Donnerstag, 07.01.2027
NÄCHSTER BEGINN
Was gehört zu einer guten Lichtplanung?
Eine gute Lichtplanung verbindet Tageslicht mit mehreren künstlichen Lichtebenen. Grundbeleuchtung schafft Orientierung, Funktionslicht unterstützt konkrete Tätigkeiten und Akzentlicht betont Raum, Materialien oder Kunst. Zusätzlich werden Blendung, Schatten, Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Leuchtenpositionen und Steuerung berücksichtigt. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Leuchten, sondern welche Aufgabe jede Lichtquelle im Raum übernimmt.
Lichtplanung beginnt mit der Nutzung
Die Auswahl einer Leuchte ist nicht der erste Schritt einer Lichtplanung. Zunächst muss geklärt werden, welche Tätigkeiten im Raum stattfinden und zu welchen Tageszeiten er genutzt wird. Lesen, Kochen, Zeichnen, Arbeiten, Essen und Entspannen stellen unterschiedliche Anforderungen an Lichtverteilung und Helligkeit.
Ein Wohnzimmer benötigt Orientierung und eine angenehme Atmosphäre. Zum Lesen wird zusätzlich gerichtetes Licht benötigt. Am Esstisch soll die Tischfläche gut erkennbar sein, während die Personen nicht von einer offenen Lichtquelle geblendet werden. In der Küche müssen Arbeitsflächen zuverlässig beleuchtet sein. Ein Arbeitsplatz benötigt Licht, das die Sehaufgabe unterstützt und störende Reflexionen begrenzt.
Werden solche Anforderungen erst nach der Möblierung betrachtet, fehlen häufig Anschlüsse an den richtigen Stellen. Leuchten stehen dann im Laufweg, Kabel müssen sichtbar durch den Raum geführt werden oder Arbeitsflächen bleiben trotz heller Raumbeleuchtung unzureichend beleuchtet.
Deshalb werden Funktionen, Möblierung und Licht gemeinsam entwickelt. Der Beitrag Funktionen eines Raumes analysieren zeigt, wie Tätigkeiten und ihre räumlichen Anforderungen erfasst werden.
Tageslicht als erste Lichtquelle
Tageslicht verändert sich im Laufe des Tages. Himmelsrichtung, Jahreszeit, Wetter, Fenstergröße, Verschattung und angrenzende Bebauung beeinflussen, wie viel Licht in den Raum gelangt und welche Flächen es erreicht.
Die Planung sollte daher untersuchen:
Wo fällt Tageslicht ein?
Welche Bereiche erhalten direktes Sonnenlicht?
Wo entstehen Blendung oder starke Reflexionen?
Welche Arbeits- und Aufenthaltsplätze profitieren vom Fenster?
Wo wird auch tagsüber künstliches Licht benötigt?
Wie verändert sich die Situation im Winter und am Abend?
Ein Arbeitsplatz kann von Tageslicht profitieren, sollte aber so ausgerichtet sein, dass Bildschirm oder glänzende Arbeitsmittel nicht ständig störende Spiegelungen zeigen. Ein verstellbarer Sonnen- und Blendschutz hilft dabei, den Lichteinfall an unterschiedliche Situationen anzupassen.
Tageslicht ersetzt die künstliche Beleuchtung nicht vollständig. An dunklen Tagen, in tieferen Raumzonen und nach Sonnenuntergang muss eine künstliche Beleuchtung die Nutzung zuverlässig unterstützen.
Drei grundlegende Lichtebenen
Ein ausgewogenes Konzept besteht meist aus mehreren Lichtarten. Sie übernehmen unterschiedliche Aufgaben und lassen sich je nach Situation gemeinsam oder getrennt einsetzen.
Grundbeleuchtung
Die Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung und eine ausreichende allgemeine Helligkeit. Sie kann durch Deckenleuchten, breit abstrahlende Wandleuchten, indirektes Licht oder eine Kombination mehrerer Systeme entstehen.
