Hauptmöbel, Möbelgruppen und freie Flächen zu einer verständlichen Raumordnung verbunden werden.

Licht für verschiedene Situationen vorbereiten


Ein multifunktionaler Raum benötigt mehr als eine gleichmäßige Allgemeinbeleuchtung. Verschiedene Tätigkeiten stellen unterschiedliche Anforderungen an Helligkeit, Richtung und Atmosphäre. Am Arbeitsplatz wird gerichtetes, blendarmes Licht benötigt. Der Essbereich braucht eine angenehme Ausleuchtung des Tisches. Beim Entspannen darf die Beleuchtung weicher und stärker auf einzelne Zonen begrenzt sein.


Mehrere schalt- oder dimmbare Lichtquellen ermöglichen den Wechsel, ohne dass Leuchten jedes Mal versetzt werden müssen. Die Planung kann aus folgenden Ebenen bestehen:


  • Grundbeleuchtung zur Orientierung

  • Funktionslicht für Arbeiten, Lesen oder Essen

  • Akzentlicht für Wände, Kunst oder besondere Materialien

  • atmosphärisches Licht für ruhigere Situationen


Steckdosen und Anschlüsse sollten zu allen geplanten Zuständen passen. Ein Tisch, der abwechselnd als Ess- und Arbeitsplatz genutzt wird, benötigt eine praktikable Stromversorgung. Lose Verlängerungskabel über Laufwege sind keine dauerhafte Lösung. Auch Ladeplätze, Netzwerkanschlüsse und die Position technischer Geräte gehören frühzeitig in die Planung.


Akustik und Sichtschutz situationsabhängig lösen

Mehrere gleichzeitige Nutzungen können sich akustisch stören. Das betrifft besonders offene Wohnbereiche, Arbeitsplätze und gemeinsam genutzte Räume. Ein Videogespräch lässt sich schwer mit Fernsehen, Kochen oder spielenden Kindern verbinden, wenn keine räumliche oder akustische Differenzierung vorhanden ist.


Textile Vorhänge, verschiebbare Elemente, Regale, Akustikpaneele oder mobile Trennwände können einzelne Bereiche zeitweise beruhigen. Ein solcher Raumteiler muss eine konkrete Aufgabe erfüllen und braucht im geöffneten beziehungsweise entfernten Zustand einen vorgesehenen Platz.


Sichtschutz kann ebenfalls zeitabhängig sein. Ein Arbeitsplatz soll während der Nutzung offen und hell sein, nach Feierabend aber optisch zurücktreten. Türen, Schiebeelemente oder Vorhänge können Arbeitsmittel verdecken, ohne einen dauerhaft geschlossenen Raum zu erzeugen.


Bei Projekten mit erhöhten Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz, Fluchtwege oder Arbeitsstätten sind die jeweiligen Fachplaner und geltenden Vorgaben einzubeziehen. Ein bewegliches Gestaltungselement darf sicherheitsrelevante Anforderungen nicht beeinträchtigen.


Ergonomie in jeder Hauptnutzung prüfen

Ein multifunktionales Möbel ist nur dann sinnvoll, wenn es seine verschiedenen Aufgaben körpergerecht erfüllt. Ein Esstisch ist nicht automatisch ein geeigneter täglicher Arbeitsplatz. Ein dekorativer Hocker ersetzt keinen komfortablen Arbeitsstuhl, nur weil er platzsparend unter den Tisch geschoben werden kann.


Bei häufig genutzten Tätigkeiten müssen Arbeitshöhe, Sitzposition, Beinraum, Greifbereiche und Beleuchtung stimmen. Auch der Haltungswechsel und die Bedienung wandelbarer Möbel gehören dazu. Schwer zu öffnende, instabile oder nur mit ungünstigen Bewegungen bedienbare Lösungen werden im Alltag schnell gemieden.


Der Beitrag Ergonomie in der Raumgestaltung zeigt, wie Menschen, Tätigkeiten, Möbel und räumliche Bedingungen zusammen betrachtet werden.


Zeitliche Flexibilität und langfristige Anpassbarkeit

Flexibilität kann innerhalb eines Tages stattfinden oder sich über mehrere Jahre erstrecken. Ein Tisch wechselt täglich zwischen Arbeit und Essen. Ein Kinderzimmer verändert sich dagegen mit Alter und Interessen. Ein Gästezimmer kann später zum Pflege-, Hobby- oder Arbeitsraum werden.


