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Materialien sinnvoll auswaehlen

Farbe, Licht, Material und Atmosphäre

Materialien sinnvoll auswählen

Wähle Materialien nach Wirkung, Funktion, Pflege und Beständigkeit aus und stimme sie auf Raum und Nutzung ab.

Designerin prüft ein Materialmuster neben Farb- und Stoffproben, um Farben, Oberflächen und Haptik aufeinander abzustimmen.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Wie wählt man Materialien für Innenräume sinnvoll aus?

Materialien werden nach Nutzung, Beanspruchung, Pflege, Sicherheit, Haptik, Innenraumverträglichkeit und gewünschter Raumwirkung ausgewählt. Zusätzlich müssen Licht, Farbe, Alterung, Verarbeitung und Anschlüsse an andere Materialien geprüft werden. Reale Muster helfen bei der Entscheidung. Für Feuchträume, Arbeitsstätten, Brandschutz oder andere geregelte Bereiche sind geeignete Produktnachweise und eine fachliche Planung erforderlich.

Der Einsatzort bestimmt die Anforderungen


Ein Material kann optisch überzeugen und für seinen vorgesehenen Einsatz trotzdem ungeeignet sein. Eine empfindliche Oberfläche auf einer häufig genutzten Arbeitsplatte, ein schwer zu reinigender Boden im Eingangsbereich oder ein feuchtigkeitsempfindliches Material neben einer Dusche verliert seine gestalterische Qualität schnell im Alltag.


Die Auswahl beginnt deshalb mit dem Einsatzort. Welche Tätigkeiten finden dort statt? Wie häufig wird die Fläche berührt oder begangen? Kommt sie mit Wasser, Schmutz, Wärme, Sonnenlicht oder Reinigungsmitteln in Kontakt? Nutzen Kinder, Haustiere, Beschäftigte oder viele wechselnde Besucher den Raum?


Aus diesen Fragen entsteht ein Anforderungsprofil. Es enthält beispielsweise:


  • Art und Häufigkeit der Nutzung

  • mechanische Beanspruchung

  • Feuchtigkeit und mögliche Verschmutzung

  • Reinigungs- und Pflegeaufwand

  • gewünschte Haptik

  • Licht- und Farbanforderungen

  • akustische Wirkung

  • Alterungsverhalten

  • technische und sicherheitsbezogene Vorgaben

  • Budget und mögliche Reparatur


Welche Tätigkeiten und Belastungen ein Raum aufnehmen muss, lässt sich durch eine genaue Analyse der Funktionen eines Raumes bestimmen.


Oberfläche und Materialaufbau unterscheiden

Bei der Materialwahl wird häufig nur die sichtbare Oberfläche betrachtet. Ein Bauteil besteht jedoch meist aus mehreren Schichten. Ein Boden umfasst nicht nur den Belag, sondern auch Untergrund, Ausgleich, Klebstoff, gegebenenfalls Trittschall- oder Abdichtungsschichten und die Anschlüsse an angrenzende Flächen.


Bei Möbeln ist ebenfalls zwischen Trägermaterial, Beschichtung, Kante, Verbindung und sichtbarer Oberfläche zu unterscheiden. Eine Holzoptik kann aus Massivholz, Furnier, Schichtstoff oder einer bedruckten Beschichtung entstehen. Diese Varianten unterscheiden sich bei Haptik, Reparaturfähigkeit, Feuchteverhalten, Preis und Alterung.


Ein Material kann deshalb nicht allein anhand eines kleinen Musters beurteilt werden. Benötigt werden Informationen zum vollständigen Produkt und zum vorgesehenen Aufbau. Verlege- und Montagehinweise des Herstellers gehören ebenso zur Prüfung.


Beanspruchung realistisch einschätzen

Materialien werden häufig entweder zu empfindlich oder unnötig widerstandsfähig ausgewählt. Eine private Schlafzimmerwand benötigt keine Oberfläche für einen stark frequentierten Verkaufsraum. Umgekehrt ist ein empfindlicher Boden in einem Eingang mit Straßenschuhen, Feuchtigkeit und Schmutz häufig keine dauerhafte Lösung.


