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Bueros und moderne Arbeitswelten planen

Räume und Nutzungssituationen

Büros und moderne Arbeitswelten planen

Entwickle flexible Arbeitsbereiche, die Konzentration, Kommunikation, Wohlbefinden und unterschiedliche Arbeitsformen unterstützen.

Minimalistisch gestalteter Büroarbeitsplatz mit großem Bildschirm, schwarzem Schreibtisch und grauen Vorhängen.

Donnerstag, 07.01.2027

NÄCHSTER BEGINN

Wie plant man moderne Büros und Arbeitswelten?

Moderne Arbeitswelten werden aus Tätigkeiten, Teamstrukturen und betrieblichen Abläufen entwickelt. Sie benötigen passende Bereiche für Konzentration, Kommunikation, Besprechungen, Videokonferenzen und Erholung. Ergonomie, Akustik, Licht, Raumklima, Technik, Stauraum und Orientierung müssen gemeinsam geplant werden. Flächeneffizienz ist wichtig, darf aber nicht zulasten der Arbeitsqualität, Sicherheit oder Nutzbarkeit gehen.

Gute Büroplanung beginnt bei der Arbeit


Ein Büro kann modern aussehen und trotzdem schlecht funktionieren. Loungemöbel, Pflanzen, Glaswände und offene Kommunikationsbereiche sagen noch wenig darüber aus, ob Menschen dort konzentriert arbeiten, vertrauliche Gespräche führen oder an digitalen Besprechungen teilnehmen können. Eine tragfähige Arbeitswelt entsteht erst, wenn Gestaltung und Arbeitsorganisation zusammenpassen.


Am Anfang steht deshalb keine Möbelauswahl, sondern eine Analyse der Tätigkeiten. Welche Aufgaben werden regelmäßig ausgeführt? Wie häufig müssen sich Menschen abstimmen? Welche Arbeiten erfordern Ruhe? Finden Kundenbesuche, Videokonferenzen oder vertrauliche Gespräche statt? Arbeiten die Beschäftigten überwiegend am festen Arbeitsplatz oder wechseln sie zwischen unterschiedlichen Bereichen?


Arbeitsweisen und Teams verstehen

Die Planung muss berücksichtigen, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Ein Entwicklungsteam mit regelmäßigen Projektbesprechungen benötigt andere Räume als eine Verwaltung mit konzentrierter Sachbearbeitung. Ein Beratungsunternehmen mit vielen Onlinegesprächen stellt andere Anforderungen als ein Planungsbüro, in dem großformatige Unterlagen, Materialmuster und Zeichnungen bearbeitet werden.


Dazu werden unter anderem folgende Informationen erfasst:


  • Anzahl der Beschäftigten

  • Anwesenheit an unterschiedlichen Wochentagen

  • Teamgrößen und Zusammenarbeit

  • Anteil konzentrierter Einzelarbeit

  • Zahl und Art der Besprechungen

  • Häufigkeit von Telefonaten und Videokonferenzen

  • Umgang mit vertraulichen Informationen

  • benötigte Arbeitsmittel und Geräte

  • Bedarf an Lager-, Archiv- und Projektflächen

  • Kunden- und Besucheraufkommen

  • Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten

  • geplante Veränderungen des Unternehmens


Solche Angaben sollten nicht nur aus der Sicht der Unternehmensleitung betrachtet werden. Beschäftigte erleben alltägliche Störungen, informelle Abläufe und praktische Schwierigkeiten häufig anders. Interviews, Beobachtungen, Workshops und Belegungsanalysen helfen, ein realistischeres Bild zu gewinnen.