Grundbeleuchtung muss nicht jede Fläche gleich hell machen. Eine vollkommen gleichmäßige Ausleuchtung kann räumliche Tiefe und Atmosphäre reduzieren. Wichtig ist, dass Wege, Möbel und Raumgrenzen sicher und verständlich wahrgenommen werden.
Funktionslicht
Funktionslicht unterstützt eine konkrete Tätigkeit. Dazu gehören Arbeitsplatzleuchten, Leselicht, Beleuchtung über dem Esstisch, Licht an Küchenarbeitsflächen oder eine geeignete Beleuchtung am Spiegel.
Die Lichtquelle wird auf die jeweilige Sehaufgabe ausgerichtet. Dabei müssen Schattenwurf, Blickrichtung und mögliche Blendung berücksichtigt werden. Eine Arbeitsleuchte, die von der Hand oder vom eigenen Körper ständig verschattet wird, erfüllt ihre Aufgabe nur teilweise.
Akzentlicht
Akzentlicht hebt bestimmte Flächen, Objekte oder Materialien hervor. Es kann ein Kunstwerk, eine strukturierte Wand, ein Regal oder eine Pflanze betonen. Auch eine beleuchtete Nische kann zum räumlichen Blickpunkt werden.
Akzentlicht sollte gezielt bleiben. Werden alle Objekte gleich stark hervorgehoben, verliert der Raum seine Hierarchie. Ein Akzent ist nur dann wirksam, wenn ruhigere Flächen als Gegenpol erhalten bleiben.
Direktes und indirektes Licht
Direktes Licht fällt unmittelbar von der Leuchte auf eine Fläche. Es eignet sich für Arbeitsbereiche, Tische und gezielte Akzente. Je kleiner und gerichteter die Lichtquelle ist, desto deutlicher können Schatten und Helligkeitsunterschiede ausfallen.
Indirektes Licht wird zunächst auf Wand oder Decke gelenkt und von dort in den Raum zurückgeworfen. Dadurch entsteht eine weichere und gleichmäßigere Lichtwirkung. Die reflektierende Fläche wird Teil des Lichtsystems. Ihre Farbe und Helligkeit beeinflussen das Ergebnis.
Eine dunkle Wand reflektiert weniger Licht als eine helle. Eine farbige Fläche kann das zurückgeworfene Licht leicht einfärben. Indirektes Licht muss deshalb zusammen mit dem Farb- und Materialkonzept entwickelt werden.
Wie Farbe die Wahrnehmung von Wänden, Decken und Raumproportionen verändert, erläutert der Beitrag Wie Farben die Raumwirkung verändern.

Lichtmenge und Helligkeitsverteilung
Ein Raum benötigt nicht überall dieselbe Helligkeit. Die passende Lichtmenge richtet sich nach der Tätigkeit, der Größe des Bereichs, den Oberflächen und den beteiligten Personen. Feine Sehaufgaben benötigen andere Bedingungen als die Orientierung in einem Flur oder die atmosphärische Beleuchtung eines Wohnbereichs.
Für die wahrgenommene Qualität ist nicht allein entscheidend, wie viel Licht rechnerisch auf einer Fläche ankommt. Ebenso wichtig ist die Verteilung. Sehr helle und unmittelbar angrenzende dunkle Flächen erzeugen starke Kontraste. Fehlen solche Unterschiede vollständig, kann der Raum flach und wenig differenziert wirken.
Eine gute Lichtplanung schafft deshalb eine nachvollziehbare Hierarchie:
ausreichend Licht für die jeweilige Tätigkeit
erkennbare Wege und Raumgrenzen
ruhigere Flächen zwischen den Schwerpunkten
gezielte Kontraste für Orientierung und Atmosphäre
Bei Arbeitsstätten und anderen Projekten mit geregelten Anforderungen müssen die vorgeschriebenen Beleuchtungswerte und Qualitätskriterien für die konkrete Tätigkeit geprüft werden. Allgemeine Wohnraumempfehlungen lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen.
Blendung erkennen und vermeiden
Blendung entsteht nicht nur durch eine sichtbar zu helle Lampe. Auch starke Helligkeitsunterschiede oder Spiegelungen auf Bildschirmen, Glas, poliertem Stein und glänzenden Möbeloberflächen können störend sein.
