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Natuerliches und kuenstliches Licht kombinieren

Farbe, Licht, Material und Atmosphäre

Natürliches und künstliches Licht kombinieren

Nutze Tageslicht und verschiedene Lichtquellen so, dass Funktion, Atmosphäre und Raumwirkung zu jeder Tageszeit überzeugen.

Person befestigt einen Diffusor an einer Softbox, um künstliches Licht weicher und gleichmäßiger zu verteilen.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Wie werden natürliches und künstliches Licht kombiniert?

Zuerst wird untersucht, wie Tageslicht zu verschiedenen Zeiten in den Raum gelangt. Künstliche Beleuchtung ergänzt anschließend dunklere Bereiche und unterstützt konkrete Tätigkeiten. Grund-, Funktions- und Akzentlicht lassen sich getrennt steuern und an wechselnde Bedingungen anpassen. Blend- und Sonnenschutz, Lichtfarbe, Leuchtenpositionen und Materialien sorgen dafür, dass beide Lichtarten harmonisch und funktional zusammenwirken.

Tageslicht ist dynamisch


Tageslicht bleibt nicht gleich. Seine Richtung, Stärke und Färbung verändern sich im Laufe des Tages und über die Jahreszeiten. Auch Bewölkung, Verschattung, Vegetation und benachbarte Gebäude beeinflussen die Lichtverhältnisse.


Ein Raum kann morgens hell und am späten Nachmittag deutlich dunkler sein. Fensternahe Bereiche erhalten mehr Tageslicht als tiefer liegende Zonen. Direktes Sonnenlicht erzeugt starke Kontraste und klare Schatten, während bedeckter Himmel ein diffuseres Licht liefert.


Eine Lichtplanung sollte den Raum daher nicht nur zu einem einzigen Zeitpunkt betrachten. Sinnvoll sind Beobachtungen oder Fotografien am Morgen, mittags und am Abend. Auch jahreszeitliche Unterschiede müssen bedacht werden. Ein Raum, der im Sommer ausreichend hell erscheint, kann im Winter wesentlich früher künstliches Licht benötigen.


Himmelsrichtung und Fensterlage untersuchen

Die Himmelsrichtung beeinflusst, wann und in welcher Form direktes Sonnenlicht in den Raum gelangt. Dabei spielen Fenstergröße, Raumtiefe, Glas, Vordächer und Umgebung eine ebenso wichtige Rolle.


Ostorientierte Räume erhalten häufig am Morgen direktes Licht. Westorientierte Räume werden stärker von der Nachmittags- und Abendsonne geprägt. Südorientierte Fenster können über längere Zeit direktes Sonnenlicht erhalten, während nordorientierte Räume meist diffuser beleuchtet werden.


Diese Beobachtungen sind eine Ausgangsbasis und keine alleinige Vorhersage. Ein gegenüberliegendes Gebäude, ein tiefer Balkon oder dichter Baumbestand kann die tatsächliche Situation erheblich verändern.


Im Grundriss werden Fenster, Raumtiefe und wichtige Nutzungsbereiche gemeinsam betrachtet. Arbeitsplätze, Lesebereiche und Esstische können das vorhandene Tageslicht nutzen, dürfen aber nicht automatisch direkt vor jedem Fenster angeordnet werden. Aussicht, Blendung, Sonneneinstrahlung und Bewegungsflächen sind ebenfalls zu prüfen.


Künstliches Licht schrittweise ergänzen

Nachdem die Tageslichtsituation erfasst wurde, werden die Bereiche bestimmt, in denen künstliche Beleuchtung erforderlich ist. Dabei geht es nicht nur um Abendstunden. Tiefe Raumzonen, Nischen, Arbeitsflächen oder innenliegende Bereiche können bereits tagsüber zusätzliche Beleuchtung benötigen.


Das künstliche Licht übernimmt mehrere Aufgaben:


  • Es gleicht fehlendes Tageslicht in bestimmten Bereichen aus.