Entscheidend ist die tatsächliche Belastung. Ein Esstisch wird anders beansprucht als eine dekorative Konsole. Eine Küchenarbeitsplatte kommt mit Feuchtigkeit, Wärme und Lebensmitteln in Berührung. Ein Hotelflur muss wesentlich mehr Nutzung aushalten als ein privater Wohnungsflur.


Auch punktuelle Belastungen gehören dazu. Stuhlrollen, schwere Möbel, Tierkrallen, Sand, Schuhe oder häufiges Verschieben können Oberflächen beanspruchen. Direkte Sonne kann Farben und Materialien verändern. Solche Bedingungen sollten vor der Auswahl bekannt sein.


Pflege gehört zur Gestaltung

Ein Material ist nicht pflegeleicht oder pflegeintensiv aus sich heraus. Nutzung, Farbe, Struktur und gewünschter Erscheinungszustand beeinflussen, wie sichtbar Staub, Flecken, Kratzer oder Kalk werden.


Sehr dunkle, gleichmäßige und matte Flächen können helle Ablagerungen deutlich zeigen. Hochglänzende Oberflächen lassen Fingerabdrücke und Spiegelungen erkennen. Stark strukturierte Materialien kaschieren manche Gebrauchsspur, können aber schwieriger zu reinigen sein.


Vor der Entscheidung sollte geklärt werden:


  • Welche Verschmutzung ist zu erwarten?

  • Wie schnell muss die Fläche gereinigt werden können?

  • Welche Reinigungsmittel sind geeignet?

  • Darf sich eine Patina entwickeln?

  • Lassen sich beschädigte Stellen reparieren?

  • Können einzelne Teile später ausgetauscht werden?


Gebrauchsspuren sind nicht bei jedem Material ein Mangel. Naturholz, Leder, Metall oder Stein können durch Alterung Charakter gewinnen. Diese Veränderung muss jedoch zur gewünschten Gestaltung und zu den Erwartungen der Nutzer passen.


Nutzer in die Materialentscheidung einbeziehen

Haptik, Geruch, Geräusch und Temperaturwahrnehmung unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Ein glatter Stein kann hochwertig erscheinen, sich aber kühl anfühlen. Ein textiler Boden kann akustisch angenehm sein, in bestimmten Nutzungen jedoch unerwünschten Pflegeaufwand erzeugen.


Auch Allergien, Empfindlichkeiten, Mobilität, Alter und Lebensgewohnheiten können die Auswahl beeinflussen. In einem Haushalt mit kleinen Kindern gelten andere Prioritäten als in einer repräsentativen Ausstellung. Ein gut gemeintes Naturmaterial passt nicht automatisch zu jeder Person und jedem Raum.


Der Beitrag Bedürfnisse der Nutzer ermitteln zeigt, wie individuelle Anforderungen systematisch in die Planung aufgenommen werden.

 Person vergleicht verschiedene Entwurfsvarianten auf dem Boden als Teil eines gestalterischen Auswahl- und Entscheidungsprozesses.

Farbe, Struktur und Glanz gemeinsam beurteilen

Ein Material besitzt nicht nur eine Farbe. Seine Struktur, sein Glanz und seine Reaktion auf Licht prägen die Raumwirkung ebenso stark. Ein mattes und ein hochglänzendes Material können denselben Grundton besitzen und trotzdem vollkommen unterschiedlich erscheinen.


Matte Oberflächen verteilen Licht weicher und zeigen Spiegelungen weniger deutlich. Glänzende Materialien reflektieren Lichtquellen, Fenster und benachbarte Farben. Raue Flächen erzeugen durch kleine Erhebungen und Vertiefungen ein lebendiges Spiel aus Licht und Schatten.

Große Muster und starke Maserungen wirken auf einer kleinen Probe anders als auf einer vollständigen Fläche. 


Eine markante Steinzeichnung kann auf einer Arbeitsplatte zum Mittelpunkt werden, auf mehreren Wänden aber den gesamten Raum dominieren. Holzsortierungen und Textilien besitzen ebenfalls natürliche oder produktionsbedingte Unterschiede.


Deshalb werden Materialien in einer Größe bemustert, die ihre Struktur erkennen lässt. Bei stark variierenden Naturmaterialien sollten mehrere Muster beziehungsweise die konkreten Platten oder Chargen betrachtet werden.