Direkte Blendung tritt auf, wenn eine helle Lichtquelle ungünstig im Blickfeld liegt. Reflexblendung entsteht, wenn Licht von einer spiegelnden Oberfläche in Richtung des Betrachters zurückgeworfen wird. Beide Formen hängen von Leuchtenposition, Blickrichtung und Material ab.
Vor der Festlegung einer Leuchte sollten typische Nutzungspositionen betrachtet werden:
sitzende Person am Tisch
liegende oder zurückgelehnte Position
Blick zum Bildschirm
Blick in einen Spiegel
Bewegung durch Flur oder Treppenbereich
Blick auf glänzende Arbeitsflächen
Eine Pendelleuchte kann über dem Tisch angenehm wirken und aus einer tieferen Sitzposition im benachbarten Bereich blenden. Ein Einbaustrahler kann eine Arbeitsfläche gut beleuchten, gleichzeitig aber störende Reflexionen verursachen. Deshalb reicht eine Prüfung aus nur einer Perspektive nicht aus.
Schatten geben Form und können stören
Ohne Schatten lassen sich Formen, Texturen und räumliche Tiefe nur eingeschränkt erkennen. Gerichtetes Licht modelliert Oberflächen und macht Materialien sichtbar. Eine strukturierte Wand erhält durch seitliches Streiflicht eine deutlichere Wirkung.
Schatten können jedoch auch Tätigkeiten beeinträchtigen. Fällt das Licht beim Zeichnen aus einer ungünstigen Richtung, verschattet die arbeitende Hand den relevanten Bereich. In der Küche kann der eigene Körper die Arbeitsfläche verdunkeln, wenn die Beleuchtung ausschließlich hinter der Person angeordnet ist.
Mehrere Lichtquellen oder eine angepasste Lichtrichtung können harte und störende Schatten reduzieren. Vollständig schattenloses Licht ist aber nicht immer das Ziel. Die gewünschte Schattigkeit richtet sich nach Funktion und Atmosphäre.
Beim Entwerfen lässt sich die räumliche Wirkung durch Zeichnungen untersuchen. Der Beitrag Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen zeigt, wie Lichtrichtung, Eigen- und Schlagschatten nachvollziehbar aufgebaut werden.
Lichtfarbe und Farbtemperatur
Die Farbtemperatur beschreibt den Farbeindruck weißen Lichtes. Vereinfacht wird zwischen wärmerem, neutralerem und kühlerem Weiß unterschieden. Warmes Licht besitzt einen gelblicheren beziehungsweise rötlicheren Eindruck, kühleres Licht erscheint weißer oder bläulicher.
Die passende Lichtfarbe hängt von Nutzung, Material und gewünschter Atmosphäre ab. Wohn- und Entspannungsbereiche werden häufig mit wärmerem Licht verbunden. Für bestimmte Arbeits- oder Funktionsbereiche kann ein neutralerer Eindruck sinnvoll sein.
Innerhalb eines offenen Raumes sollten stark voneinander abweichende Lichtfarben bewusst eingesetzt werden. Eine zufällige Mischung kann Materialien und Farben uneinheitlich erscheinen lassen. Eine gezielte Differenzierung kann dagegen verschiedene Nutzungszonen unterstützen.
Farbtemperatur beschreibt den Farbeindruck der Lichtquelle, nicht ihre tatsächliche Wärmeentwicklung und auch nicht automatisch ihre Qualität.
Farbwiedergabe
Farbwiedergabe beschreibt, wie natürlich oder differenziert Farben unter einer künstlichen Lichtquelle erscheinen. Zwei Leuchten mit ähnlicher Lichtfarbe können Materialien und Farbtöne unterschiedlich wiedergeben.
Eine gute Farbwiedergabe ist besonders wichtig, wenn Farben zuverlässig beurteilt werden müssen. Das betrifft unter anderem Interior Design, Kunst, Textilien, Kosmetik, Lebensmittel, Verkauf und Präsentation. Auch im Wohnraum profitieren Hauttöne, Holz, Stoffe und Kunstwerke von einer überzeugenden Farbdarstellung.
