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Was ist Interior Design

Interior Design verstehen

Was ist Interior Design?

Erfahre, wie durch das Zusammenspiel von Funktion, Ästhetik, Licht, Farbe und Material Räume mit Atmosphäre entstehen.

Roter Sessel und intensive Farbakzente zeigen, wie Interior Design Möbel, Farbe und Atmosphäre zu einer ausdrucksstarken Raumgestaltung verbindet.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Interior Design kurz erklärt

Interior Design ist die professionelle Planung und Gestaltung von Innenräumen. Dabei werden Funktion, Raumaufteilung, Möblierung, Farbe, Licht, Materialien und Atmosphäre zu einem zusammenhängenden Raumkonzept verbunden. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die den Raum nutzen, ihre Bedürfnisse und die Frage, wie der Raum funktionieren und wirken soll.

Was gehört alles zum Interior Design?


Interior Design verbindet gestalterische, planerische und kommunikative Aufgaben. Je nach Projekt gehören dazu:

  • die vorhandene Raumsituation erfassen,

  • die Bedürfnisse der Nutzer verstehen,

  • Funktionen und Nutzungsbereiche festlegen,

  • Laufwege und Bewegungsflächen untersuchen,

  • räumliche Ideen entwickeln,

  • Grundrisse und Möblierungsvarianten anlegen,

  • Raumideen mit der Hand skizzieren,

  • Proportionen und Blickachsen überprüfen,

  • Farben, Materialien und Oberflächen auswählen,

  • natürliches und künstliches Licht berücksichtigen,

  • Moodboards und Materialkonzepte erstellen,

  • Entwürfe visualisieren,

  • Entscheidungen nachvollziehbar begründen,

  • Raumkonzepte gegenüber Kunden präsentieren.


Diese Aufgaben greifen ineinander. Eine Farbe kann nicht unabhängig vom Licht beurteilt werden. Ein Möbelstück muss nicht nur gefallen, sondern in seinen Abmessungen, seiner Funktion und seiner Position zum Raum passen. Ein schöner Grundriss ist wenig wert, wenn die Laufwege nicht funktionieren.


Professionelles Interior Design betrachtet deshalb nie nur einzelne Produkte. Es betrachtet den Raum als Ganzes.


Der Mensch steht am Anfang der Raumplanung

Bevor Farben, Möbel oder Materialien ausgewählt werden, muss geklärt werden, wer den Raum nutzt und was dort geschehen soll.


Ein Wohnzimmer kann beispielsweise ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen:

  • Rückzugsort für eine Person,

  • Treffpunkt einer Familie,

  • repräsentativer Raum für Gäste,

  • kombinierter Wohn- und Arbeitsbereich,

  • Raum zum Lesen, Musikhören oder Fernsehen.


Obwohl es sich jeweils um ein Wohnzimmer handelt, braucht jede dieser Situationen eine andere Lösung.

Interior Designer stellen deshalb Fragen:


  • Wer hält sich in dem Raum auf?

  • Wie viele Personen nutzen ihn?

  • Welche Tätigkeiten finden dort statt?

  • Was funktioniert bislang nicht?

  • Was soll erhalten bleiben?

  • Welche Atmosphäre wird gewünscht?

  • Welche praktischen Anforderungen bestehen?

  • Welches Budget und welcher zeitliche Rahmen stehen zur Verfügung?


Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann ein tragfähiges Konzept entstehen.


Die drei Ebenen eines guten Raumkonzeptes


1. Funktion

Ein Raum muss seinen Zweck erfüllen. Dazu gehören unter anderem:

  • sinnvoll angeordnete Nutzungsbereiche,

  • verständliche Laufwege,

  • ausreichende Bewegungsflächen,

  • passende Abstände zwischen Möbeln,

  • ergonomische Lösungen,

  • gut erreichbarer Stauraum,

  • Beleuchtung für unterschiedliche Tätigkeiten,

  • Zugänglichkeit von Fenstern, Türen und Anschlüssen.


Ein Raum kann auf einem Foto beeindruckend aussehen und im Alltag trotzdem schlecht funktionieren. Gute Gestaltung zeigt sich deshalb nicht nur im ersten Eindruck, sondern auch in der täglichen Nutzung.


2. Atmosphäre

Räume erzeugen Gefühle und beeinflussen unser Verhalten. Sie können offen, ruhig, konzentriert, lebendig, geborgen, hochwertig oder einladend wirken.

