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Interior Design fuer Badplaner

Berufe und Zielgruppen

Interior Design für Badplaner

Ergänze funktionale und technische Planung durch fundiertes Gestaltungswissen für harmonische und atmosphärische Badezimmer.

Freistehende weiße Badewanne vor warmer Holzwand – modernes Badezimmer mit reduziertem Interior Design und natürlichen Materialien.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Warum ist Interior Design für Badplaner wichtig?

Interior-Design-Kenntnisse ermöglichen Badplanern, über Sanitärobjekte und Fliesen hinauszudenken. Sie verbinden Nutzerbedürfnisse, Bewegungsflächen, Stauraum, Licht, Farben und Materialien zu einem vollständigen Raumkonzept. Grundriss, Aufrisse und Perspektivskizzen machen die Planung verständlich. Technische Anforderungen an Abdichtung, Sanitär, Elektro und Lüftung werden früh erkannt und mit den zuständigen Fachleuten abgestimmt.

Badplanung beginnt bei den täglichen Abläufen


Ein Badezimmer wird mehrmals täglich genutzt und muss viele Funktionen auf begrenzter Fläche aufnehmen. Menschen waschen sich, duschen, pflegen sich, bewahren persönliche Gegenstände auf und benötigen morgens häufig gleichzeitig dieselben Bereiche. Deshalb reicht es nicht, Waschtisch, WC und Dusche so anzuordnen, dass sie formal in den Grundriss passen.


Interior Design erweitert die Badplanung um den Zusammenhang zwischen Nutzung, Proportion, Bewegung und Atmosphäre. Ein technisch mögliches Badezimmer ist nicht automatisch komfortabel. Erst wenn Abläufe, Stauraum, Licht und Materialien aufeinander abgestimmt sind, entsteht eine langfristig überzeugende Lösung.


Nutzer und Gewohnheiten kennenlernen

Das Beratungsgespräch klärt, wie das Badezimmer heute genutzt wird und welche Anforderungen sich in Zukunft entwickeln können. Ein Familienbad unterscheidet sich von einem Gäste-WC, einem Paarbad oder einem barrierearm geplanten Badezimmer.


Wichtige Fragen sind:


  • Wie viele Personen nutzen das Bad?

  • Wird der Raum gleichzeitig von mehreren Menschen gebraucht?

  • Ist eine Dusche, eine Badewanne oder beides gewünscht?

  • Wie viele Pflegeprodukte und Handtücher müssen untergebracht werden?

  • Welche elektrischen Geräte werden verwendet?

  • Wird Wäsche im Bad gesammelt oder gewaschen?

  • Welche Körpergrößen und Bewegungsvoraussetzungen sind zu berücksichtigen?

  • Sind Kinder oder ältere Menschen Teil des Haushaltes?

  • Welche Anforderungen könnten später entstehen?

  • Wie viel Zeit wird morgens im Bad verbracht?

  • Welche Reinigungs- und Pflegegewohnheiten gibt es?

  • Welche Atmosphäre wird gewünscht?


Aus diesen Antworten ergibt sich, welche Funktionen wirklich benötigt werden. Eine große Badewanne kann attraktiv wirken, aber wertvolle Fläche beanspruchen, wenn sie kaum benutzt wird. Ein Doppelwaschtisch ist nicht automatisch die beste Lösung für zwei Personen, wenn Stauraum oder Bewegungsfläche dadurch verloren gehen.


Den Bestand genau aufnehmen

Badezimmer reagieren empfindlich auf ungenaue Maße. Neben Wandlängen und Raumhöhe müssen zahlreiche bauliche und technische Bedingungen dokumentiert werden.


Zum Aufmaß gehören:


  • Wandmaße und Wandwinkel

  • Raumhöhe

  • Türen und Öffnungsrichtungen

  • Fenster und Brüstungshöhen

  • Nischen, Schächte und Vorwandinstallationen

  • Dachschrägen

  • Heizkörper und Handtuchwärmer

  • Wasser- und Abwasseranschlüsse

  • vorhandene Sanitärobjekte

  • Elektroanschlüsse und Lichtauslässe

  • Lüftungsöffnungen

  • Bodenaufbau und mögliche Höhenunterschiede

  • Untergründe und Wandbeschaffenheit


Eine bodengleiche Dusche hängt beispielsweise nicht allein von ihrer sichtbaren Größe ab. Bodenaufbau, Entwässerung, Abdichtung und Anschlusssituation müssen fachlich geprüft werden. Ähnliches gilt für wandhängende Sanitärobjekte und schwere Möbel.