  • Es unterstützt konkrete Sehaufgaben.

  • Es sorgt am Abend für Orientierung.

  • Es betont Materialien und Architektur.

  • Es schafft unterschiedliche atmosphärische Situationen.

  • Es erleichtert den Übergang von Tag zu Nacht.


Eine gleichmäßig helle Deckenbeleuchtung ist dafür selten ausreichend. Unterschiedliche Lichtquellen ermöglichen eine genauere Anpassung. Der Beitrag Grundlagen der Lichtplanung erläutert die Aufgaben von Grund-, Funktions- und Akzentlicht.


Die Möblierung bestimmt den Lichtbedarf

Licht wird für Menschen und ihre Tätigkeiten geplant, nicht für einen leeren Grundriss. Deshalb müssen wichtige Möbelpositionen feststehen, bevor Deckenauslässe, Pendelleuchten und Arbeitsplatzbeleuchtung endgültig festgelegt werden.


Eine Pendelleuchte orientiert sich am Esstisch und nicht automatisch an der Raummitte. Leselicht richtet sich nach Sitzposition und bevorzugter Haltung. Eine Arbeitsleuchte muss die tatsächliche Fläche erreichen, ohne vom eigenen Körper verschattet zu werden.


Verändert sich die Möblierung, können auch Leuchtenpositionen unbrauchbar werden. Bei flexibel genutzten Räumen helfen Stromschienen, mehrere Anschlusspunkte, mobile Leuchten oder andere anpassbare Lösungen. Die technische Ausführung muss von qualifizierten Fachbetrieben geplant und umgesetzt werden.


Wie Hauptmöbel, Blickachsen und Nutzungszonen zueinander angeordnet werden, zeigt der Artikel Möbel richtig im Raum positionieren.


Übergänge statt abrupter Helligkeitswechsel

Große Helligkeitsunterschiede zwischen benachbarten Bereichen können unangenehm wirken. Ein sehr heller Arbeitsplatz neben einem dunklen Flur oder eine stark beleuchtete Küchenfläche in einem ansonsten unbeleuchteten Raum erschwert die visuelle Anpassung.


Eine zurückhaltende Grundbeleuchtung verbindet die Bereiche. Funktionslicht erhöht die Helligkeit dort, wo eine Tätigkeit stattfindet. Akzentlicht schafft räumliche Tiefe und führt den Blick. So entsteht eine gestufte Lichtverteilung, die unterschiedliche Aufgaben miteinander verbindet.


Das bedeutet nicht, dass alle Bereiche gleich hell sein müssen. Unterschiede sind für Orientierung und Atmosphäre wichtig. Sie sollten jedoch nachvollziehbar und zur Nutzung passend sein.

Person richtet einen Lichtaufbau mit Abschirmungen und Reflektoren ein, um künstliches Licht gezielt zu lenken und mit vorhandenem Licht abzustimmen.

Sonnenschutz und Blendschutz gehören zur Planung

Mehr Tageslicht ist nicht in jeder Situation automatisch besser. Direktes Sonnenlicht kann Arbeitsflächen überhitzen, auf Bildschirmen spiegeln und starke Helligkeitsunterschiede erzeugen. Deshalb gehört die Regulierung des Tageslichts zum Lichtkonzept.


Außenliegender Sonnenschutz kann direkte Sonneneinstrahlung bereits vor der Verglasung reduzieren. Innenliegende Systeme wie Rollos, Jalousien oder Vorhänge beeinflussen Blendung, Sichtschutz und Atmosphäre. Welche Lösung geeignet ist, hängt von Gebäude, Fassade, Nutzung und technischen Voraussetzungen ab.


Ein wirksamer Blendschutz sollte Tageslicht nicht grundsätzlich vollständig ausschließen. Ideal ist eine regulierbare Lösung, die den störenden direkten Einfall begrenzt und weiterhin diffuses Licht zulässt.