Diese Atmosphäre entsteht aus dem Zusammenspiel von:

  • Raumproportionen,

  • Licht,

  • Farben,

  • Materialien,

  • Oberflächen,

  • Formen,

  • Linien,

  • Kontrasten,

  • Blickachsen und Übergängen.


Atmosphäre ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Sie kann gezielt entwickelt werden, wenn die Wirkung der einzelnen Gestaltungsmittel verstanden wird.


3. Identität

Ein gutes Interior passt zu den Menschen, der Marke oder der Institution, für die es entwickelt wurde.


Eine Wohnung sollte nicht wie ein beliebiger Ausstellungsraum wirken. Ein Ladengeschäft muss seine Marke und sein Sortiment unterstützen. Eine Praxis braucht eine andere Form von Vertrauen und Orientierung als ein Restaurant. Ein Hotel soll nicht nur funktionieren, sondern ein erinnerbares Erlebnis bieten.


Interior Design übersetzt Identität in Raum.


Welche Tätigkeiten hinter diesem Begriff stehen, erklärt „Was macht ein Interior Designer?“ anhand des beruflichen Projektalltags.

Person hält Entwurfsideen in einem Notizbuch neben Farb- und Stoffmustern fest.

Wie entsteht ein Interior-Design-Konzept?


Ein gutes Raumkonzept fällt nicht plötzlich vom Himmel. Es entwickelt sich durch Beobachtung, Analyse, Entwurf, Überprüfung und Korrektur.


Schritt 1 - Den Raum erfassen

Zunächst wird die räumliche Ausgangssituation untersucht:

  • Maße und Proportionen,

  • Fenster und Türen,

  • vorhandene Anschlüsse,

  • Lichteinfall,

  • Blickrichtungen,

  • bauliche Besonderheiten,

  • vorhandene Möbel und Einbauten.

Fotos können diese Analyse unterstützen. Sie ersetzen aber nicht das genaue Hinsehen und Vermessen.

Bereits in dieser frühen Phase zeigt sich, welche Möglichkeiten der Raum bietet und welche Grenzen berücksichtigt werden müssen. Niedrige Decken, ungewöhnliche Winkel, große Fensterflächen oder feste Einbauten können die Planung erschweren. Sie können aber auch zum Ausgangspunkt einer besonderen gestalterischen Lösung werden.


Schritt 2 - Nutzung und Anforderungen klären

Danach werden die Bedürfnisse der Nutzer erfasst. Aus Gesprächen, Beobachtungen und einem strukturierten Briefing entsteht ein Anforderungsprofil.

Dabei zeigt sich häufig, dass der zuerst genannte Wunsch noch nicht die eigentliche Aufgabe beschreibt.

Der Wunsch nach einem größeren Sofa kann beispielsweise darauf zurückgehen, dass mehr Sitzplätze benötigt werden. Vielleicht wäre jedoch eine andere Raumaufteilung oder eine Kombination verschiedener Sitzmöbel die bessere Lösung.

Professionelles Interior Design übernimmt Wünsche deshalb nicht einfach ungeprüft. Es untersucht, welches Bedürfnis hinter einem Wunsch steht und welche räumliche Lösung dieses Bedürfnis am besten erfüllt.


Schritt 3 - Eine gestalterische Leitidee entwickeln

Die Leitidee gibt dem Projekt eine Richtung. Sie verbindet die erforderliche Funktion mit der gewünschten Wirkung.

Eine Leitidee ist mehr als die Festlegung auf einen bekannten Einrichtungsstil. Begriffe wie „skandinavisch“, „Industrial“ oder „modern“ reichen allein nicht aus.

Ein tragfähiges Konzept beschreibt, welche räumliche Erfahrung entstehen soll und mit welchen gestalterischen Mitteln sie umgesetzt wird.

Eine Leitidee könnte beispielsweise lauten:


Der Raum soll Offenheit und Ruhe vermitteln, gleichzeitig aber klar gegliederte Bereiche für gemeinsames Essen, konzentriertes Arbeiten und persönlichen Rückzug bieten.


Aus einer solchen Aussage lassen sich räumliche Entscheidungen ableiten. Die Leitidee beeinflusst die Aufteilung, die Möblierung, die Materialwahl, die Lichtführung und die Farbigkeit.


Schritt 4 - Ideen skizzieren und überprüfen

Mit kleinen Handskizzen lassen sich unterschiedliche Lösungen schnell untersuchen. Möbel können verschoben, Blickrichtungen ausprobiert und räumliche Schwerpunkte entwickelt werden.