Funktionsbereiche im Grundriss ordnen

Der Grundriss zeigt die Beziehungen zwischen Waschplatz, Dusche, Badewanne, WC und Stauraum. Dabei wird nicht nur die reine Stellfläche betrachtet. Vor jedem Element wird Platz zur Benutzung benötigt.


Ein Badezimmer kann folgende Funktionsbereiche enthalten:


  • Waschen und Körperpflege

  • Duschen oder Baden

  • WC und gegebenenfalls Bidet

  • Handtücher und Pflegeprodukte

  • Wäsche

  • Haartrockner und weitere Geräte

  • Reinigung und Vorräte

  • Heizung und Lüftung

  • Ankleiden

  • Bewegungs- und Bedienflächen


Die Anordnung sollte den täglichen Ablauf unterstützen. Der Waschtisch liegt häufig in einem gut zugänglichen Bereich. Das WC kann diskreter eingeordnet werden. Dusche und Badewanne bilden die stärker wasserbeanspruchten Zonen.


Privatsphäre und gemeinsame Nutzung berücksichtigen

Ein Badezimmer wird nicht immer nur von einer Person genutzt. Durch räumliche Gliederung können mehrere Funktionen gleichzeitig möglich werden. Ein etwas geschützter WC-Bereich, ein großzügiger Waschplatz oder getrennte Ablagen unterstützen die gemeinsame Nutzung.


Vollständig offene Lösungen wirken auf Visualisierungen großzügig, passen aber nicht zu jedem Alltag. Das gilt besonders für Badezimmer, die direkt mit dem Schlafzimmer verbunden sind. Sichtschutz, Geräusche, Gerüche, Feuchtigkeit und unterschiedliche Tagesrhythmen müssen bedacht werden.


Zukunftsfähig planen

Badezimmer werden selten kurzfristig erneuert. Eine vorausschauende Planung kann spätere Anpassungen erleichtern. Dazu gehören beispielsweise eine gut zugängliche Dusche, ausreichend Bewegungsfläche, eine verständliche Bedienung und tragfähige Wandbereiche für gegebenenfalls später benötigte Unterstützungssysteme.


Zukunftsfähige Planung bedeutet nicht, jeden privaten Raum wie eine Pflegeeinrichtung aussehen zu lassen. Funktionale Voraussetzungen können gestalterisch selbstverständlich integriert werden.

Doppelwaschbecken aus dunklem Naturstein mit wandmontierten Armaturen und reduzierten Badaccessoires – modernes Baddesign mit klarer Material- und Formensprache.

Bewegungsflächen, Ergonomie und Stauraum entwickeln


Badezimmer werden oft anhand der sichtbaren Sanitärobjekte geplant. Im Alltag entscheiden jedoch Bedienung, Erreichbarkeit und freie Bewegung darüber, wie gut der Raum funktioniert.


Bewegungsflächen realistisch prüfen

Vor Waschtisch, WC, Dusche, Badewanne und Schränken werden Nutzungsflächen benötigt. Türen, Duschabtrennungen und Auszüge müssen sich öffnen lassen, ohne miteinander zu kollidieren.


Zu prüfen sind:


  • Öffnungsrichtung der Eingangstür

  • Duschabtrennung im geöffneten Zustand

  • Schubladen und Schranktüren

  • Bewegungsfläche vor Waschtisch und WC

  • Einstieg in Dusche oder Badewanne

  • Position von Handtüchern

  • Bedienung von Fenstern

  • Erreichbarkeit von Armaturen

  • gemeinsame Nutzung durch mehrere Personen

  • mögliche spätere Hilfsmittel


Kleine Überschneidungen müssen nicht grundsätzlich falsch sein. Sie sollten aber bewusst bewertet werden. Eine Schublade, die nur geöffnet werden kann, wenn niemand am Waschplatz steht, kann im Familienbad dauerhaft stören.


Waschtisch und Ausstattung ergonomisch planen

Waschtischhöhe, Beckentiefe, Spiegel, Armaturen und Ablagen müssen zu den Nutzern passen. Starre Standardlösungen berücksichtigen Körpergröße, Beweglichkeit und Gewohnheiten nur eingeschränkt.