Ein einzelner technischer Kennwert beschreibt nicht jede Qualität einer Lichtquelle vollständig. Bei anspruchsvollen Projekten sollten deshalb Lichtmuster oder Bemusterungen mit den tatsächlichen Materialien durchgeführt werden.
Wie Farben und Materialien zu einer zusammenhängenden Palette verbunden werden, erläutert der Beitrag Farbharmonien für Raumkonzepte
Leuchtenpositionen aus Möbeln und Blickrichtungen entwickeln
Leuchten sollten nicht unabhängig von der Einrichtung verteilt werden. Ein Deckenauslass in der geometrischen Raummitte liegt nur selten automatisch über dem Esstisch, der Kücheninsel oder der Sitzgruppe. Wird die Möblierung später verändert, stimmt die Beziehung möglicherweise nicht mehr.
Zuerst werden Hauptmöbel und Nutzungszonen festgelegt. Danach entstehen die Leuchtenpositionen. Eine Pendelleuchte reagiert auf Tischgröße und Tischstellung. Leselicht richtet sich nach Sitzplatz und bevorzugter Körperhaltung. Akzentlicht orientiert sich an Kunst, Wandfläche oder Material.
Auch die Blickrichtungen müssen geprüft werden. Eine dekorative Leuchte darf sichtbar sein, sollte aber aus typischen Positionen nicht unangenehm blenden. Bei Spiegeln und glänzenden Flächen ist zu untersuchen, ob sich die Lichtquelle störend abbildet.
Der Artikel Möbel richtig im Raum positionieren erläutert, wie Möbelgruppen, Nutzung und Blickachsen als Grundlage der weiteren Planung entwickelt werden.
Licht schafft räumliche Zonen
Licht kann unterschiedliche Bereiche markieren, ohne sie baulich voneinander zu trennen. Eine Pendelleuchte fasst den Esstisch zusammen, eine Stehleuchte bildet eine kleinere Lesezone und beleuchtete Regale unterstützen den Wohnbereich.
Die Lichtzonen sollten zur räumlichen Ordnung passen. Liegt ein Lichtkegel halb im Laufweg und halb auf einem Möbelstück, entsteht keine eindeutige Beziehung. Auch die Höhe einer Pendelleuchte beeinflusst, ob sie einen Tisch zusammenfasst oder den Blick durch den Raum behindert.
In großen offenen Räumen können mehrere Lichtinseln eine angenehmere Maßstäblichkeit schaffen. Sie dürfen dennoch nicht wie voneinander unabhängige Bühnen wirken. Wiederkehrende Lichtfarben, Materialien oder Leuchtenformen verbinden die Bereiche.
Wie solche Zonen durch Möbel, Farbe und Material ergänzt werden, zeigt der Beitrag Große und offene Räume strukturieren.
Flexible Nutzung braucht flexible Beleuchtung
Ein Raum kann im Laufe eines Tages verschiedene Aufgaben übernehmen. Der Esstisch wird morgens zum Arbeitsplatz, nachmittags für Hausaufgaben und abends für ein gemeinsames Essen genutzt. Eine einzige feste Lichtstimmung kann diesen Wechsel kaum abbilden.
Getrennte Schaltgruppen, dimmbare Leuchten und zusätzliche Funktionsleuchten ermöglichen eine Anpassung. Ihre Bedienung sollte verständlich bleiben. Zu viele Schalter und unklar programmierte Szenen führen dazu, dass nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten genutzt wird.
Sinnvolle Lichtszenen können beispielsweise sein:
Ankommen und Orientierung
Arbeiten oder Lesen
Essen und Kommunikation
Entspannen
Reinigung
Nacht- oder Orientierungslicht
Die Szenen entstehen aus tatsächlichen Abläufen und nicht aus technischen Möglichkeiten allein. Der Beitrag Räume flexibel und multifunktional planen zeigt, wie unterschiedliche Nutzungssituationen bereits im Grundriss geprüft werden.