Tätigkeiten räumlichen Angeboten zuordnen

Aus der Analyse entstehen verschiedene Raum- und Arbeitsplatztypen. Nicht jedes Unternehmen benötigt alle denkbaren Formate. Häufig sind folgende Bereiche sinnvoll:


  • ergonomische Bildschirmarbeitsplätze

  • Räume oder Zonen für konzentrierte Einzelarbeit

  • kleine Besprechungsräume

  • größere Konferenz- und Projekträume

  • Bereiche für Videokonferenzen

  • Telefonkabinen oder geschützte Gesprächsplätze

  • informelle Kommunikationszonen

  • Team- und Projektflächen

  • Servicepunkte für Drucker und Büromaterial

  • persönliche und gemeinsame Aufbewahrung

  • Pausen- und Erholungsbereiche

  • Empfang und Besucherzonen


Ein häufiger Fehler besteht darin, zu viele offene Kommunikationsbereiche und zu wenige Rückzugsmöglichkeiten anzubieten. Zusammenarbeit ist wichtig, doch sie erzeugt Geräusche und Bewegung. Fehlen geeignete Alternativen, müssen Beschäftigte konzentrierte Aufgaben in einer Umgebung erledigen, die dafür nicht vorgesehen ist.


Bürotyp und Unternehmenskultur aufeinander abstimmen

Einzelbüro, Gruppenbüro, Kombibüro und offene Bürolandschaft bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Keine Organisationsform ist grundsätzlich für jedes Unternehmen überlegen.


Einzel- und kleine Gruppenbüros ermöglichen häufig mehr Ruhe und Vertraulichkeit. Offene Bürolandschaften können Austausch, flexible Zuordnung und gemeinsame Flächennutzung erleichtern, stellen aber hohe Anforderungen an Akustik, Zonierung und Verhaltensregeln. Kombibüros verbinden offene Arbeitsbereiche mit gut erreichbaren Rückzugs- und Besprechungsräumen.


Die BAuA betrachtet bei unterschiedlichen Büroraumtypen unter anderem Akustik, Beleuchtung, Klima und soziale Faktoren. Damit wird deutlich, dass die Wahl eines Bürotyps nicht allein eine gestalterische oder wirtschaftliche Entscheidung ist. BAuA: Büroraumtypen und Ergonomieprobleme


Fläche nicht nur nach Arbeitsplätzen berechnen

Die Zahl der Schreibtische ist nur ein Teil des Flächenbedarfs. Hinzu kommen Bewegungsflächen, Verkehrswege, Besprechungen, Rückzug, Stauraum, Technik, Pausen und betriebliche Nebenfunktionen. Eine dichte Möblierung kann rechnerisch effizient erscheinen, den Arbeitsalltag aber erheblich beeinträchtigen.


Die Flächenplanung muss außerdem Veränderungen berücksichtigen. Teams wachsen, Projekte wechseln und Arbeitsmodelle entwickeln sich weiter. Eine tragfähige Grundstruktur erlaubt Anpassungen, ohne dass bei jeder Veränderung der gesamte Raum neu organisiert werden muss.

 Kreativer Arbeitsplatz mit Laptop, Materialmustern, Skizzen, Smartphone und verschiedenen Arbeitsutensilien auf einem schwarzen Tisch.

Zonierung, Laufwege und Arbeitsplätze planen


Nachdem die benötigten Funktionen feststehen, werden sie im Grundriss zueinander angeordnet. Dabei geht es um mehr als das Verteilen von Möbeln. Bereiche beeinflussen sich durch Geräusche, Bewegungen, Sichtbeziehungen, Licht und Klima.


Laute und ruhige Tätigkeiten trennen

Kommunikationsbereiche, Druckerzonen und häufig genutzte Wege erzeugen Bewegung und Geräusche. Sie sollten nicht unmittelbar an hoch konzentrierte Arbeitsplätze grenzen. Zwischen lauten und ruhigen Bereichen können Besprechungsräume, Stauraumelemente oder akustisch wirksame Pufferzonen angeordnet werden.


Eine sinnvolle Zonierung kann folgendermaßen aufgebaut sein:


  • öffentliche Bereiche am Eingang

  • halböffentliche Besprechungs- und Projektzonen

  • interne Team- und Arbeitsbereiche

  • geschützte Rückzugsräume

  • Service- und Nebenflächen


Diese Abstufung erleichtert auch den Umgang mit Besuchern. Kunden müssen nicht durch vertrauliche Arbeitsbereiche geführt werden, um einen Besprechungsraum zu erreichen.