Bei der Planung werden unter anderem betrachtet:


  • Arbeitshöhe des Waschtisches

  • Erreichbarkeit der Armatur

  • Abstand zum Spiegel

  • Beleuchtung des Gesichtes

  • Beinfreiheit bei sitzender Nutzung

  • Erreichbarkeit von Steckdosen

  • Bedienung von Schubladen

  • Handtuchposition

  • Nutzung durch Kinder

  • spätere Anpassungsmöglichkeiten


Auch Dusche und Badewanne müssen bequem bedienbar sein. Armaturen sollten erreichbar sein, ohne dass Nutzer unnötig in den Wasserstrahl greifen oder eine ungünstige Haltung einnehmen müssen.


Stauraum nach dem tatsächlichen Inhalt planen

Ein Badezimmer benötigt Stauraum für tägliche Pflege, Vorräte, Handtücher, Wäsche und Reinigungsmittel. Diese Dinge stellen unterschiedliche Anforderungen an Erreichbarkeit und Schutz.


Vor der Möbelplanung sollte erfasst werden:


  • täglich verwendete Pflegeprodukte

  • Kosmetik

  • Medikamente

  • Handtücher

  • Toilettenpapier und Vorräte

  • Haartrockner, Rasierer und Ladegeräte

  • Reinigungsmittel

  • Schmutzwäsche

  • Geräte und Zubehör

  • persönliche Gegenstände mehrerer Nutzer


Offene Ablagen eignen sich für wenige häufig verwendete Dinge. Werden dort zu viele Produkte aufbewahrt, wirkt der Raum schnell unruhig und die Reinigung wird aufwendiger. Geschlossene Schränke schaffen Ruhe, benötigen aber geeignete Öffnungs- und Bewegungsflächen.


Elektrische Geräte benötigen sichere und praktikable Plätze. Steckdosen und Ladebereiche müssen gemeinsam mit Elektroplanung, Schutzbereichen und Möblierung entwickelt werden.


Kleine Badezimmer präzise organisieren

In kleinen Bädern müssen Funktionen klar priorisiert werden. Große Sanitärobjekte oder zu tiefe Möbel können den Raum stärker einengen als ihre reine Grundfläche vermuten lässt.


Geeignete Lösungen können sein:


  • kompakte Sanitärobjekte

  • bodengleiche Dusche, sofern technisch umsetzbar

  • Einbauten in vorhandenen Nischen

  • flacher Stauraum

  • klare Wand- und Bodenflächen

  • Schiebe- oder geeignete Außentüren

  • gut platzierte Spiegel

  • wenige Materialien

  • abgestimmte Beleuchtung


Nicht jede platzsparende Lösung ist automatisch bequem. Sehr kleine Waschbecken, schmale Einstiege und kaum erreichbare Ablagen können die tägliche Nutzung erschweren. Die Qualität liegt im Ausgleich zwischen Kompaktheit und Komfort.


Feuchtigkeit und Lüftung berücksichtigen

Duschen und Baden erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Feuchtigkeit muss zuverlässig abgeführt werden, damit Oberflächen und Konstruktionen nicht dauerhaft belastet werden. Fenster, Abluft und Nachströmung sind deshalb Teil des Gesamtkonzeptes.


Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass regelmäßiges und ausreichendes Lüften der Schimmelbildung vorbeugen kann. Bei Räumen mit Lüftungsanlagen oder Abluftventilatoren muss das Lüftungskonzept auf die tatsächliche Raumsituation abgestimmt werden. Umweltbundesamt: Richtig lüften und Schimmel vermeiden


Ein Interior-Design-Konzept kann Position und gestalterische Integration von Lüftungselementen berücksichtigen. Dimensionierung und technische Ausführung gehören jedoch in die Fachplanung.


Sicherheit bei Elektro und Bodenbelägen

Im Badezimmer treffen Wasser und elektrische Geräte aufeinander. Für elektrische Installationen gelten deshalb besondere Schutzbestimmungen und räumlich definierte Schutzbereiche. Leuchten, Steckdosen, Schalter und Geräte müssen fachgerecht ausgewählt und angeordnet werden. VDE: Elektrogeräte und Schutzbereiche im Badezimmer


Auch Bodenbeläge müssen zur Nutzung passen. Rutschhemmung, Reinigung, Fugen, Barfußnutzung und Übergänge sind gemeinsam zu bewerten. Die passende Klassifizierung ist für den jeweiligen Anwendungsbereich fachlich zu prüfen. BAuA: Prüfung der Rutschhemmung von Bodenbelägen

Materialien, Farbe und Licht aufeinander abstimmen


Ein Badezimmer wird nicht durch möglichst viele auffällige Produkte hochwertig. Qualität entsteht, wenn Sanitärobjekte, Möbel, Oberflächen und Licht einer gemeinsamen Idee folgen. Besonders in kleinen Räumen fällt jede unklare Kante, Fuge und Materialbeziehung auf.