Die Skizze ist keine nachträgliche Verschönerung einer fertigen Idee. Sie ist ein Werkzeug des Denkens.

Wer zeichnet, muss Entscheidungen treffen:


  • Wo befindet sich der Blickpunkt?

  • Wie groß sind die Objekte im Verhältnis zueinander?

  • Wie wird der Raum gegliedert?

  • Woher kommt das Licht?

  • Was soll hervorgehoben werden?

  • Welche Bereiche sollen optisch zurücktreten?


Durch das Zeichnen wird sichtbar, ob eine Idee räumlich trägt. Probleme können erkannt werden, bevor viel Zeit in eine detaillierte Ausarbeitung oder digitale Visualisierung investiert wird.

Die erste Skizze muss dabei nicht perfekt sein. Ihr Wert liegt darin, Gedanken sichtbar und besprechbar zu machen.


Schritt 5 - Grundriss und Raumaufteilung entwickeln

Im Grundriss werden Funktionsbereiche, Möbel, Laufwege und Abstände überprüft. Hier entscheidet sich, ob das Konzept im Alltag funktioniert.

Die räumliche Planung beantwortet beispielsweise:


  • Passt die Möblierung tatsächlich in den Raum?

  • Lassen sich Türen und Schränke öffnen?

  • Bleiben die Laufwege frei?

  • Sind sinnvolle Blick- und Gesprächsbeziehungen möglich?

  • Entstehen gut nutzbare Bereiche?

  • Stimmen Größe und Anzahl der Möbel?

  • Werden Tageslicht und vorhandene Anschlüsse sinnvoll berücksichtigt?


Ein Grundriss zeigt Zusammenhänge, die in einem perspektivischen Bild leicht übersehen werden können. Deshalb gehören Grundriss und räumliche Darstellung zusammen.


Schritt 6 - Farbe, Material und Licht verbinden

Anschließend werden Farben, Materialien, Oberflächen und Beleuchtung zu einem zusammenhängenden Konzept entwickelt.

Entscheidend ist nicht, ob ein einzelnes Muster gefällt. Entscheidend ist, wie alle Elemente unter den tatsächlichen Lichtbedingungen miteinander wirken.

Ein Materialkonzept berücksichtigt deshalb:


  • optische Wirkung,

  • Haptik,

  • Nutzung und Beanspruchung,

  • Pflege,

  • Alterungsverhalten,

  • Nachhaltigkeit,

  • Kosten,

  • Verfügbarkeit,

  • Kombination mit anderen Oberflächen.

Auch Licht wird nicht erst am Ende hinzugefügt. Tageslicht, Grundbeleuchtung, funktionales Arbeitslicht und atmosphärische Akzente beeinflussen, wie Farben, Materialien und Proportionen wahrgenommen werden.


Schritt 7 - Den Entwurf visualisieren und präsentieren

Kunden müssen einen geplanten Raum verstehen können, bevor er gebaut oder eingerichtet wird.

Dazu können unter anderem dienen:

  • Handskizzen,

  • Grundrisse,

  • Ansichten,

  • Perspektivzeichnungen,

  • Moodboards,

  • Materialboards,

  • digitale Visualisierungen,

  • KI-gestützte Darstellungen,

  • Modelle und Materialmuster.

Eine Visualisierung soll nicht nur beeindrucken. Sie muss die zugrunde liegende räumliche Idee korrekt und verständlich vermitteln.

Eine überzeugende Präsentation zeigt deshalb nicht nur das erwartete Endergebnis. Sie macht nachvollziehbar, wie die Lösung entstanden ist, welche Anforderungen berücksichtigt wurden und warum die einzelnen Entscheidungen zusammenpassen.


Die Abgrenzung zur geschützten Innenarchitektur wird in „Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Innenarchitektur?“ ausführlicher behandelt.

Warum Interior Design mehr als Dekoration ist


Interior Design und Dekoration sind miteinander verbunden, aber nicht gleichbedeutend.


Dekoration

Dekoration ergänzt einen vorhandenen Raum. Sie arbeitet beispielsweise mit:

  • Accessoires,

  • Bildern,

  • Pflanzen,

  • Kissen,

  • Vorhängen,

  • Teppichen,

  • kleineren farblichen Akzenten.

Dekorative Veränderungen können die Wirkung eines Raumes deutlich beeinflussen. Sie setzen jedoch in der Regel auf einer bereits vorhandenen räumlichen Struktur auf.