Am Bildschirmarbeitsplatz ist die Blickrichtung besonders wichtig. Ein Fenster direkt hinter dem Bildschirm kann einen starken Helligkeitskontrast erzeugen. Ein Fenster im Rücken kann sich auf dem Bildschirm spiegeln. Eine seitliche Position ist häufig günstiger, muss aber im konkreten Raum geprüft werden.


Lichtfarben aufeinander abstimmen

Tageslicht verändert seinen Farbeindruck im Tagesverlauf. Künstliche Lichtquellen besitzen dagegen eine festgelegte oder steuerbare Farbtemperatur. Treffen beide Lichtarten zusammen, können sichtbare Unterschiede entstehen.


Eine sehr warme künstliche Beleuchtung kann bei kühlerem Tageslicht deutlich gelblicher erscheinen. Eine sehr kühle Lichtquelle kann am Abend sachlich oder fremd wirken. 

Das bedeutet nicht, dass beide Lichtarten exakt gleich aussehen müssen. Der Übergang sollte jedoch zur Nutzung und zum gestalterischen Konzept passen.


In einem offenen Raum können unterschiedliche Lichtfarben einzelne Bereiche ungewollt voneinander trennen. Wiederkehrende oder aufeinander abgestimmte Lichtqualitäten sorgen für Zusammenhang. Bewusste Unterschiede können dagegen Funktionen markieren, beispielsweise einen konzentrierten Arbeitsbereich und eine ruhigere Aufenthaltszone.


Farbe, Material und Licht müssen dabei gemeinsam beurteilt werden. Der Beitrag Farbharmonien für Raumkonzepte zeigt, wie Grund-, Begleit- und Akzentfarben mit Oberflächen und Beleuchtung verbunden werden.


Farbwiedergabe unter beiden Lichtarten prüfen

Farben und Materialien können im Tageslicht anders erscheinen als unter künstlicher Beleuchtung. Eine Wandfarbe, ein Holzton oder ein Textil, das am Fenster überzeugend wirkt, kann am Abend seinen Charakter verändern.


Deshalb werden Materialmuster unter beiden Bedingungen betrachtet:


  • am Fenster bei diffusem Tageslicht

  • bei direktem Sonnenlicht, sofern es später relevant ist

  • unter der geplanten künstlichen Beleuchtung

  • bei einer Kombination aus Tages- und Kunstlicht

  • aus den wichtigsten Blickrichtungen


Eine gute Farbwiedergabe ist besonders wichtig, wenn Materialien, Kunst, Textilien, Hauttöne oder Produkte zuverlässig dargestellt werden sollen. Zwei Lichtquellen mit ähnlich wirkender Lichtfarbe können Farben dennoch unterschiedlich wiedergeben.


Spiegelungen auf dunklen Fensterflächen

Am Abend verändert sich die Wirkung großer Fenster. Solange es draußen hell ist, entsteht eine räumliche Verbindung nach außen. Bei Dunkelheit kann die Verglasung zur spiegelnden Fläche werden. Helle Innenräume und sichtbare Leuchten spiegeln sich dann deutlich.


Die Position von Leuchten sollte deshalb nicht nur für den Tag geprüft werden. Eine Leuchte vor einer Fensterfläche kann abends doppelt sichtbar erscheinen. Bei Bildschirm, Fernseher oder anderen glänzenden Flächen kommen weitere Reflexionen hinzu.


Vorhänge, Jalousien oder eine veränderte Lichtverteilung können die Situation verbessern. Auch eine ausgewogene Helligkeit im Raum verhindert, dass einzelne Lichtquellen besonders dominant in der Scheibe erscheinen.


Materialien lenken und reflektieren Licht

Helle und matte Flächen reflektieren Licht anders als dunkle oder glänzende Materialien. Eine helle Decke unterstützt indirekte Beleuchtung. Eine dunkle Wand benötigt für dieselbe wahrgenommene Helligkeit eine andere Planung. Glänzender Stein oder Lack kann punktuelle Reflexionen erzeugen.