Verständliche und sichere Wege schaffen

Hauptwege verbinden Eingang, Arbeitsbereiche, Besprechungsräume und gemeinschaftliche Einrichtungen. Nebenwege erschließen einzelne Arbeitsplätze. Beide müssen so angeordnet sein, dass häufige Bewegungen die Arbeit möglichst wenig stören.


Ein Arbeitsplatz direkt an einem stark genutzten Weg wird durch vorbeilaufende Personen, Gespräche und visuelle Bewegung belastet. Gleichzeitig dürfen Schreibtische, Schränke und temporäre Projektmöbel notwendige Verkehrs- oder Fluchtwege nicht einengen.


An Kreuzungspunkten entstehen gute Orte für Orientierung, Service oder kurze Begegnungen. Für konzentrierte Arbeit sind diese Stellen meist weniger geeignet. Die Wegeplanung sollte deshalb gemeinsam mit Tätigkeiten, Akustik und Möblierung entwickelt werden.


Ergonomische Arbeitsplätze integrieren

Ein Büroarbeitsplatz muss zur Tätigkeit und zu den körperlichen Voraussetzungen seiner Nutzer passen. Arbeitstisch, Stuhl, Bildschirm, Tastatur und Maus werden als Einheit betrachtet. Bei wechselnden Nutzern sind ausreichend große Einstellbereiche besonders wichtig.


Zur Ausstattung können gehören:


  • höhenverstellbarer oder passend dimensionierter Tisch

  • anpassbarer Bürostuhl

  • ein oder mehrere Bildschirme

  • getrennte Tastatur und Maus

  • individuell steuerbare Arbeitsplatzleuchte

  • Strom- und Datenanschlüsse

  • persönliche Aufbewahrung

  • Möglichkeiten für wechselnde Körperhaltungen


Ergonomie endet nicht am einzelnen Schreibtisch. Auch Besprechungsplätze, Projekttische, Lounges und Telefonkabinen müssen zu ihrer Nutzungsdauer passen. Ein niedriger Sessel kann für ein kurzes Gespräch angenehm sein, eignet sich aber nicht für mehrstündige Bildschirmarbeit.


Desk Sharing benötigt mehr als freie Schreibtische

Beim Desk Sharing werden Arbeitsplätze nicht dauerhaft einzelnen Personen zugeordnet. Das kann sinnvoll sein, wenn Beschäftigte regelmäßig mobil arbeiten und die tatsächliche Anwesenheit deutlich schwankt. Es funktioniert jedoch nur mit einer passenden Organisation.


Benötigt werden unter anderem:


  • verlässlich buchbare Arbeitsplätze

  • leicht einstellbare Möbel

  • einheitliche technische Anschlüsse

  • persönliche Aufbewahrungsmöglichkeiten

  • klare Regeln zur Übergabe

  • ausreichende Rückzugs- und Besprechungsräume

  • gute Orientierung

  • eine realistische Berechnung der Spitzenauslastung


Wer ausschließlich Schreibtische reduziert, ohne zusätzliche Arbeitsangebote und organisatorische Regeln zu schaffen, erzeugt Unsicherheit. Beschäftigte müssen dann morgens erst einen geeigneten Platz suchen oder weichen für Telefonate in ungeeignete Bereiche aus.


Stauraum und Servicepunkte richtig verteilen

Die Digitalisierung hat den Stauraumbedarf verändert, aber nicht beseitigt. Persönliche Gegenstände, Projektunterlagen, Muster, technische Geräte und Büromaterial benötigen weiterhin geeignete Plätze.


Zentral angeordnete Servicepunkte können Drucker, Papier und Verbrauchsmaterial bündeln. Sie erzeugen jedoch Laufbewegungen und Gespräche. Deshalb sollten sie gut erreichbar sein, ohne unmittelbar an konzentrierten Arbeitsplätzen zu liegen.