Materialien zu einer ruhigen Ordnung verbinden

Ein überzeugendes Materialkonzept muss nicht viele unterschiedliche Oberflächen enthalten. Oft reichen wenige Materialien, die in verschiedenen Bereichen wiederkehren. Holz kann beispielsweise an Tisch, Schranknische und Griffen erscheinen. Ein Metallton verbindet Leuchten, Beschläge und Armaturen.


Wiederholung schafft Zusammenhang. Kontraste sorgen für Gliederung. Ein glatter Stein kann neben einem weichen Stoff besonders deutlich wirken. Ein mattes Holz erhält durch ein präzises Metallprofil Kontur. Entscheidend ist, dass die Kontraste eine erkennbare Aufgabe übernehmen.


Zu viele ähnliche Holzarten, leicht abweichende Weißtöne oder unverbundene Metallfarben erzeugen schnell Unruhe. Gerade in offenen Räumen werden Materialien aus mehreren Bereichen gleichzeitig wahrgenommen. Ihre Beziehungen sollten deshalb über den einzelnen Möbelentwurf hinaus geprüft werden.


Wie Farben zu einer geordneten Palette verbunden werden, erläutert der Beitrag Farbharmonien für Raumkonzepte.


Materialien unter realem Licht prüfen

Tageslicht und künstliche Beleuchtung verändern Farbe, Glanz und Textur. Ein Material kann am Fenster warm und lebendig erscheinen, unter künstlichem Licht aber grauer oder gelblicher wirken. Glänzende Flächen zeigen abends deutliche Spiegelungen von Leuchten.


Materialmuster sollten deshalb unter den später relevanten Lichtbedingungen betrachtet werden:


  • bei diffusem Tageslicht

  • bei direkter Sonne, sofern sie auftritt

  • unter der vorgesehenen künstlichen Beleuchtung

  • am Morgen und am Abend

  • in senkrechter oder waagerechter Einbaulage

  • neben den angrenzenden Materialien


Die Einbaulage ist wichtig. Ein Bodenmuster, das aufrecht gegen eine Wand gehalten wird, erhält anderes Licht als in waagerechter Position. Stoffe verändern ihren Eindruck je nach Faltenwurf und Betrachtungsrichtung.


Der Artikel Natürliches und künstliches Licht kombinieren zeigt, wie beide Lichtarten über den Tagesverlauf zusammenwirken.


Materialwechsel benötigen eine Begründung

Jeder Materialwechsel erzeugt eine Linie, Fuge oder Kante. Diese Übergänge sollten sich aus Raum, Nutzung oder Konstruktion ergeben. Ein Bodenwechsel kann einen Funktionsbereich markieren, benötigt aber einen sauberen Anschluss. Eine farbige Wandfläche kann an einer Nische oder Türachse enden. Ein willkürlicher Wechsel mitten auf einer ununterbrochenen Fläche wirkt dagegen häufig unentschlossen.


Bei Bodenbelägen sind Aufbauhöhen zu koordinieren, damit keine unnötigen Stolperkanten entstehen. Wandanschlüsse müssen Feuchtigkeit, Reinigung und Bewegung des Materials berücksichtigen. An Möbeln entscheidet die Kantenausbildung über Haltbarkeit und Gesamtwirkung.


Ein Materialkonzept ist deshalb auch ein Konzept seiner Übergänge. Fugen, Profile, Sockel, Kanten und Anschlüsse gehören zur Gestaltung und dürfen nicht erst auf der Baustelle entschieden werden.


Sicherheit und Eignung bei Bodenbelägen

Bodenmaterialien müssen zur Nutzung und möglichen Verschmutzung passen. In Eingängen, Küchen, Arbeitsbereichen oder anderen Zonen mit Feuchtigkeit kann die erforderliche Rutschhemmung eine wichtige Rolle spielen. Ein Material, das trocken sicher erscheint, kann sich bei Wasser, Fett oder Schmutz anders verhalten.