Auch Texturen beeinflussen die Lichtwirkung. Seitliches Licht macht Putz, Holzmaserung oder Naturstein deutlicher sichtbar. Frontal einfallendes Licht reduziert die wahrnehmbare Struktur. Material und Lichtrichtung sollten deshalb gemeinsam ausgewählt werden.


Wie unterschiedliche Oberflächen zeichnerisch und gestalterisch dargestellt werden, erläutert der Beitrag Materialien und Oberflächen zeichnen.

Lichtzonen mit den Raumfunktionen verbinden

Natürliches Licht verteilt sich selten gleichmäßig über einen Raum. Künstliche Beleuchtung kann diese Unterschiede ausgleichen oder bewusst weiterentwickeln. Ein fensternaher Essplatz profitiert tagsüber vom Tageslicht und erhält am Abend eine eigene Pendelleuchte. Ein Arbeitsplatz in einer tieferen Raumzone benötigt möglicherweise schon am Nachmittag Funktionslicht.


Die Lichtzonen sollten mit der räumlichen Gliederung übereinstimmen. Eine Leuchte über dem Tisch fasst die Esszone zusammen. Licht an einer Wand oder in einem Regal stärkt den Wohnbereich. Eine Arbeitsplatzleuchte macht die Funktion einer Nische erkennbar.


In offenen Grundrissen hilft diese Zuordnung bei der Orientierung. Unterschiedliche Bereiche erhalten eine eigene Lichtstimmung und bleiben über eine zurückhaltende Grundbeleuchtung miteinander verbunden. Wie solche Zonen mit Möbeln, Farbe und Material entwickelt werden, erklärt der Beitrag Große und offene Räume strukturieren.


Flexible Räume brauchen anpassbares Licht

Ein Raum kann morgens Arbeitsplatz, nachmittags Familienbereich und abends Esszimmer sein. Tageslicht unterstützt diese Nutzungen zu unterschiedlichen Zeiten. Künstliches Licht muss sich entsprechend verändern lassen.


Getrennte Schaltgruppen sind häufig sinnvoller als ein einziger Schalter für den gesamten Raum. Dimmung kann verschiedene Tätigkeiten unterstützen, sofern Lichtquelle, Leuchte und Steuerung technisch aufeinander abgestimmt sind. Automatische Systeme können auf Tageslicht oder Anwesenheit reagieren, sollten aber immer verständlich bedienbar bleiben.


Eine technische Funktion verbessert den Raum nur, wenn sie im Alltag angenommen wird. Komplizierte Szenen, unklare Taster oder fehlende manuelle Eingriffsmöglichkeiten führen häufig dazu, dass nur eine Standardeinstellung verwendet wird.


Der Beitrag Räume flexibel und multifunktional planen zeigt, wie wechselnde Nutzungssituationen als eigene Zustände entwickelt werden.


Licht in Skizzen und Ansichten darstellen

Die Kombination aus natürlichem und künstlichem Licht lässt sich bereits im Entwurf untersuchen. Ein Grundriss zeigt Fenster, Lichtrichtung, Leuchtenpositionen und Nutzungsbereiche. Innenraumaufrisse machen Wandlicht, beleuchtete Einbauten und vertikale Lichtverläufe sichtbar. Perspektivische Skizzen vermitteln die Atmosphäre aus der Augenhöhe.


Für eine aussagekräftige Darstellung müssen Lichtquellen, Helligkeitsverläufe und Schatten logisch zusammenpassen. Ein Raum mit seitlichem Tageslicht benötigt eine erkennbare Richtung. Eingeschaltete Leuchten erzeugen eigene Lichtbereiche, die sich mit dem vorhandenen Tageslicht überlagern.