Persönliche Schließfächer unterstützen flexible Arbeitsplatzmodelle. Projektschränke, Materialbibliotheken und Archive werden dort angeordnet, wo die zugehörigen Arbeitsprozesse stattfinden. Stauraum kann außerdem als räumlicher Filter oder akustischer Puffer eingesetzt werden.


Rechtliche und technische Anforderungen berücksichtigen

Büros sind Arbeitsstätten. Deshalb müssen unter anderem Arbeitsplätze, Bewegungsflächen, Verkehrswege, Beleuchtung, Raumklima, Lärm, Fluchtwege und Barrierefreiheit fachlich geprüft werden. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten konkretisieren hierfür unterschiedliche Anforderungen. BAuA: Technische Regeln für Arbeitsstätten


Die konkreten Vorgaben hängen vom Projekt ab. Eine allgemeine Planungsvorlage ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch Brandschutz-, Elektro-, Klima- oder Fachplanung.

Akustik, Licht und Atmosphäre als Gesamtaufgabe


Die Qualität einer Arbeitswelt hängt nicht allein vom Grundriss ab. Geräusche, Tageslicht, künstliche Beleuchtung, Raumtemperatur, Materialien und visuelle Reize wirken während des gesamten Arbeitstages. Werden diese Faktoren erst nach der Möblierung betrachtet, lassen sich grundlegende Probleme häufig nur noch eingeschränkt beheben.


Akustik frühzeitig planen

In offenen Büros ist Sprache eine der häufigsten Ablenkungen. Selbst Gespräche in normaler Lautstärke können konzentrierte Arbeit stören, wenn sie über große Entfernungen verständlich bleiben. Ein paar dekorative Filzelemente an der Wand lösen dieses Problem nicht automatisch.


Eine wirksame Akustikplanung betrachtet mehrere Ebenen:


  • Schallabsorption an Decke, Wänden und Boden

  • Abstand zwischen störenden und ruhigen Tätigkeiten

  • Abschirmung und Möblierung

  • Lage von Besprechungs- und Telefonräumen

  • Geräusche technischer Geräte

  • Schallschutz zwischen geschlossenen Räumen

  • gewünschte Vertraulichkeit

  • organisatorische Regeln für die Nutzung


Die BAuA betont, dass Schallschutz und Raumakustik bei der Büroplanung möglichst früh berücksichtigt werden sollten. Neben absorbierenden Flächen beeinflussen auch Arbeitsplatzanordnung, Glasabtrennungen und Möbel die akustische Wirkung. BAuA: Auralisation und Planung von Büroräumen


Tageslicht und Kunstlicht koordinieren

Arbeitsplätze profitieren von Tageslicht und einer Sichtverbindung nach außen. Gleichzeitig müssen Blendung, direkte Sonneneinstrahlung und Spiegelungen auf Bildschirmen vermieden werden. Arbeitsplatzposition, Fensterausrichtung und Sonnenschutz werden deshalb gemeinsam geplant.


Künstliches Licht ergänzt das Tageslicht. Eine geeignete Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung und ausgeglichene Helligkeitsverhältnisse. Je nach Tätigkeit können zusätzliche Arbeitsplatzleuchten oder stärker beleuchtete Projektflächen erforderlich sein.


Besprechungsräume benötigen häufig unterschiedliche Lichtsituationen. Für Gespräche ist eine andere Beleuchtung sinnvoll als für Präsentationen oder Videokonferenzen. Szenen oder getrennt steuerbare Lichtgruppen können diese Nutzungen unterstützen.


Gute Arbeitsplatzbeleuchtung dient nicht nur der Sichtbarkeit. Sie soll auch visuellen Diskomfort und Ermüdung begrenzen. Die entsprechenden Schutzziele werden in der Arbeitsstättenverordnung und der ASR A3.4 konkretisiert. BAuA: Beleuchtung von Arbeitsstätten


Materialien müssen mehr als gut aussehen

Materialien beeinflussen Akustik, Lichtreflexion, Orientierung, Pflege und Atmosphäre. Matte Oberflächen können störende Spiegelungen reduzieren. Textile Beläge und Akustikmaterialien verändern den Raumklang. Robuste Oberflächen eignen sich für häufig berührte oder stark beanspruchte Bereiche.