Langfristige Anpassbarkeit entsteht durch einen Grundriss, der nicht zu stark auf eine einzige Möblierung festgelegt ist. Sinnvoll positionierte Anschlüsse, eine ausgewogene Beleuchtung und Möbel, die ergänzt oder anders verwendet werden können, erleichtern spätere Veränderungen.


Das bedeutet nicht, jeden Raum für jede denkbare Zukunft vorzubereiten. Eine übermäßige technische Ausstattung kann teuer und gestalterisch belastend sein. Sinnvoll sind robuste Grundentscheidungen und gezielte Reserven an Stellen, an denen eine Veränderung wahrscheinlich ist.


Material und Konstruktion auf häufige Veränderungen abstimmen

Bewegliche und klappbare Möbel werden stärker beansprucht als fest stehende Einrichtungen. Beschläge, Gelenke, Rollen, Griffe und Oberflächen müssen zur Nutzungshäufigkeit passen. Eine hochwertige Mechanik ist besonders wichtig, wenn der Wechsel täglich erfolgt.


Der Boden muss verschobene Möbel vertragen, ohne schnell zu verkratzen. Rollen benötigen einen geeigneten Untergrund und sichere Feststeller. Wandbefestigungen für Klapp- oder Schiebesysteme müssen fachgerecht ausgeführt werden. Bei schweren oder komplexen Konstruktionen ist die Zusammenarbeit mit qualifizierten Fachbetrieben erforderlich.


Auch gestalterisch sollten die verschiedenen Zustände überzeugen. Die Rückseite eines frei stehenden Schranks oder Raumteilers bleibt möglicherweise sichtbar. Ein geschlossener Arbeitsplatz wird Teil der Wandgestaltung. Ein ausgeklapptes Bett verändert Proportionen und Blickachsen. Deshalb werden nicht nur Mechanik und Platzbedarf, sondern auch Material, Farbe und Ansicht in jedem Zustand geprüft.


Flexibilität als Teil des Entwurfsprozesses

Am IBKK werden multifunktionale Räume nicht aus einzelnen Möbeltricks zusammengesetzt. Die Planung beginnt mit den Nutzern, den räumlichen Bedingungen und einer nachvollziehbaren Gewichtung der Funktionen. Anschließend werden mehrere Zustände im Grundriss entwickelt und mit Handskizzen räumlich überprüft.


Dieser Wechsel zwischen Analyse und Zeichnung zeigt früh, ob eine Idee wirklich funktioniert. Eine Lösung kann im Grundriss ausreichend Platz bieten, in der Perspektive aber unruhig oder beengt wirken. Umgekehrt kann eine attraktive Visualisierung wichtige Bedienflächen ausblenden.


Wie aus ersten Überlegungen schrittweise ein belastbares Konzept entsteht, erläutert der Beitrag Vom ersten Strich zum Raumkonzept. Das Ergebnis ist ein Raum, der sich verändern kann, ohne seine gestalterische Identität zu verlieren.

Flexible Räume planen: Mehrere Funktionen überzeugend verbinden

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie unterschiedliche Nutzungssituationen geplant und im Grundriss geprüft werden. Wandelbare Möbel, freie Flächen, Stauraum, Beleuchtung und Anschlüsse werden dabei zu einem alltagstauglichen Raumkonzept verbunden.

Häufige Fragen zu flexiblen und multifunktionalen Räumen


Was ist ein multifunktionaler Raum?

Ein multifunktionaler Raum erfüllt mehrere Aufgaben. Er kann beispielsweise zum Wohnen, Arbeiten, Essen und für Gäste genutzt werden. Die Funktionen können gleichzeitig nebeneinanderliegen oder dieselbe Fläche zu unterschiedlichen Zeiten beanspruchen.


Was unterscheidet einen flexiblen von einem multifunktionalen Raum?

Multifunktionalität beschreibt die Anzahl unterschiedlicher Nutzungen. Flexibilität beschreibt die Veränderbarkeit des Raumes. Ein Raum kann mehrere Funktionen ohne bewegliche Möbel erfüllen oder sich flexibel umstellen lassen, obwohl seine grundsätzliche Nutzung gleich bleibt.