Der Beitrag Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen behandelt die zeichnerischen Grundlagen für Eigen- und Schlagschatten, Lichtkegel und räumliche Tiefe.


Die Planung vom Tag bis zum Abend prüfen

Eine überzeugende Lichtplanung sollte mindestens in mehreren typischen Situationen beurteilt werden:


  • heller Tag

  • bewölkter oder dunkler Nachmittag

  • Dämmerung

  • vollständige Dunkelheit

  • konzentrierte Tätigkeit

  • entspannte Abendnutzung

  • Reinigung und Orientierung


Dabei wird kontrolliert, ob alle wichtigen Bereiche ausreichend nutzbar bleiben, Blendung begrenzt wird und die gewünschte Atmosphäre entsteht. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Leuchten tatsächlich gleichzeitig eingeschaltet werden müssen.


Ein gutes Konzept benötigt nicht ständig die gesamte installierte Beleuchtung. Es ermöglicht eine Auswahl passend zur Situation.


Fachliche und technische Zuständigkeiten beachten

Interior Designer entwickeln Lichtwirkung, Nutzung, Leuchtenpositionen und die gestalterische Einbindung. Elektroplanung, Anschlüsse, Schaltungen, Lasten, Schutzbereiche und die fachgerechte Ausführung gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.


Für Arbeitsstätten gelten konkrete Anforderungen an Tageslicht, Sichtverbindungen, künstliche Beleuchtung und die Begrenzung von Blendung. Die ASR A3.4 konkretisiert die entsprechenden Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Die benötigte Beleuchtung ist unter anderem von Tätigkeit und Sehaufgabe abhängig. BAuA: ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“


Auch Direkt- und Reflexblendung, Farbwiedergabe, Schatten und mögliches Flimmern müssen im jeweiligen Projekt fachgerecht berücksichtigt werden. BAuA: Beleuchtung und Licht


Lichtplanung am IBKK

Am IBKK wird Licht gemeinsam mit Grundriss, Nutzung, Farbe und Material entwickelt. Die Teilnehmenden lernen, Tageslicht zu beobachten und die künstliche Beleuchtung darauf abzustimmen. Sie untersuchen mehrere Tageszeiten und stellen Lichtwirkungen zeichnerisch dar.


Damit beginnt die Planung nicht bei einem dekorativen Leuchtenmodell. Sie beginnt beim Raum und den Menschen, die ihn nutzen. Erst danach werden geeignete Leuchten und technische Lösungen ausgewählt.


Die Verbindung aus Analyse, Handskizze, Lichtplan und Materialbemusterung ermöglicht begründete Entscheidungen. So entsteht ein gutes Raumkonzept, das am Tag ebenso funktioniert wie am Abend.

Vom Tageslicht zum Abendlicht: Beleuchtung sinnvoll kombinieren

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie künstliche Beleuchtung das vorhandene Tageslicht ergänzt. Tagesverlauf, Blendung, Lichtfarbe, Materialien und unterschiedliche Nutzungssituationen werden dabei gemeinsam betrachtet.

Häufige Fragen zur Kombination von Tageslicht und Kunstlicht


Warum sollten Tageslicht und künstliches Licht gemeinsam geplant werden?

Beide Lichtarten wirken über viele Stunden gleichzeitig. Tageslicht verändert sich, während künstliche Beleuchtung dunklere Bereiche und konkrete Tätigkeiten unterstützt. Eine gemeinsame Planung verhindert unpassende Helligkeitsunterschiede und zufällige Lichtfarben.


Kann Tageslicht künstliche Beleuchtung vollständig ersetzen?

Nur zeitweise und abhängig von Raum, Wetter und Tätigkeit. Tiefe Raumzonen, bewölkte Tage und Abendstunden benötigen künstliche Beleuchtung. Für bestimmte Sehaufgaben kann auch tagsüber zusätzliches Funktionslicht erforderlich sein.