Wasserbeanspruchte und trockenere Bereiche unterscheiden

Nicht jede Fläche im Badezimmer ist gleich stark durch Wasser belastet. Dusche, Wannenanschluss und Waschtischumfeld stellen andere Anforderungen als eine weiter entfernte Wand oder Möbelfront.


Diese Unterscheidung hilft gestalterisch und technisch. Fliesen müssen nicht automatisch jede Wand bis zur Decke bedecken. Geeignete Putze, Anstriche oder andere Oberflächen können trockenere Bereiche wohnlicher gestalten. Der jeweilige Untergrund, die Beanspruchung und der notwendige Aufbau müssen jedoch fachlich geprüft werden.


Abdichtung liegt häufig unsichtbar unter der Oberfläche. Eine schöne Fliese allein schützt die Konstruktion nicht. Anschlüsse, Durchdringungen, Fugen und Übergänge gehören deshalb früh in die Detailplanung.


Eine ruhige Materialhierarchie entwickeln

Boden, Wand, Möbel, Arbeitsfläche und Armaturen konkurrieren schnell um Aufmerksamkeit. Eine klare Hierarchie verhindert, dass der Raum aus vielen einzelnen Mustern und Oberflächen besteht.


Eine Materialordnung kann enthalten:


  • ein prägendes Hauptmaterial

  • eine ruhige Grundfläche

  • eine ergänzende Möbeloberfläche

  • Armaturen und Beschläge als Akzent

  • Textilien als weichere Ebene

  • wenige bewusst gesetzte Strukturwechsel


Große Fliesenformate können eine ruhige Wirkung unterstützen, stellen aber besondere Anforderungen an Planung, Untergrund, Zuschnitt und Verlegung. Kleine Formate ermöglichen andere Radien und Details, erzeugen jedoch einen höheren Fugenanteil. Die Auswahl richtet sich nach Raum, Untergrund und Gestaltungsidee.


Materialien nach Nutzung und Pflege auswählen

Oberflächen werden regelmäßig mit Wasser, Pflegeprodukten und Reinigungsmitteln belastet. Ihre Eigenschaften müssen deshalb vor der Auswahl bekannt sein.


Zu betrachten sind:


  • Wasser- und Feuchtebeständigkeit

  • Rutschhemmung

  • Fleckverhalten

  • Reinigungsfähigkeit

  • Fugen und Kanten

  • Kratz- und Stoßempfindlichkeit

  • Kalkempfindlichkeit

  • Reparaturmöglichkeiten

  • Haptik

  • Alterungsverhalten


Eine stark strukturierte Oberfläche kann gestalterisch reizvoll sein, lässt sich aber möglicherweise schwerer reinigen. Dunkle Armaturen und Glasflächen können Wasser- und Kalkspuren deutlicher zeigen. Solche Eigenschaften müssen offen besprochen werden, damit die Materialwahl zum gewünschten Pflegeaufwand passt.


Farbe für Raumwirkung und Orientierung nutzen

Helle Farben können Licht verteilen, dunklere Flächen können Tiefe und Ruhe erzeugen. Die Wirkung hängt jedoch von Raumgröße, Licht, Material und Flächenanteil ab.


In kleinen Badezimmern kann eine durchgehende Farb- oder Materialfläche den Raum ruhiger erscheinen lassen. Viele kleinteilige Wechsel betonen dagegen jede einzelne Zone. Ein dunkler Waschtischbereich kann einen Schwerpunkt bilden, während hellere Flächen Dusche und Bewegungsraum öffnen.


Farben können außerdem der Orientierung dienen. Armaturen, Griffe, Türen und Bedienelemente sollten sich ausreichend von ihrer Umgebung unterscheiden, wenn gute Erkennbarkeit wichtig ist.


Licht in Funktions- und Atmosphärenebenen planen

Ein Badezimmer benötigt Licht für Orientierung, Spiegelnutzung, Reinigung und Atmosphäre. Eine einzelne Deckenleuchte erfüllt diese Aufgaben selten gleichermaßen.