Für Arbeitsstätten richtet sich die notwendige Rutschhemmung nach Tätigkeit und Bereich. Die ASR A1.5 „Fußböden“ enthält hierzu konkrete Anforderungen und Zuordnungen. Solche Klassifizierungen sollten nicht pauschal auf jeden privaten Wohnraum übertragen werden, müssen bei den jeweiligen Projekten aber fachgerecht geprüft werden. BAuA: ASR A1.5 „Fußböden“


Auch Übergänge zwischen unterschiedlichen Belägen benötigen Aufmerksamkeit. Rutschverhalten, Aufbauhöhe, Fugen und sichtbare Kanten beeinflussen Sicherheit und Gestaltung.

Innenraumverträglichkeit und Emissionen prüfen

Bauprodukte, Farben, Lacke, Klebstoffe, Bodenbeläge, Holzwerkstoffe und Einrichtungsgegenstände können Stoffe an die Innenraumluft abgeben. Deshalb sollte die Materialauswahl nicht nur auf Geruch oder Werbeaussagen beruhen.


Produktinformationen, Prüfberichte und anerkannte Kennzeichnungen können bei der Beurteilung helfen. Entscheidend ist das konkrete Produkt, nicht die pauschale Bezeichnung einer Materialgruppe. „Natürlich“, „ökologisch“ oder „lösemittelfrei“ sind allein keine ausreichenden Nachweise für die Eignung in einem bestimmten Innenraum.


Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Bauprodukte zur Belastung der Innenraumluft mit flüchtigen organischen Verbindungen beitragen können. Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten entwickelt dafür Prüf- und Bewertungskriterien. Umweltbundesamt: Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten


Auch das Zusammenspiel mehrerer Produkte ist zu beachten. Bodenbelag, Klebstoff, Spachtelmasse, Lack und Möbel bilden gemeinsam die spätere Innenraumsituation. Ein einzelnes geprüftes Produkt erlaubt deshalb nicht automatisch eine Aussage über den gesamten Raum.


Bei besonderen gesundheitlichen Anforderungen, bestehenden Beschwerden oder empfindlichen Nutzergruppen sollte geeignete fachliche Beratung hinzugezogen werden. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder schadstoffbezogene Beurteilung.


Nachhaltigkeit nicht auf ein Schlagwort reduzieren

Ein Material ist nicht allein deshalb nachhaltig, weil es natürlich, recycelt oder regional ist. Eine belastbare Betrachtung umfasst Herstellung, Transport, Lebensdauer, Pflege, Reparatur, Austausch und mögliche spätere Trennung.


Ein langlebiges Material kann sinnvoll sein, wenn es zur Nutzung passt und über viele Jahre verwendet wird. Eine robuste Oberfläche ist jedoch nicht automatisch die beste Wahl, wenn für ihre Herstellung und Entsorgung erhebliche Aufwendungen entstehen. Umgekehrt hilft ein besonders ressourcenschonendes Material wenig, wenn es an einem ungeeigneten Ort schnell ersetzt werden muss.


Folgende Fragen unterstützen die Auswahl:


  • Ist das Material für die erwartete Nutzungsdauer geeignet?

  • Kann es gepflegt, repariert oder aufgearbeitet werden?

  • Lassen sich Bauteile einzeln austauschen?

  • Sind Verbindungen lösbar oder dauerhaft verklebt?

  • Gibt es nachvollziehbare Informationen zu Herkunft und Herstellung?

  • Kann das Material später getrennt oder weiterverwendet werden?

  • Wird eine übermäßig große Materialmenge eingesetzt?


Nachweise, Produktdeklarationen und Zertifikate sollten inhaltlich geprüft werden. Ein einzelnes Zeichen beantwortet nicht automatisch alle Fragen zu Umweltwirkung, Innenraumverträglichkeit und sozialer Herstellung.


Feuchtigkeit und konstruktiven Aufbau beachten

In Bädern, Küchen und Eingangsbereichen kommt es nicht allein auf eine wasserunempfindliche Oberfläche an. Fugen, Kanten, Anschlüsse und Untergrund entscheiden darüber, ob der gesamte Aufbau dauerhaft funktioniert.


Ein Material kann oberflächlich feuchtebeständig sein, während Wasser über schlecht geplante Anschlüsse in darunterliegende Schichten eindringt. Deshalb müssen Abdichtung, Gefälle, Belüftung und Ausführung mit den zuständigen Fachleuten abgestimmt werden.