Welche Möbel eignen sich für flexible Räume?

Geeignet sind ausziehbare Tische, Stapelstühle, mobile Beistelltische, Klappschreibtische, Schlafsofas, Schrankbetten und bewegliche Raumteiler. Entscheidend sind leichte Bedienung, Stabilität, passende Abmessungen und ein vorgesehener Platz für jeden Nutzungszustand.


Sind multifunktionale Möbel immer platzsparend?

Nein. Ein wandelbares Möbel benötigt häufig zusätzliche Öffnungs- oder Bewegungsfläche. Außerdem müssen eventuell andere Gegenstände entfernt und zwischengelagert werden. Platzsparend ist die Lösung nur, wenn alle Zustände im vorhandenen Raum zuverlässig funktionieren.


Wie viele Funktionen verträgt ein Raum?

Dafür gibt es keine feste Anzahl. Entscheidend sind Raumgröße, Zuschnitt, Nutzungshäufigkeit und Vereinbarkeit der Tätigkeiten. Zu viele gleichrangige Funktionen führen häufig dazu, dass keine davon überzeugend funktioniert. Eine klare Hauptfunktion schafft Orientierung.


Welche Rolle spielt Stauraum?

Stauraum nimmt die Gegenstände auf, die für einzelne Nutzungen benötigt werden oder beim Wechsel verschwinden müssen. Er sollte in der Nähe der jeweiligen Tätigkeit liegen und so gegliedert sein, dass der Umbau mit wenigen Handgriffen möglich bleibt.


Wie plant man einen Raum als Büro und Gästezimmer?

Die tägliche Hauptnutzung sollte zuerst vollständig geplant werden. Danach wird die geöffnete Schlafmöglichkeit mit Bewegungsfläche, Ablage, Licht und Gepäckplatz im Grundriss ergänzt. Arbeitsplatz, Schränke und Tür müssen auch in der Gästesituation erreichbar bleiben.


Braucht ein flexibler Raum bewegliche Trennwände?

Nicht unbedingt. Möbelstellung, Teppiche, Licht und Farben können Bereiche ebenfalls gliedern. Bewegliche Trennelemente sind sinnvoll, wenn zeitweise Sichtschutz, akustische Beruhigung oder eine stärkere räumliche Abgrenzung benötigt werden.


Fazit: Flexibilität muss einfach nutzbar bleiben

Ein multifunktionaler Raum überzeugt nicht durch möglichst viele Verwandlungsmöglichkeiten. Entscheidend ist, ob die vorgesehenen Funktionen im Alltag bequem, sicher und ohne aufwendiges Umräumen genutzt werden können. Dafür werden Haupt- und Nebenfunktionen gewichtet und als unterschiedliche Situationen im Grundriss überprüft.


Wandelbare Möbel, Stauraum, Beleuchtung und technische Anschlüsse unterstützen den Wechsel. Freie Flächen schaffen die notwendige Reserve. Wenn feste und bewegliche Elemente gestalterisch zusammenpassen, bleibt der Raum auch bei wechselnder Nutzung geordnet und erhält eine klare Identität.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

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01 – Funktionen eines Raumes analysieren

Im Beitrag „Funktionen eines Raumes analysieren“ erfahren Sie, wie Haupt- und Nebenfunktionen erfasst, gewichtet und in ein räumliches Anforderungsprofil übersetzt werden. Diese Reihenfolge verhindert, dass zu viele Nutzungen unverbunden in einem Raum untergebracht werden.


02 – Laufwege und Bewegungsflächen planen

„Laufwege und Bewegungsflächen planen“ zeigt, wie Stellflächen, Bedienbereiche und Verkehrswege im Grundriss berücksichtigt werden. Gerade bei ausziehbaren oder klappbaren Möbeln müssen sämtliche Nutzungszustände geprüft werden.


03 – Stauraum intelligent planen

Der Artikel „Stauraum intelligent planen“ erklärt, wie häufig benötigte Gegenstände erreichbar bleiben und Materialien verschiedener Nutzungen getrennt organisiert werden. Ein guter Stauraum verkürzt den Wechsel zwischen den Funktionen.


04 – Ergonomie in der Raumgestaltung

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Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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