Leuchten und Anschlüsse dokumentieren
Ein Lichtkonzept muss so dargestellt werden, dass Fachplaner und ausführende Betriebe es weiterbearbeiten können. Dazu gehören je nach Planungsstand Leuchtenpositionen, Leuchtenarten, Schaltgruppen, Anschlüsse, Höhen und Beziehungen zur Möblierung.
Im Grundriss werden Leuchten und Schaltungen eingetragen. Innenraumaufrisse helfen bei Wandleuchten, beleuchteten Nischen, Spiegeln und vertikalen Lichtlinien. Schnitte klären Höhen, Abstände und Lichtwirkungen über Tischen oder Arbeitsflächen.
Technische Detailplanung und Elektroausführung gehören in qualifizierte Fachhände. Interior Designer entwickeln Nutzung, Atmosphäre und gestalterische Absicht und stimmen diese mit den zuständigen Planungsbeteiligten ab.
Lichtplanung am IBKK
Am IBKK wird Licht nicht als nachträgliche Dekoration behandelt. Die Teilnehmenden untersuchen Tageslicht, Tätigkeiten, Blickrichtungen und Materialien. Sie entwickeln unterschiedliche Lichtebenen und stellen deren Wirkung in Grundriss, Ansicht und Raumskizze dar.
Die Handskizze hilft dabei, Lichtstimmungen schnell zu vergleichen. Ein Grundriss klärt Leuchtenpositionen und Nutzungsbereiche. Innenraumaufrisse zeigen Wandlicht und vertikale Beziehungen. Perspektivische Darstellungen vermitteln, welche Flächen hervortreten und wie sich die Atmosphäre verändert.
So entsteht ein Lichtkonzept, das funktionale und gestalterische Anforderungen verbindet. Es erklärt nicht nur, welche Leuchte ausgewählt wurde, sondern warum sie an dieser Stelle eine bestimmte Aufgabe erfüllt.
Fachlicher Hinweis für Arbeitsstätten und Sondernutzungen
Für Arbeitsstätten gelten konkrete Anforderungen an Tageslicht, künstliche Beleuchtung, Sichtverbindung, Blendungsbegrenzung und weitere Qualitätsmerkmale. Die ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“ konkretisiert die entsprechenden Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Die benötigte Beleuchtung richtet sich unter anderem nach Tätigkeit und Sehaufgabe. BAuA: ASR A3.4
Die BAuA weist außerdem darauf hin, dass Blendung durch direkt sichtbare Lichtquellen oder Spiegelungen auf glänzenden Arbeitsmitteln entstehen kann. Auch Farbwiedergabe, Schatten und Flimmern sind bei der Beurteilung einer Beleuchtungsanlage zu berücksichtigen. BAuA: Beleuchtung und Licht
Die Inhalte dieses Beitrags vermitteln gestalterische Grundlagen und ersetzen keine elektrotechnische, sicherheitsbezogene oder normgerechte Fachplanung.
Grundlagen der Lichtplanung: Lichtarten, Wirkung und richtige Position
Das Video zum Nachlesen
Das Video erklärt das Zusammenspiel aus Tageslicht, Grundbeleuchtung, Funktionslicht und Akzentlicht. Außerdem werden Blendung, Schatten, Lichtfarbe und die Position der Leuchten anschaulich gezeigt.
Häufige Fragen zur Lichtplanung
Was ist der erste Schritt einer Lichtplanung?
Zuerst werden Raumfunktionen, Tätigkeiten, Nutzungszeiten und Möblierung untersucht. Danach wird das vorhandene Tageslicht bewertet. Erst auf dieser Grundlage werden künstliche Lichtarten, Positionen und Schaltgruppen entwickelt.
Welche Lichtarten braucht ein Raum?
Viele Räume profitieren von einer Kombination aus Grundbeleuchtung, Funktionslicht und Akzentlicht. Tageslicht bildet eine weitere wichtige Ebene. Welche Lichtarten tatsächlich benötigt werden, hängt von Nutzung, Raumgröße und gewünschter Atmosphäre ab.