Nicht jeder Bereich benötigt dieselbe Materialqualität. Empfang, Arbeitsplätze, Besprechung, Cafézone und Verkehrsflächen können unterschiedliche Anforderungen stellen. Trotzdem sollte eine erkennbare gestalterische Verbindung bestehen.


Farben und Materialien können außerdem bei der Orientierung helfen. Eine bestimmte Farbfamilie kann Besprechungsräume kennzeichnen, während ein Materialwechsel den Übergang zu einer ruhigeren Zone markiert. Solche Hinweise sollten klar, aber nicht überladen eingesetzt werden.


Wohlbefinden nicht mit Dekoration verwechseln

Pflanzen, wohnliche Möbel und kräftige Farben können die Atmosphäre verbessern. Sie ersetzen aber keine funktionierende Akustik, angemessene Beleuchtung oder ergonomische Arbeitsplätze. Eine moderne Arbeitswelt wird nicht dadurch menschlich, dass sie wie ein Café aussieht.


Wohlbefinden entsteht auch durch Einflussmöglichkeiten. Beschäftigte sollten geeignete Arbeitsorte auswählen, Licht oder Sonnenschutz regulieren und zwischen unterschiedlichen Haltungen und Situationen wechseln können. Eine Untersuchung der BAuA zu Raumklima, Lärm und Beleuchtung weist darauf hin, dass die Möglichkeit zur individuellen Steuerung von Umgebungsbedingungen die Zufriedenheit unterstützen kann. BAuA: Wechselwirkungen von Raumklima, Lärm und Beleuchtung


Identität sichtbar, aber nicht aufdringlich gestalten

Ein Büro vermittelt Mitarbeitern, Bewerbern und Besuchern ein Bild des Unternehmens. Farben, Materialien, Grafik und räumliche Offenheit können Werte wie Präzision, Kreativität, Verlässlichkeit oder Nachhaltigkeit ausdrücken.

Unternehmensidentität sollte nicht ausschließlich durch Logos und Markenfarben dargestellt werden. 


Aussagekräftiger können Materialwahl, räumliche Transparenz, Ausstellung von Projekten oder die Gestaltung gemeinschaftlicher Bereiche sein. Die räumliche Botschaft muss zu den tatsächlichen Arbeitsbedingungen passen. Ein Unternehmen, das Zusammenarbeit betont, benötigt dafür nutzbare Räume und nicht nur eine entsprechende Wandgrafik.


Das Konzept nachvollziehbar präsentieren

Eine professionelle Präsentation moderner Arbeitswelten zeigt nicht nur attraktive Visualisierungen. Sie erklärt, wie das Konzept aus den analysierten Tätigkeiten entstanden ist.


Dazu können gehören:


  • Bestandsanalyse

  • Tätigkeits- und Belegungsprofil

  • Raumprogramm

  • Funktions- und Zonierungsplan

  • Wege- und Erschließungskonzept

  • Möblierungsgrundriss

  • Arbeitsplatztypen

  • Innenraumaufrisse

  • Akustik- und Beleuchtungsprinzip

  • Farb- und Materialkonzept

  • Visualisierungen wichtiger Bereiche

  • Varianten und Entwicklungsmöglichkeiten

Moderne Arbeitswelten planen: Räume für unterschiedliche Tätigkeiten

Das Video zum Nachlesen

Das Video zeigt, wie aus Arbeitsabläufen, Teamstrukturen und Nutzungsanforderungen ein Büro mit passenden Bereichen für Konzentration, Austausch und Zusammenarbeit entsteht.

Häufige Fragen zur Büroplanung


Was gehört zu einer modernen Arbeitswelt?

Dazu gehören ergonomische Arbeitsplätze sowie passende Bereiche für Konzentration, Zusammenarbeit, Besprechungen, Telefonate, Videokonferenzen, Service und Erholung. Welche Raumtypen tatsächlich gebraucht werden, ergibt sich aus den Arbeitsabläufen des Unternehmens.