Wo sollte ein Arbeitsplatz im Verhältnis zum Fenster liegen?

Eine seitliche Fensterposition ist häufig günstig, weil sie Tageslicht ermöglicht und direkte Blendung oder Reflexionen begrenzen kann. Die konkrete Anordnung hängt von Fenster, Blickrichtung, Bildschirm, Sonnenschutz und Raum ab.


Welche künstliche Beleuchtung ergänzt Tageslicht?

Das hängt von der Nutzung ab. Grundbeleuchtung schafft Orientierung, Funktionslicht unterstützt konkrete Tätigkeiten und Akzentlicht betont Raumflächen oder Objekte. Die Lichtarten sollten getrennt steuerbar sein.


Muss Kunstlicht dieselbe Lichtfarbe wie Tageslicht haben?

Nein. Tageslicht verändert seinen Farbeindruck ohnehin im Tagesverlauf. Kunstlicht und Tageslicht müssen nicht identisch sein, sollten aber eine zur Nutzung passende und bewusst geplante Gesamtwirkung erzeugen.


Warum sehen Farben am Abend anders aus?

Künstliche Lichtquellen besitzen eine andere spektrale Zusammensetzung und Lichtfarbe als Tageslicht. Auch Helligkeit, Schatten und Reflexionen verändern sich. Deshalb sollten Farben und Materialien unter den später relevanten Lichtbedingungen geprüft werden.


Was ist bei großen Fensterflächen am Abend zu beachten?

Dunkle Verglasungen können Innenraum, Leuchten und helle Flächen spiegeln. Leuchtenpositionen, Vorhänge, Sonnenschutz und Helligkeitsverteilung sollten deshalb auch bei Dunkelheit geprüft werden.


Sind automatische Lichtsteuerungen sinnvoll?

Sie können Beleuchtung an Tageslicht und Anwesenheit anpassen. Ihr Nutzen hängt von einer geeigneten Planung und verständlichen Bedienung ab. Manuelle Eingriffsmöglichkeiten sollten bei vielen Nutzungen erhalten bleiben.


Fazit: Tageslicht und Kunstlicht bilden ein System

Natürliches Licht prägt den Raum, verändert sich aber ständig. Künstliche Beleuchtung ergänzt, stabilisiert und differenziert diese wechselnden Bedingungen. Beide Lichtarten müssen deshalb gemeinsam mit Nutzung, Möblierung, Farbe und Material betrachtet werden.


Ein gutes Konzept begleitet den Raum vom hellen Tag bis in den Abend. Es nutzt Tageslicht, begrenzt Blendung, unterstützt Tätigkeiten und schafft verständliche Übergänge. So entsteht keine starre Beleuchtung, sondern eine anpassbare Lichtumgebung.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

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Interior Design weiter erkunden

Gruppe von Interior Designern beim Beratungsgespräch

01 – Grundlagen der Lichtplanung

Im Beitrag „Grundlagen der Lichtplanung“ erfahren Sie, welche Aufgaben Grund-, Funktions- und Akzentlicht übernehmen. Außerdem werden Blendung, Lichtfarbe, Farbwiedergabe und Leuchtenpositionen erläutert.


02 – Wie Farben die Raumwirkung verändern

„Wie Farben die Raumwirkung verändern“ zeigt, wie Wände, Decken und Böden unter verschiedenen Lichtbedingungen hervortreten oder optisch zurückweichen.


03 – Farbharmonien für Raumkonzepte

Der Artikel „Farbharmonien für Raumkonzepte“ erklärt, wie Farben, Materialien und Flächenanteile zu einer schlüssigen Palette verbunden werden. Diese Palette muss unter Tages- und Kunstlicht geprüft werden.


04 – Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen

In „Licht und Schatten in Raumskizzen darstellen“ erfahren Sie, wie natürliche und künstliche Lichtrichtungen, Eigen- und Schlagschatten zeichnerisch sichtbar gemacht werden.

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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