Interior Design

Interior Design beginnt früher und greift tiefer. Es beschäftigt sich unter anderem mit:

  • Nutzung und Nutzerbedürfnissen,

  • Raumstruktur und Funktionsbereichen,

  • Möblierung und Proportionen,

  • Laufwegen und Bewegungsflächen,

  • Farbe, Material und Oberfläche,

  • Tageslicht und künstlicher Beleuchtung,

  • gestalterischer Leitidee und Identität,

  • Visualisierung und Präsentation.

Dekoration kann einem Raum seinen letzten Ausdruck geben. Sie kann jedoch keine ungeeignete Raumaufteilung, falsche Proportionen oder schlecht geplante Laufwege ausgleichen.


Dekoration ergänzt einen Raum. Interior Design entwickelt ihn.


Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Innenarchitektur?

Im Alltag werden beide Begriffe häufig gleich verwendet. In Deutschland besteht jedoch ein wichtiger rechtlicher Unterschied.

Die Berufsbezeichnungen „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind gesetzlich geschützt. Sie dürfen nur geführt werden, wenn die dafür geltenden Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört grundsätzlich auch die Eintragung bei einer Architektenkammer.

Interior Designer beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit Raumkonzeption, Nutzung, Möblierung, Farbe, Material, Licht, Atmosphäre und visueller Präsentation.

Je nach Umfang eines Projektes arbeiten sie mit Innenarchitekten, Architekten, Fachplanern und ausführenden Handwerksbetrieben zusammen.

Eine Weiterbildung im Interior Design ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht dazu, die geschützte Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“ zu führen.

Weiterführende Informationen zur geschützten Berufsbezeichnung bietet die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen:

Weitere Informationen zur geschützten Berufsbezeichnung bei der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen


Wo wird Interior Design eingesetzt?

Interior Design begegnet uns überall dort, wo Innenräume bewusst für Menschen und bestimmte Nutzungen gestaltet werden.


Wohnen

  • Wohnzimmer,

  • Küchen,

  • Badezimmer,

  • Schlafzimmer,

  • Homeoffices,

  • Ferienwohnungen.

Arbeiten und Dienstleistungen

  • Büros,

  • Besprechungsräume,

  • Kanzleien,

  • Praxen,

  • Empfangsbereiche,

  • Bildungsräume.

Verkauf und Präsentation

  • Möbelhäuser,

  • Ladengeschäfte,

  • Showrooms,

  • Messestände,

  • Ausstellungen,

  • Immobilienpräsentationen.

Gastlichkeit und Erlebnis

  • Hotels,

  • Restaurants,

  • Cafés,

  • Bars,

  • Veranstaltungsräume,

  • kulturelle Einrichtungen.

Jede Nutzung stellt eigene Anforderungen.

In einem Geschäft geht es unter anderem um Orientierung, Warenpräsentation und Markenwirkung. In einer Praxis stehen Vertrauen, Ruhe und funktionale Abläufe im Mittelpunkt. In einer Wohnung sind die persönlichen Bedürfnisse und der Alltag der Bewohner entscheidend.


Wer arbeitet mit Interior Design?

Interior-Design-Kompetenzen sind nicht nur für Menschen interessant, die sich vollständig neu als Interior Designer positionieren möchten.

Auch bestehende Berufe können davon profitieren:

  • Raumausstatter,

  • Einrichtungsberater,

  • Mitarbeiter in Möbelhäusern,

  • Küchen- und Badplaner,

  • Tischler und Schreiner,

  • Immobilienmakler,

  • Home Stager,

  • Mitarbeiter in Planungsbüros,

  • Laden- und Messebauer,

  • Projektentwickler,

  • Kreativ- und Gestaltungsdienstleister.

Ein Immobilienmakler kann räumliche Potenziale anschaulicher vermitteln. Ein Küchenplaner kann die Küche stärker in das gesamte Raumkonzept einbinden. Ein Raumausstatter kann seine Materialkenntnis um Entwurf und Visualisierung ergänzen. Ein Möbelberater kann Einrichtungsvorschläge schneller skizzieren und verständlicher präsentieren.


Welche Fähigkeiten braucht ein Interior Designer?

Interior Design verbindet Fachwissen mit Wahrnehmung, Kommunikation und praktischem Üben.

Wichtige Fähigkeiten sind:

  • räumliches Vorstellungsvermögen,

  • genaues Beobachten,

  • Verständnis für Funktion und Ergonomie,

  • Gefühl für Proportion und Maßstab,

  • Kenntnisse über Farbe, Licht und Material,

  • zeichnerische Darstellung,

  • konzeptionelles Denken,

  • Einfühlungsvermögen,

  • Kundenkommunikation,

  • Präsentationsfähigkeit,

  • Organisation,

  • kritische Reflexion.