Ist ein Großraumbüro automatisch modern?

Nein. Eine große offene Fläche kann Kommunikation erleichtern, verursacht aber auch Geräusche, Bewegung und mögliche Ablenkungen. Ohne Zonierung, Akustikplanung und ausreichende Rückzugsräume funktioniert sie häufig nicht zufriedenstellend.


Was bedeutet Activity Based Working?

Dabei wählen Beschäftigte einen Arbeitsplatz passend zur jeweiligen Tätigkeit. Für konzentrierte Aufgaben, Besprechungen, Telefonate und Teamarbeit stehen unterschiedliche Bereiche zur Verfügung. Das Konzept setzt eine geeignete räumliche Ausstattung und klare Nutzungsregeln voraus.


Funktioniert Desk Sharing in jedem Unternehmen?

Nein. Desk Sharing ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Anwesenheit schwankt und die Arbeitsplätze nicht täglich vollständig benötigt werden. Benötigt werden eine realistische Belegungsplanung, gut einstellbare Möbel, persönliche Aufbewahrung und verlässliche Buchungs- und Nutzungsregeln.


Wie lässt sich Lärm in offenen Büros reduzieren?

Wirksam ist eine Kombination aus räumlicher Zonierung, ausreichenden Abständen, schallabsorbierenden Flächen, geeigneter Abschirmung und geschlossenen Räumen für Gespräche. Auch organisatorische Regeln können die akustische Belastung reduzieren.


Welche Rolle spielt Licht bei der Büroplanung?

Licht beeinflusst Sehkomfort, Orientierung, Atmosphäre und Wohlbefinden. Tageslicht, Sonnenschutz und künstliche Beleuchtung müssen so abgestimmt werden, dass Arbeitsplätze ausreichend beleuchtet sind und störende Blendungen oder Reflexionen vermieden werden.


Wer prüft die gesetzlichen Anforderungen?

Arbeitsschutz, Bewegungsflächen, Fluchtwege, Brandschutz, Barrierefreiheit, Elektroplanung, Beleuchtung, Lüftung und Akustik müssen von den jeweils zuständigen Fachpersonen projektbezogen geprüft werden. Der Interior-Design-Entwurf bildet dafür eine räumliche Grundlage, ersetzt aber keine Fachplanung.


Fazit: Moderne Arbeitswelten brauchen passende Wahlmöglichkeiten

Ein gutes Büro bietet nicht möglichst viele unterschiedliche Räume, sondern die richtigen Räume für die tatsächlich ausgeführten Tätigkeiten. Konzentrierte Arbeit, Kommunikation, Besprechungen, Videokonferenzen und Erholung benötigen jeweils passende Bedingungen.


Grundriss, Ergonomie, Akustik, Licht, Technik und Materialien müssen dafür gemeinsam entwickelt werden. Gleichzeitig bleibt die Arbeitsorganisation ein wichtiger Teil des Konzeptes. Selbst ein sorgfältig geplanter Raum funktioniert nur, wenn seine Nutzung verständlich geregelt und von den Beschäftigten angenommen wird.

Andreas M. Modzelewski, Direktor und Dozent des IBKK

Über den Autor

Andreas M. Modzelewski


Andreas M. Modzelewski ist Diplom-Designer, ausgebildeter Bauzeichner, Autor und Direktor des IBKK Design- und Kunstzentrums. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Seine fachlichen Schwerpunkte umfassen Interior Design, Raumkonzeption, perspektivisches Zeichnen, räumliche Visualisierung, visuelle Kommunikation und kreative Entwurfsmethoden.

Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher zu Architekturzeichnung, Interior-Zeichnung, Koloration und Zeichentechniken.

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Büros benötigen abgestimmtes Tages- und Kunstlicht. Der Artikel „Grundlagen der Lichtplanung“ erklärt, wie Grundbeleuchtung, Arbeitsplatzlicht und räumliche Lichtwirkung zusammenwirken.

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