Ein vollständiges Konzept kann enthalten:


  • allgemeine Grundbeleuchtung

  • gleichmäßiges Spiegellicht

  • Licht in Dusche oder Badewannenbereich

  • Orientierungslicht für die Nacht

  • Schrank- und Nischenbeleuchtung

  • atmosphärisches indirektes Licht

  • Tageslicht und Sichtschutz


Spiegellicht sollte das Gesicht möglichst gleichmäßig ausleuchten. Ausschließlich von oben einfallendes Licht erzeugt häufig starke Schatten. Seitliche oder umlaufende Beleuchtung kann geeigneter sein.


Leuchten in der Nähe von Dusche und Badewanne müssen den geltenden elektrischen Schutzanforderungen entsprechen. Positionen, Anschlüsse und Schutzarten werden mit der Elektrofachplanung abgestimmt.


Aufrisse für Fugen, Höhen und Einbauten nutzen

Im Grundriss werden Positionen sichtbar, aber keine vollständigen Höhenbeziehungen. Innenraumaufrisse zeigen:


  • Waschtisch und Spiegel

  • Armaturenhöhen

  • Schrankgliederung

  • Fliesen- und Fugenverläufe

  • Nischen und Ablagen

  • Vorwandinstallationen

  • Leuchten und Steckdosen

  • Fenster und Türen

  • Übergänge unterschiedlicher Materialien


Ein Fliesenformat sollte nicht erst auf der Baustelle an die Wand angepasst werden. Aufrisse ermöglichen es, Zuschnitte, Achsen und Anschlüsse vorab zu prüfen. Spiegelkanten, Möbelhöhen und Nischen können mit dem Fugenbild abgestimmt werden.


Raumideen im Beratungsgespräch skizzieren

Eine Handskizze macht das zukünftige Badezimmer verständlicher. Sie zeigt, wie Waschplatz, Dusche, Spiegel und Materialien räumlich zusammenwirken. Varianten lassen sich schnell entwickeln, bevor eine detaillierte Ausarbeitung beginnt.


Die Skizze dient als Denk- und Kommunikationswerkzeug. Sie ersetzt nicht den technischen Plan, ermöglicht aber eine gemeinsame Vorstellung vom Raum.


Das Badkonzept vollständig präsentieren

Eine professionelle Präsentation kann enthalten:


  • Bedarfsanalyse

  • Bestands- und Entwurfsgrundriss

  • Bewegungsflächen

  • Innenraumaufrisse

  • Perspektivskizze oder Visualisierung

  • Farb- und Materialcollage

  • Lichtkonzept

  • Sanitär- und Möbelauswahl

  • Stauraumübersicht

  • Fugen- und Materialplanung

  • technische Schnittstellen

  • Hinweise zu Fachplanung und Ausführung


Kunden sollen nicht nur sehen, welche Fliese oder Armatur ausgewählt wurde. Sie müssen verstehen, warum die Anordnung funktioniert und wie Materialien, Licht und Ausstattung zusammenwirken.

Interior Design für Badplaner: Funktion, Material und Atmosphäre

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie Nutzerbedürfnisse, Grundriss, Ergonomie, Stauraum, Materialien und Licht zu einer vollständigen Badplanung werden.

Häufige Fragen zu Interior Design für Badplaner


Warum sollten Badplaner Interior Design lernen?

Sie können dadurch nicht nur Sanitärobjekte und Fliesen auswählen, sondern Nutzerbedürfnisse, Raumproportionen, Stauraum, Farbe, Licht und angrenzende Bereiche in ein vollständiges Konzept einbeziehen.


Welche Angaben werden vor einer Badplanung benötigt?

Benötigt werden Nutzeranforderungen, vollständige Raummaße, Türen, Fenster, Höhen, Schächte, Anschlüsse, Lüftung, Bodenaufbau und Informationen zu vorhandener oder geplanter Technik.


Ist eine bodengleiche Dusche immer möglich?

Nein. Bodenaufbau, Entwässerung, Gefälle, Abdichtung und bauliche Voraussetzungen müssen fachlich geprüft werden. Eine optisch passende Lösung im Entwurf ist noch keine Bestätigung der technischen Umsetzbarkeit.


Wie plant man Stauraum im Badezimmer?

Zuerst wird erfasst, welche Gegenstände aufbewahrt werden. Danach werden häufig benötigte Dinge den jeweiligen Nutzungsbereichen zugeordnet und geeignete Schränke, Schubladen, Nischen und Ablagen entwickelt.


Muss ein Badezimmer vollständig gefliest werden?

Nicht grundsätzlich. Welche Oberfläche geeignet ist, hängt von Wasserbeanspruchung, Untergrund, Aufbau und Material ab. Besonders belastete Bereiche müssen entsprechend fachgerecht geplant und ausgeführt werden.