Niemand muss alle diese Fähigkeiten bereits am Anfang beherrschen. Viele davon können Schritt für Schritt erlernt und durch regelmäßige Anwendung entwickelt werden.


Muss man für Interior Design zeichnen können?

Du musst nicht bereits perfekt zeichnen können. Du solltest aber bereit sein, das Zeichnen als Arbeits- und Denkwerkzeug zu erlernen.

Eine schnelle, verständliche Skizze kann:

  • eine Idee festhalten,

  • Varianten sichtbar machen,

  • Proportionen überprüfen,

  • ein Kundengespräch unterstützen,

  • Missverständnisse vermeiden,

  • eine digitale Visualisierung vorbereiten.

Digitale Programme und künstliche Intelligenz können den Entwurfsprozess ergänzen. Sie ersetzen jedoch nicht das räumliche und gestalterische Urteilsvermögen.

Wer nicht beurteilen kann, ob Raumaufteilung, Proportion, Licht oder Materialwirkung stimmen, kann auch ein beeindruckendes digitales Bild nur schwer fachlich bewerten.


Kann man Interior Design lernen?

Ja. Interior Design ist nicht nur eine Frage angeborener Kreativität oder guten Geschmacks.

Professionelle Gestaltung beruht auf erlernbaren Grundlagen:

  • Raumwirkung erkennen,

  • Nutzerbedürfnisse analysieren,

  • Grundrisse verstehen,

  • Funktionen ordnen,

  • Proportionen beurteilen,

  • perspektivisch zeichnen,

  • Farben und Materialien kombinieren,

  • Lichtwirkungen untersuchen,

  • Entscheidungen begründen,

  • Entwürfe präsentieren.

Kreativität entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie entwickelt sich durch Wissen, Beobachtung, Übung, Austausch und fachliches Feedback.

Im Interior Design gibt es selten nur eine mögliche Lösung. Entscheidend ist die Fähigkeit, verschiedene Möglichkeiten zu entwickeln, zu vergleichen und begründet auszuwählen.


Die IBKK-Perspektive: Räume denken, bevor man sie bebildert

Am IBKK verstehen wir die Handskizze nicht als nostalgischen Gegensatz zu digitalen Werkzeugen. Sie ist ein unmittelbarer Weg, eine räumliche Idee sichtbar und überprüfbar zu machen.

Deshalb beginnt ein Entwurf nicht mit einem fertigen Bild. Er beginnt mit Fragen:

  • Was soll der Raum leisten?

  • Für wen wird er entwickelt?

  • Welche räumliche Idee trägt das Projekt?

  • Welche Alternativen gibt es?

  • Warum ist eine Lösung besser geeignet als eine andere?

Erst danach werden Farbe, Material, Licht und Visualisierung gezielt eingesetzt.

Diese Arbeitsweise verbindet analoges Entwerfen mit zeitgemäßen digitalen und KI-gestützten Möglichkeiten. Die Technik steht dabei im Dienst der Idee – nicht umgekehrt.


Woran sich die Qualität einer Planung erkennen lässt, zeigt „Was zeichnet ein gutes Raumkonzept aus?“.


Was ist Interior Design – und warum beginnt ein guter Raum nicht mit Dekoration?

Das Video zum Nachlesen

Das Video kurz zusammengefasst

Gutes Interior Design beginnt nicht mit Möbeln oder Dekoration, sondern mit den Menschen, die einen Raum nutzen. Interior Designer analysieren Bedürfnisse, Funktionen, Laufwege, Proportionen und Lichtverhältnisse. Aus ersten Handskizzen entwickeln sie anschließend Grundrisse sowie Farb-, Material- und Lichtkonzepte.

Digitale Werkzeuge und künstliche Intelligenz können diesen Prozess unterstützen. Entscheidend bleibt jedoch die Fähigkeit, Räume zu verstehen und gestalterische Entscheidungen begründet zu treffen. Am IBKK verbinden wir deshalb räumliches Denken, Handskizze, professionelle Raumplanung und moderne Visualisierung.

Häufig gestellte Fragen zu Interior Design


Was bedeutet Interior Design auf Deutsch?

Interior Design lässt sich mit Innenraumgestaltung oder Gestaltung von Innenräumen übersetzen. Der Begriff umfasst jedoch mehr als die dekorative Einrichtung. Er beschreibt einen professionellen Prozess, in dem Funktion, Raumaufteilung, Möblierung, Farbe, Licht, Material und Atmosphäre miteinander verbunden werden.