Holz und Holzwerkstoffe reagieren je nach Produkt und Aufbau auf Feuchtigkeit. Naturstein kann empfindlich gegenüber bestimmten Substanzen sein. Metalle können sich verändern oder korrodieren. Textilien benötigen eine Nutzung, bei der Reinigung und Trocknung gewährleistet sind.


Pauschale Aussagen wie „Naturstein ist immer unempfindlich“ oder „Holz eignet sich nicht für Feuchträume“ helfen deshalb nicht weiter. Das konkrete Material, seine Behandlung, der Aufbau und die Einbausituation entscheiden.


Brandschutz und geregelte Verwendungen

In gewerblichen, öffentlichen und anderen geregelten Innenräumen können Anforderungen an das Brandverhalten von Bodenbelägen, Wandverkleidungen, Akustikelementen, Vorhängen, Möbeln und weiteren Materialien bestehen. Diese Anforderungen hängen von Gebäudeart, Nutzung, Einbauort und Brandschutzkonzept ab.


Ein optisch ähnliches Produkt kann eine andere Klassifizierung besitzen oder für einen bestimmten Einsatz nicht nachgewiesen sein. Deshalb müssen Produktunterlagen und Verwendbarkeit vor der Bestellung geprüft werden.


Interior Designer sollten Anforderungen früh erkennen und mit Architekten, Brandschutzplanung, Fachbetrieben und Auftraggebern abstimmen. Die verbindliche Festlegung und Prüfung gehört in die jeweils qualifizierten Zuständigkeitsbereiche.


Akustik und Haptik mitgestalten

Harte, glatte Flächen reflektieren Schall stärker als viele weiche oder poröse Materialien. Ein Raum mit Steinboden, Glas, glatten Wänden und großen Fenstern kann trotz hochwertiger Gestaltung akustisch unruhig wirken.


Textilien, Polstermöbel, Vorhänge und geeignete Akustikelemente verändern die Schallverteilung. Ihre tatsächliche Wirksamkeit hängt von Materialaufbau, Fläche und Position ab. Bei konkreten akustischen Anforderungen ist eine fachliche Planung notwendig.


Haptik beeinflusst ebenfalls die Wahrnehmung. Materialien werden über Griffe, Arbeitsflächen, Armlehnen, Böden und Textilien unmittelbar erlebt. Eine Oberfläche kann visuell kühl und beim Berühren angenehm sein – oder umgekehrt. Deshalb sollte sie nach Möglichkeit nicht nur digital ausgewählt werden.


Materialien zeichnerisch verständlich machen

Materialkonzepte müssen kommuniziert werden können. Grundriss und Innenraumaufriss zeigen, wo Materialwechsel stattfinden. Perspektivische Skizzen vermitteln die Gesamtwirkung. Detailzeichnungen klären Fugen, Kanten und Anschlüsse.


Mit Linien, Schraffuren, Farbe, Licht und Schatten lassen sich Holz, Stein, Metall, Glas und Textilien unterscheidbar darstellen. Der Beitrag Materialien und Oberflächen zeichnen vermittelt dafür die zeichnerischen Grundlagen.


Am IBKK wird die Materialauswahl als Teil des gesamten Entwurfsprozesses behandelt. Die Teilnehmenden verbinden Nutzung, Haptik, Farbe, Licht und technische Anforderungen. Sie entwickeln Materialboards, prüfen Muster und übertragen die Auswahl in ihre Raumdarstellungen.


Das Ergebnis ist kein dekoratives Sammelsurium, sondern ein gutes Raumkonzept, in dem jedes Material eine funktionale und gestalterische Aufgabe übernimmt.

Materialien richtig auswählen: Sieben Fragen für sichere Entscheidungen

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie Materialien nach Einsatzort, Belastung, Pflege, Haptik, Lichtwirkung und technischer Eignung beurteilt werden. Reale Muster und ein Materialboard machen die Auswahl nachvollziehbar.

Häufige Fragen zur Materialauswahl


Was ist bei der Materialauswahl besonders wichtig?

Der Einsatzort entscheidet über die Anforderungen. Nutzung, Feuchtigkeit, Verschmutzung, mechanische Belastung, Pflege, Licht und gewünschte Atmosphäre müssen gemeinsam betrachtet werden. Bei geregelten Anwendungen kommen technische Nachweise hinzu.