Welche Beleuchtung benötigt ein Badezimmer?

Sinnvoll sind eine Grundbeleuchtung, gleichmäßiges Spiegellicht und gegebenenfalls ergänzende Beleuchtung für Dusche, Badewanne, Nischen oder Nachtorientierung. Elektrische Schutzbereiche müssen dabei berücksichtigt werden.


Wer prüft Abdichtung und technische Anschlüsse?

Abdichtung, Sanitär, Elektro, Lüftung, Heizung und konstruktive Befestigungen müssen von den jeweils qualifizierten Fachplanern und Fachbetrieben geprüft und ausgeführt werden.


Fazit: Badplanung verbindet Gestaltung und technische Präzision

Ein Badezimmer funktioniert nur, wenn Nutzerbedürfnisse, Bewegungsflächen, Ausstattung und technische Voraussetzungen gemeinsam betrachtet werden. Interior-Design-Kenntnisse helfen Badplanern, diese Anforderungen zu einem räumlich und gestalterisch überzeugenden Konzept zu verbinden.


Grundriss und Aufrisse machen die funktionale Organisation sichtbar. Materialien, Farben und Licht schaffen Atmosphäre. Abdichtung, Sanitär, Elektro und Lüftung sichern die technische Umsetzung und müssen früh mit den zuständigen Fachleuten koordiniert werden.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

Interior Design praktisch lernen

In der dreimonatigen, berufsbegleitenden Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ lernst du, funktionale und atmosphärische Raumkonzepte zu entwickeln – von der Raumanalyse und der ersten Handskizze über Farbe, Material und Licht bis zur KI-gestützten Visualisierung und professionellen Präsentation.
 

Der Lehrgang umfasst 100 Unterrichtseinheiten. Du kannst live am IBKK in Bochum oder online über Microsoft Teams teilnehmen. Die Gruppe ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt, damit Zeichnungen und Projekte persönlich besprochen und fachlich begleitet werden können.

Interior-Design-Entwurf mit Möbelklassikern und Raumgestaltung

DEIN NÄCHSTER SCHRITT · INTERIOR DESIGN (IHK)

Badideen ganzheitlich präsentieren

Du möchtest funktionale Lösungen mit Material, Atmosphäre und verständlicher Darstellung verbinden? Schau dir die Weiterbildung Interior Design (IHK) an und prüfe, wie die Arbeit an einem eigenen Raumkonzept zu deinem Ziel passt.

3 Monate berufsbegleitend

Live in Bochum oder online

Eigenes Interior-Projekt

IHK-Zertifikat bei erfolgreichem Abschluss und Erfüllung der Teilnahme- und Leistungsanforderungen.

Interior Design weiter erkunden

Gruppe von Interior Designern beim Beratungsgespräch

01 – Badezimmer gestalten

Der Fachartikel „Badezimmer gestalten“ zeigt, wie Grundriss, Bewegungsflächen, Stauraum, Materialien und Licht zu einem funktionalen Badkonzept verbunden werden.


02 – Einen Raum richtig ausmessen

Fehler beim Aufmaß können die Bestellung und Montage erheblich beeinträchtigen. Im Beitrag „Einen Raum richtig ausmessen“ erfährst du, wie Wände, Öffnungen, Höhen und bauliche Besonderheiten vollständig erfasst werden.


03 – Ergonomie in der Raumgestaltung

Waschtisch, Armaturen, Stauraum und Bewegungsflächen müssen zu den Nutzern passen. Der Artikel „Ergonomie in der Raumgestaltung“ erklärt die Grundlagen körpergerechter und vorausschauender Planung.


04 – Innenraumaufrisse zeichnen

Fliesen, Spiegel, Nischen und Armaturen lassen sich im Grundriss allein nicht ausreichend darstellen. Der Beitrag „Innenraumaufrisse zeichnen“ zeigt, wie Wandansichten fachlich aufgebaut werden.

Die Weiterbildung „Interior Design (IHK)“ ist eine berufliche Zusatzqualifikation. Sie ersetzt kein Studium der Innenarchitektur und berechtigt nicht zur Führung der geschützten Berufsbezeichnung „Innenarchitektin“ oder „Innenarchitekt“. Der Lehrgang endet mit einem lehrgangsinternen Kompetenznachweis und einem IHK-Zertifikat, nicht mit einer öffentlich-rechtlichen IHK-Prüfung.

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