Ist Interior Design dasselbe wie Innenarchitektur?

Nein. Die Begriffe überschneiden sich fachlich, sind rechtlich aber nicht gleichzusetzen. „Innenarchitektin“ und „Innenarchitekt“ sind in Deutschland geschützte Berufsbezeichnungen. Eine Weiterbildung im Interior Design ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zum Führen dieser Berufsbezeichnung.


Ist Interior Design nur Dekoration?

Nein. Dekoration ist lediglich ein Teilbereich. Interior Design beginnt bei der Analyse des Raumes und der Nutzerbedürfnisse. Es umfasst unter anderem Raumaufteilung, Funktion, Laufwege, Möblierung, Proportionen, Farbe, Material, Licht und Präsentation.


Muss man für Interior Design gut zeichnen können?

Zeichnerische Vorkenntnisse sind hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung. Raumskizzen, Grundrisse und perspektivisches Zeichnen können systematisch erlernt werden. Entscheidend ist die Bereitschaft, regelmäßig praktisch zu üben.


Kann man Interior Design ohne Studium lernen?

Grundlegende und beruflich anwendbare Kompetenzen können auch in einer qualifizierten Weiterbildung erworben werden. Wer dagegen die geschützte Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“ führen möchte, benötigt die dafür gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung und Eintragung.


Für welche Berufe ist Interior Design interessant?

Interior-Design-Kompetenzen sind unter anderem für Raumausstatter, Möbelberater, Küchenplaner, Tischler, Immobilienmakler, Home Stager sowie Mitarbeiter in Planungsbüros, Einrichtungshäusern und gestaltungsnahen Unternehmen interessant.


Kann man Interior Design berufsbegleitend lernen?

Ja. Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ am IBKK ist berufsbegleitend aufgebaut. Der Live-Unterricht findet über rund drei Monate an einem festen Wochentag statt und kann in Bochum oder online besucht werden.


Welche Aufgaben übernimmt ein Interior Designer?

Interior Designer analysieren Räume und Nutzerbedürfnisse, entwickeln räumliche Leitideen, planen Möblierung und Funktionsbereiche und erstellen Farb-, Material- und Lichtkonzepte. Außerdem visualisieren und präsentieren sie ihre Entwürfe gegenüber Kunden und Projektbeteiligten.


Welche Rolle spielt die Handskizze im Interior Design?

Die Handskizze dient als Werkzeug zum Denken, Prüfen und Kommunizieren. Mit ihr lassen sich räumliche Ideen schnell untersuchen, Varianten vergleichen und Kundengespräche unterstützen. Sie kann außerdem die Grundlage für digitale oder KI-gestützte Visualisierungen bilden.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

DEIN NÄCHSTER SCHRITT · INTERIOR DESIGN (IHK)

Interior Design lernen – berufsbegleitend mit IHK-Zertifikat

Du möchtest verstehen, wie aus einzelnen Gestaltungsideen ein stimmiger Raum wird? Schau dir die Weiterbildung Interior Design (IHK) an und prüfe, wie die Arbeit an einem eigenen Raumkonzept zu deinem Ziel passt.

3 Monate berufsbegleitend

Live in Bochum oder online

Eigenes Interior-Projekt

IHK-Zertifikat bei erfolgreichem Abschluss und Erfüllung der Teilnahme- und Leistungsanforderungen.

Interior Design weiter erkunden

Gruppe von Interior Designern beim Beratungsgespräch

01 – Was macht ein Interior Designer?
Der Beitrag „Was macht ein Interior Designer?“ zeigt, wie aus der Analyse eines Raumes ein funktionales und gestalterisches Gesamtkonzept entsteht.


02 – Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Innenarchitektur?
„Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Innenarchitektur?“ erklärt die verschiedenen Bildungswege, Tätigkeitsbereiche und Verantwortungen.


03 – Interior Design oder Raumgestaltung?
Im Artikel „Was ist der Unterschied zwischen Interior Design und Raumgestaltung?“ erfährst du, wann aus einzelnen Gestaltungsmaßnahmen ein umfassendes Raumkonzept wird.


04 – Was zeichnet ein gutes Raumkonzept aus?
„Was zeichnet ein gutes Raumkonzept aus?“ zeigt, wie Nutzung, Laufwege, Proportionen, Licht, Farben und Materialien zusammenwirken.

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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