Wie viele Materialien sollte man in einem Raum kombinieren?

Dafür gibt es keine feste Zahl. Eine begrenzte Auswahl erleichtert eine ruhige Gesamtwirkung. Wiederkehrende Materialien verbinden unterschiedliche Bereiche, während gezielte Kontraste für Gliederung sorgen.


Warum reichen kleine Materialmuster nicht aus?

Maserung, Farbe und Struktur können auf einer großen Fläche wesentlich stärker wirken. Auch Licht und Einbaurichtung verändern den Eindruck. Kleine Muster eignen sich für eine Vorauswahl, sollten aber durch größere Proben ergänzt werden.


Sind natürliche Materialien immer besser?

Nein. Herkunft, Verarbeitung, Oberflächenbehandlung, Nutzungsdauer, Pflege und Emissionen müssen für das konkrete Produkt geprüft werden. „Natürlich“ ist keine automatische Aussage über Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Eignung.


Was bedeutet emissionsarmes Material?

Emissionsarme Produkte geben im Rahmen festgelegter Prüfungen vergleichsweise geringe Mengen bestimmter Stoffe an die Innenraumluft ab. Maßgeblich sind nachvollziehbare Produktinformationen und geeignete Prüf- oder Bewertungsnachweise, nicht allein Werbebegriffe.


Wie wichtig ist die Pflege bei der Auswahl?

Sehr wichtig. Eine ungeeignete Pflege kann Oberflächen beschädigen und ihre Lebensdauer verkürzen. Verschmutzung, Reinigungsrhythmus und zugelassene Mittel sollten bereits bei der Materialentscheidung berücksichtigt werden.


Kann man Holz, Stein und Metall miteinander kombinieren?

Ja. Die Materialien können durch ähnliche Farbtöne, wiederkehrende Details oder bewusste Kontraste verbunden werden. Entscheidend sind ihre Flächenanteile und Beziehungen im Raum.


Wer prüft die technische Eignung?

Das hängt von der Aufgabe ab. Fachbetriebe, Architekten, Fachplaner, Hersteller und andere qualifizierte Beteiligte prüfen Aufbau, Verarbeitung und besondere Anforderungen. Interior Designer koordinieren die gestalterische Absicht mit diesen Vorgaben.


Fazit: Das passende Material erfüllt mehrere Aufgaben

Eine sinnvolle Materialauswahl verbindet Ästhetik, Nutzung und technische Eignung. Das Material muss zur Belastung passen, sich angemessen pflegen lassen und unter dem vorhandenen Licht überzeugen. Haptik, Akustik, Alterung und Innenraumverträglichkeit gehören ebenfalls zur Beurteilung.


Reale Muster und nachvollziehbare Produktinformationen schaffen eine bessere Grundlage als Bildschirmbilder oder allgemeine Materialversprechen. Werden außerdem Übergänge und konstruktiver Aufbau früh geplant, entsteht ein Materialkonzept, das nicht nur bei der Präsentation überzeugt, sondern sich im Alltag bewährt.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

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Materialien begründet auswählen

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3 Monate berufsbegleitend

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IHK-Zertifikat bei erfolgreichem Abschluss und Erfüllung der Teilnahme- und Leistungsanforderungen.

Interior Design weiter erkunden

Gruppe von Interior Designern beim Beratungsgespräch

01 – Gastronomie und Hotellerie gestalten

Den Einsatz von Materialien in stark beanspruchten Gästebereichen behandelt „Gastronomie und Hotellerie gestalten“.


02 – Farbharmonien für Raumkonzepte

„Farbharmonien für Raumkonzepte“ zeigt, wie Materialfarben mit Grund-, Begleit- und Akzentfarben zu einer geordneten Palette verbunden werden.


03 – Interior Design für Badplaner

Wie Materialentscheidungen in ein vollständiges Badkonzept eingeordnet werden, erläutert „Interior Design für Badplaner“.


04 – Stauraum intelligent planen

In „Stauraum intelligent planen“ erfahren Sie, wie Material, Konstruktion, Nutzung und Pflege bei Einbauten und Schrankanlagen miteinander verbunden werden.

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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