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Licht?
Direktes Licht fällt unmittelbar von der Leuchte auf eine Fläche. Indirektes Licht wird zunächst über Wand oder Decke reflektiert. Direktes Licht eignet sich für Tätigkeiten und Akzente, indirektes Licht erzeugt häufig eine weichere allgemeine Wirkung.
Reicht eine Deckenleuchte für einen Raum aus?
In einfachen Nutzungen kann eine einzelne Leuchte Orientierung schaffen. Für Wohnen, Arbeiten, Lesen oder Essen reicht sie häufig nicht aus. Unterschiedliche Tätigkeiten benötigen Licht an verschiedenen Stellen und mit unterschiedlicher Ausrichtung.
Welche Lichtfarbe eignet sich für Wohnräume?
Häufig wird in Wohn- und Entspannungsbereichen wärmeres Licht bevorzugt. Die passende Lichtfarbe hängt jedoch von Materialien, Farben, Nutzung und persönlicher Wahrnehmung ab. Stark voneinander abweichende Lichtfarben sollten bewusst und nicht zufällig kombiniert werden.
Was bedeutet Farbwiedergabe?
Farbwiedergabe beschreibt, wie differenziert und natürlich Farben unter einer künstlichen Lichtquelle erscheinen. Sie ist besonders wichtig, wenn Materialien, Hauttöne, Kunst oder Produkte zuverlässig wahrgenommen werden sollen.
Wie lässt sich Blendung vermeiden?
Leuchten werden außerhalb problematischer Blickrichtungen angeordnet oder ausreichend abgeschirmt. Bei glänzenden Oberflächen müssen mögliche Spiegelungen geprüft werden. Auch starke Helligkeitsunterschiede zwischen Lichtquelle und Umgebung können störend sein.
Wie plant man Licht für einen multifunktionalen Raum?
Für jede wichtige Nutzung wird eine passende Lichtsituation entwickelt. Getrennte Schaltgruppen, Funktionsleuchten und gegebenenfalls Dimmung ermöglichen den Wechsel. Die Bedienung sollte einfach und verständlich bleiben.
Fazit: Jede Lichtquelle benötigt eine Aufgabe
Eine gute Lichtplanung verbindet Tageslicht und künstliche Beleuchtung mit der Nutzung des Raumes. Grundlicht schafft Orientierung, Funktionslicht unterstützt Tätigkeiten und Akzentlicht erzeugt Schwerpunkte und räumliche Tiefe.
Lichtmenge allein bestimmt noch keine Qualität. Blendung, Schatten, Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Materialien und Blickrichtungen beeinflussen das Ergebnis ebenso.
Werden Möblierung, Anschlüsse und Steuerung frühzeitig einbezogen, entsteht ein Raum, der tagsüber und am Abend funktional und atmosphärisch überzeugt.

Über den Autor
Andreas M. Modzelewski
Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.
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01 – Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen
Im Beitrag „Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen“ erfahren Sie, wie Lichtrichtung, Eigen- und Schlagschatten räumliche Tiefe erzeugen. Dadurch lassen sich geplante Lichtwirkungen bereits im Entwurf nachvollziehbar darstellen.
02 – Wie Farben die Raumwirkung verändern
„Wie Farben die Raumwirkung verändern“ zeigt, wie Wände, Decken und Böden durch Farbe stärker hervortreten oder optisch zurückweichen. Da Farbe nur durch Licht sichtbar wird, gehören beide Planungsbereiche eng zusammen.
03 – Farbharmonien für Raumkonzepte
Der Artikel „Farbharmonien für Raumkonzepte“ erklärt, wie Grund-, Begleit- und Akzentfarben mit Materialien verbunden werden. Eine gute Farbwiedergabe und passende Lichtfarbe sind für die spätere Wirkung entscheidend.
04 – Gastronomie und Hotellerie gestalten
Wie Beleuchtung und Atmosphäre mit betrieblichen Abläufen verbunden werden, erläutert „Gastronomie und Hotellerie gestalten“.
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